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Privatverkauf ebay kleinanzeigen


15.12.2016 02:55 |
Preis: 75,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,

ein Bekannter von mir hat über das Anzeigenportal ebay kleinanzeigen als Privatperson einen Militaria Artikel zum Verkauf gegen Gebot angeboten. Im Inserat wurde explizit darauf hingewiesen, dass nicht bekannt ist ob es sich beim angebotenen Artikel um ein Original handelt. Garantievereinbarung bzgl der Originalität sind im Inserat nicht vorhanden. In Bezug auf das Inserat meldete sich nun ein Interessent welchem zunächst Bilder zugesandt wurden. Nachdem der Interessent die Bilder erhalten hatte wurden dem Verkäufer 700.- Euro für den Artikel geboten, dieses Angebot nahm der Verkäufer an und es wurden die Personalien getauscht. Kurze Zeit später ist der Käufer vom Vertrag zurückgetreten. Als Begründung wurde angegeben das es sich beim angebotenen Artikel nicht um ein Original handelt. Es stellte sich heraus, dass der Artikel zudem offensichtlich gegen die AGB verstößt, da es sich um einen Dolch handelt (Besitz und Erwerb frei ab 18 Jahren).

Eine Recherche ergab, dass ein nahezu identischer Artikel bei einem Händler für Militaria zu nahezu dem gleichen Preis (599.- Euro) zum Verkauf angeboten wird, sprich der vorausgegangene Gebotspreis in Höhe von 700.- Euro ist offenbar gerechtfertigt.

Nun stellen sich folgende Fragen.

1. Kam aufgrund des Verstoßes gegen die AGB überhaupt ein offizieller Kaufhandel zustande?

2. Ist der Verkaufshandel verbindlich und ist der Interessent verpflichtet seinen Kauf zu erfüllen, sprich muss der gebotene Kaufpreis in Höhe von 700.- Euro bezahlt werden?

3. Welche Möglichkeiten bestehen für den Verkäufer bei einer Nichtbezahlung des Kaufpreises an sein Geld zu kommen (Mahnbescheid, Inkassounternehmen ect.?)

Über eine Rückmeldung würde man sich freuen. Für die Bemühungen bedankt man sich im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Ein Ratsuchender
15.12.2016 | 04:41

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Es kam durchaus ein wirksamer Kaufvertrag zustande. Die AGB regeln primär, welche Anzeugen zulässig sind. Auf die kaufrechtliche Wirksamkeit hat das keinen Einfluß.

Der Haken ist aber die angebliche Fälschung. Trifft der Fälschungsvorwurf zu, hat der Käufer das Recht zum Rücktritt. Da ist egal, wie angemessen der Kaufpreis ist.

Der Verkäufer sollte erst prüfen, ob er die Echtheit nachweisen kann. Wenn er das kann, sollte er einen Mahnbescheid beim zentralen Mahngericht seines Bundeslandes beantragen.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 15.12.2016 | 05:39

Guten Morgen, in der Anzeige wurde extra wörtlich darauf hingewiesen, dass zur Originalität keinerlei Angaben gemacht werden können. Sprich es ging aus der Anzeige schon vom Ausgangstext hervor das der Artikel möglicherweise nicht Original ist. Wie verhält es sich wenn der Wortlaut lautet "das die Originalität nicht garantiert ist", bzw "das man keine Ahnung hat" ob der Artikel Original ist, seitens der Verkäuferseite. Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.12.2016 | 16:26

Sehr geehrter Ratsuchender,

angesichts dieses Hinweises, der auch auf dem Screenshot sehr deutlich erkennbar war, ist ein Rücktritt nicht möglich, da Echtheit keine zugesicherte oder zu erwartende Eigenschaft war.

Es kommt dann aber auf die konkreten Vereinbarungen bei dem Kauf an. Wenn nichts Besonderes vereinbart war, liegt das Echtheitsrisiko beim Käufer. Er kann dann nicht zurücktreten. Wenn er es aber erstmal ansehen wollte, also quasi unter Vorbehalt kaufte, ist der Rücktritt noch möglich (Rechtlich gesehen wäre es eher eine Auflösung des Kaufvertrages, aber praktisch dasselbe).

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

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