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Privatverkauf PKW bei ebay - Käufer reklamiert


04.10.2007 23:45 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Hallo,
ich habe am Montag mein Auto bei ebay versteigert. Folgende Angaben wurden durch mich gemacht:
- EZ 11/98 + Km-St. 175500
- 1. Hand
- TÜV/ASU 11/07
- Durchsicht Juni 07
- alle festgestellten Mängel wurden behoben (siehe Anzeige ebay)
(alle Rechnungen hat der Käufer bei Übergabe bekommen)
- meiner Meinung nach (ich bin Privatperson und habe keine Ahnung von Autos) ist das Auto ok
- bin bis zum letzten Tag auch damit gefahren
- Verkauf erfolgt "gekauft wie gesehen"
- Ausschluß von Garantie und Gewährleistung
- Zusatz (Das neue EU-Recht sieht eine einjährige Gewährleistung/Garantie bei Gebrauchtwaren vor, die bei Verkäufen von Privat (Händler können das nicht) in gegenseitigem Einvernehmen ausgeschlossen werden kann. Mit der Abgabe eines Gebotes erklären Sie sich ausdrücklich damit einverstanden, auf die Ihnen nach neuem EU-Recht gegebenenfalls zustehende Gewährleistung/Garantie bei Gebrauchtwaren komplett zu verzichten. Keine Garantie, keine Rücknahme, kein Widerruf. Bin kein Händler und kann diese Serviceleistung leider nicht gewähren. Da es sich um eine Versteigerung im Sinne des § 3 Abs. 5 des Fernabsatzgesetzes handelt, geniesst der Höchstbietende auch kein Widerufsrecht. Der einmal ersteigerte Artikel ist somit rechtlich verbindlich gekauft.)
- es besteht die Möglichkeit der Probefahrt
- nach Auktionsende keine Preisverhandlungen möglich
- Schäden (Unfall) wurde angegeben und Bilder und damalige Rechnung dem Käufer übergeben

Am nächsten Tag kamen die Käufer (20 Uhr) um das Auto abzuholen. Es war dunkel und deshalb fuhren wir das Auto unter einen Bewegungsmelder. 2x habe ich eine Probefahrt angeboten, die jedesmal abgelehnt worden ist. Es erfolgte eine kurze Inspektion (soweit das im Dunkeln möglich ist). Es gab nur einen Kommentar: "Das Auto klingt aber laut. Kann es sein, dass der Auspuff kaputt ist". Meine Antwort war, dass ich im Juni bei der Durchsicht war und da, bis auf die oben genannten reparierten Mängel, keine weiteren Mängel gefunden worden sind. Die letzten 3 Monate bin ich täglich gefahren und mir, als Laie, ist bei einem 9 Jahre alten Auto kein unnormal lautes Geräusch aufgefallen.
Danach wurde der Kaufvertrag unterschrieben und das Geld bar übergeben.

Heute rief der Käufer an und meinte, dass er in einer Werkstatt war und festgestellt worden ist, dass der Katalysator geschweißt und defekt ist, sodaß er gewechselt werden muß. Seiner Meinung nach habe ich diesen Mangel verschwiegen. Ich hätte ihm sagen müssen, dass der Kat zumindest geschweißt ist. Da ich das aber nicht wußte, habe ich in dem Opel-Autohaus von damals angerufen und mir wurde gesagt, dass in den ersten beiden Garantiejahren
damals, auf Anweisung von Opel Dtl. der Kat aufgrund von Mängeln nicht getauscht sonderen geschweißt worden ist. Da das bundesweit war und unter Garantie fiel, habe ich keine Rechnung. Und ehrlich gesagt, kann ich mich daran auch nicht erinnern (7 Jahre her). Ich habe diesen Mangel wirklich nicht gewußt.

Kann der Käüfer den Reparaturbetrag von mir verlangen? Wenn ich ihn nicht bezahle, will er zum Anwalt gehen und mich verklagen.

Er hätte, meiner Meinung nach, bei einer rechtzeitigen Probefahrt eine Werkstatt aufsuchen können um einen Check machen zu lassen. Er kauft von Privat und nicht von einem Autohändler oder einem vom Fach.

Vielleicht will er ja nur Geld rausschlagen, denn was weiß ich, was er in den letzten beiden Tage mit dem Auto gemacht hat.

Bitte um Ihre Hilfe und bedanke mich recht herzlich!

05.10.2007 | 00:13

Antwort

von


173 Bewertungen
Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage beantworte ich auf der Grundlage Ihrer Schilderung und Ihres Einsatzes gerne wie folgt:

Vorbehaltlich einer genauen Prüfung Ihrer Angebotsseite bei eBay gehe ich davon aus, daß Sie die gesetzliche Gewährleistung im Grundsatz wirksam ausgeschlossen haben.

Rechte wegen des geschweißten Katalysators kann der Käufer m. E. deshalb nur geltend machen, wenn diesbezüglich das Fahrzeug mangelhaft ist und Sie diesen Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Beschaffenheit des Fahrzeugs übernommen haben (vgl. § 444 BGB).

Ein Garantieversprechen haben Sie nach Ihrer Schilderung aber gerade nicht abgegeben, und auch ein arglistiges Verschweigen des (angeblichen) Mangels scheidet nach Ihren Angaben aus. Dazu nämlich müßten Sie jedenfalls den Mangel gekannt, zumindest aber mit seinem Vorhandensein gerechnet haben.

Vor diesem Hintergrund besteht ein Anspruch des Käufers auf Ersatz der ihm (angeblich) entstandenen Reparaturkosten m. E. nicht.

Dessen ungeachtet kann der Käufer einer mangelhaften Sache in der Regel ohnehin nicht sofort Schadensersatz verlangen, sondern er muß dem Verkäufer grdsl. zunächst die Möglichkeit zur Nacherfüllung (Nachbesserung, Ersatzlieferung) geben.

Ich hoffe, Ihre Frage ist damit zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet, und stehe Ihnen - insbesondere im Rahmen einer kostenlosen Nachfrage - gerne weiter zur Verfügung.

Sofern Sie darüber hinaus eine Beratung oder Vertretung in dieser Sache wünschen, nehmen Sie bitte Kontakt über die u. a. E-Mail-Adresse auf.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Trettin
Rechtsanwalt

fea@trettin-rechtsanwaelte.de
www.trettin-rechtsanwaelte.de


Nachfrage vom Fragesteller 05.10.2007 | 00:35

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Kann ich auch als Argument die angebotene und nicht angetretene Probefahrt nennen? Hätte ich vor dem Verkauf noch mal in die Werkstatt zum Check gemußt? Hätte der Käufer bei einer Vermutung auf einen Mangel den Vertrag nicht unterschreiben und das Geld übergeben dürfen?

Was heißt m.E.?

Vielen Dank für Ihre Hilfe. Ggf. komme ich auf Sie zurück

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.10.2007 | 12:37

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

I. Selbstverständlich können Sie darauf verweisen, daß der Käufer trotz Angebot keine Probefahrt durchgeführt hat. Maßgebliche Bedeutung hat dieser Umstand jedoch meines Erachtens (= m. E.) deshalb nicht, weil zu diesem Zeitpunkt der Kaufvertrag bereits geschlossen war, und vertraglich ohnehin ein vollständiger Gewährleistungsausschluß vereinbart war. Insofern ist letztlich unbeachtlich, ob der Käufer als Laie den Mangel bei Gelegenheit einer Probefahrt überhaupt hätte erkennen können (anders z. B. bei der Klausel "verkauft wie besichtigt und probegefahren").

II. Eine Pflicht, das Fahrzeug vor dem Verkauf zu untersuchen bzw. untersuchen zu lassen, hatten Sie nicht.

III. Dem Käufer schadet gem. § 442 Abs. 1 BGB nur die Kenntnis - allenfalls die grob fahrlässige Unkenntnis - eines Mangels "bei Vertragsschluß". Dieser ist hier "online" erfolgt, so daß der Käufer zur Zahlung des Kaufpreises und zur Abnahme des Wagens verpflichtet war. Aus der Geldübergabe läßt sich daher m. E. nichts zu Ihren Gunsten herleiten.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Trettin
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

Bochum

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