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Privatdarlehen - Verjährungsfrist 30 oder 3 Jahre?


05.10.2017 18:04 |
Preis: 60,00 € |

Kredite


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Hallo,

ich hätte eine Frage in Sachen privates Darlehen und Rückzahlung / Verjährung.

1.) Am 01.03.1999 hatten meine Verlobte und ich uns bei meinem damaligen Schwiegervater in Spee ein privates Darlehen geben lassen. Hierzu wurde eine schriftliche Rückzahlungsvereinbarung getroffen mit dem Wortlaut:

„Herr XXX erklärt sich bereit Herrn XXX eine Kreditsumme in Höhe von DM 25.000 bis spätestens 01.03.2000 vorzustrecken. Hierbei werden Rechnungen (wie in Kopie vorliegend) in Höhe von DM 10.811 direkt durch Herrn XXX beglichen und in der Summe des Überweisungsbetrages an Herrn XXX abgezogen. Mit dem überwiesenen Betrag bezahlt Herr XXX und Frau XXX (nicht im Text, nur zur Verdeutlichung!!! die Tochter des Darlehensgebers und Verlobte des Darlehensnehmers) weitere Kreditoren wie Mietrückstand privat, Mietrückstand Büro, Umsatzsteuerrückstand sowie Rückzahlung von Dispokredit der Frau XXX (nicht im Text, nur zur Info: Tochter des Darlehensgebers)
Datum und Unterschrift"

2.) Als weiteren Kredit hat die damalige Schwiegermutter in Spee und Mutter der damals Verlobten Frau uns nochmal DM 10.000 ohne schriftliche Vereinbarung im April 1999 für Schulden ausgehändigt. Als Zeuge für die Geldübergabe wird natürlich jetzt meine Exfrau, die Tochter genannt!

Seitdem wurde das Geld niemals weder mündlich noch schriftlich wieder zurückgefordert und es sind keinerlei Zahlungen entsprechend geflossen.

Nun ist die Ehe gescheitert und gerade geschieden und schon erhalte ich ein Schreiben eines Anwalts in welchem diese beiden Summen umgerechnet in Euro nun zur sofortigen Rückzahlung an die Ex-Schwiegereltern aus gesundheitlicher Not inkl. der Anwaltskosten eingefordert werden und ich auf das Anwaltskonto überweisen soll. Anzumerken gilt, dass ich bei der Scheidung etwa ¾ unseres Vermögens an meine Exfrau gegeben habe und brav natürlich meinen Kindesunterhalt bezahle!

Nun zu meinen Fragen:

1.) Liegt hier keine Verjährung vor? Die Kreditvergabe fand gerade da statt wo es sich darum streitet ob noch die 30-jährige Frist oder die neue Frist von 3 Jahren gilt. Dazu kommt eine Hemmzeit?
2.) Ist der erste Fall gleich dem zweiten oder sieht es bei so einer mündlichen Absprache trotz der Tochter als Zeugin anders aus?
3.) Müsste nicht auch die Tochter, meine Exfrau, die ebenso davon partizipierte die Hälfte tragen, also so dass nur die Hälfte von mir gefordert werden kann?
4.) Wenn doch herauskommt, dass ich die Summen bezahlen müsste: Kann man sich hier in der regel vergleichen durch einen Anwalt, schlimmstenfalls im Gericht?
5.) Kann man auch eine Ratenvereinbarung treffen?

Wenn möglich bitte ich hierzu auch um die passenden Paragraphen oder Urteile um ein gutes Antwortschreiben verfassen zu können.

Eine letzte Anmerkung. Wir haben dann im September 2000 geheiratet und uns 2017 scheiden lassen.

Danke für eine Hilfestellung, weil mich diese Forderung ebenfalls in eine Notsituation bringen würde.

05.10.2017 | 18:32

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.

Die Verjährung beträgt 3 Jahre und bestimmt sich danach, wann der Rückzahlungsanspruch fällig geworden ist. Nach Ihrer Schilderung wurde dazu nichts vereinbart, so dass der Anspruch erst mit der Kündigung des Darlehens entstanden ist und somit die Verjährung erst ab diesem Zeitpunkt angefangen hat zu laufen. Ich halte die Forderung daher nicht für verjährt.

2.

Der zweite Fall ist nicht anders zu behandeln. Sie haben das Geld als Kredit erhalten, ein Rückzahlungstermin wurde nicht vereinbart. Also wird der Rückzahlungsanspruch erst mit der Kündigung des Darlehens fällig und ist also noch nicht verjährt.

3.

Wenn Sie die Darlehen gemeinsam erhalten haben, sind Sie Gesamtschuldner. Das bedeutet, dass sich der Gläubiger aussuchen kann, von wem er das Geld zurückfordert. Im Innenverhältnis können Sie freilich einen Ausgleichsanspruch gegen Ihre Ex-Frau haben. Das wäre zu prüfen.

4. und 5.

Eine vergleichsweise Zahlung, z.B. in Form von Raten, ist Verhandlungssache und hängt davon ab, ob die Gegenseite vergleichsbereit ist und welche Konditionen man Ihnen einräumt. Einen Anspruch auf eine Ratenzahlungsvereinbarung haben Sie nicht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Andreas Schwartmann

Nachfrage vom Fragesteller 06.10.2017 | 09:52

Sehr geehrter Herr Schwartmann,
vielen dank für ihre überaus schnelle und kompetente Rückantwort.

Was mich dahingehend jedoch interessieren würde ist, fängt die Verjährungsfrist nicht mit dem schriftlich vereinbarten Rückzahlungsdatum an? Sprich: Wir hätten bis 01.03.2000 das Darlehen zurückzahlen sollen. Was jedoch nicht geschehen ist. Gilt das nicht als Ende bzw. Kündigung?

mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.10.2017 | 17:25

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Ich hatte den Text so verstanden, dass die Zurverfügungstellung des Darlehens bis zum 1.3.2000 zu erfolgen hatte, nicht die Rückzahlung. Wenn aber das Darlehen bis zum 1.3.2000 zurückzuzahlen war, wäre der Anspruch in der Tat mittlerweile verjährt. Darauf sollten Sie sich dann ausdrücklich berufen.

ANTWORT VON

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