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Potenziellen Betrüger abwimmeln


03.06.2017 12:45 |
Preis: 30,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo!

In unserem Onlineshop hat jemand gestern Morgen eine Bestellung getätigt und einen teuren Gegenstand per Vorkasse gekauft. Man kann bei uns nur per Vorkasse (innerhalb von 7 Tagen bezahlbar), Kreditkarte, Paypal und Nachnahme bestellen. Jetzt schrieb derjenige in das Anmerkungsfeld im Warenkorbfeld: "KÖNNTEN SIE BITTE PER RECHNUNG SCHICKEN DA ICH ZUR ZEIT IM KRANKENHAUS BIN".

Da der gekaufte Gegenstand einen seeeehr hohen Wert hat und per Dropshipping versendet wird, haben der Dropshipper und wir Zweifel, ob es sich nicht um einen Betrüger handelt.

Wie wäre hier die korrekte Vorgehensweise?

1. Einfach ignorieren und nach 7 Tagen die Bestellung shopseitig stornieren, falls bis dahin kein Geld eingetroffen wäre?

Oder:

2. Ihm schreiben, dass wir keinen Kauf auf Rechnung anbieten und ihm anbieten, vom Kauf zurückzutreten?

Wir befürchten, dass derjenige alle Register ziehen könnte, von Schadensersatzansprüchen bis zu Dingen wie: "Habe ich bezahlt und nicht erhalten."

Kommt denn eigentlich mit einer automatisierten Bestellbestätigungsemail seitens unserer shopsoftware ein Kaufvertrag überhaupt zustande oder erst mit Geldeingang?

Vielen Dank für eure Hilfe!

Viele Grüße

Tanja
03.06.2017 | 13:24

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Eine automatisierte E-Mail, die lediglich den Bestelleingang bestätigt, reicht in der Regel nicht für den Abschluss eines Kaufvertrages aus. Der Kaufvertrag käme dann erst mit einer Auftragsbestätigung oder dem Versenden der Ware zustande. Idealerweise sollte dieser Punkt explizit in Ihren AGB geregelt werden.

In Ihrem Fall käme noch hinzu, dass der potentielle Käufer eine vom Bestellvorgang abweichende Zahlungsmöglichkeit wünscht und daher eine automatische Bestätigung ins Leere laufen würde.

Im Sinne der Kundenfreundlichkeit (da ja nicht zwingend feststeht, dass es sich um einen Betrüger handelt - auch wenn ich Ihre Bedenken durchaus für nachvollziehbar halte), würde ich zu Alternative 2 tendieren. Teilen Sie dem Kunden mit, dass Sie keinen Kauf auf Rechnung anbieten und die Bestellung daher stornieren müssen, falls innerhalb von 7 Tagen kein Geld eintreffen sollte.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

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