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Wiederholte Augenentzündung. Kann ich das Pferd noch zurückgeben?


20.10.2006 11:22 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas M. Boukai


| in unter 1 Stunde

Ich habe im Juli 2005 ein Pferd für 3.500 € von einem Bauern gekauft. Wie sich rausstellte hat das Pferd eine periodische Augenentzündung. Die erste Entzündung trat vor ca. 6 Monaten auf. Der Bauer bestätigte mir mündlich, dass das Pferd die Entzündung bei ihm auch schon mal hatte. Seit 2 Tagen ist die Entzündung wieder da.

Kann ich das Pferd noch zurückgeben?
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 99 weitere Antworten zum Thema:
20.10.2006 | 11:52

Antwort

von

Rechtsanwalt Andreas M. Boukai
160 Bewertungen
Sehr geehrte(r) Fragensteller(in).

Aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Auch wenn Tiere keine Sachen im Sinne des BGB sind, so gelten doch für Sie auch die Vorschriften für Sachen.
Ich gehe beim Verkäufer von einem Unternehmer aus, so dass ein Verbrauchsgüterkauf (Unternehmer – Verbraucher) vorliegen dürfte.
Demnach ist ein Ausschluss der gesetzlichen Gewährleistung bei Vertragsschluss nicht, lediglich eine Verkürzung von zwei auf ein Jahr möglich.

Sofern Ihr Pferd einen Sachmangel hat haben Sie Anspruch aus den Sachmängelrechten.
Der Verkäufer hat zunächst das Recht auf zweite Andienung, d.h. Nachbesserung (Beseitigung des Mangels etwa durch Behandlung beim Tierarzt).
Die notwendigen Aufwendungen hat der Verkäufer zu tragen.

Ist die Nacherfüllung fehlgeschlagen (nach dem zweiten erfolglosen Versuch) oder verweigert der Verkäufer diese so können Sie direkt vom Vertrag zurücktreten, Schadenersatz verlangen oder mindern.

Ob nun eine Augenentzündung einen Mangel darstellt ist fraglich. Dies wäre der Fall wenn das Pferd bereits beim Kauf an einem die Augenentzündung hervorrufenden Mangel gelitten hat. Die Augenentzündung an sich ist ja erst nach dem Kauf aufgetreten. Klären Sie dies doch einmal mit Ihrem Tierarzt ab. Da bereits mehr als sechs Monate seit dem Kauf vergangen sind greift die Beweislastumkehr aus dem Verbrauchsgüterkauf nicht mehr. Sie wären hier für das vorliegen eines Mangels (der etwa für die Augenentzündung ursächlich ist) bei Vertragsschluss beweispflichtig.

Ich hoffe Ihre Fragen zufrieden stellend beantwortet zu haben.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf Ihren Angaben beruht und sich die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes nur bei Kenntnis aller Details der Sache vollumfänglich und sicher treffen lässt.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -


ANTWORT VON
Rechtsanwalt Andreas M. Boukai
Augsburg

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