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Pfändungsfreibetrag


18.07.2005 23:29 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt MBA Marcus Schröter






34 Leser online / 7 Anwälte online /

Angemeldet als astmanu Menü Startseite Frage stellen Hilfe








Guten Tag , ich habe folgendes Anliegen: ich befinde mich aktuell in der Eröffnung einer Privatinsolvenz.Bin geschieden seit 2/04.Z.zt. lebe ich von unregelmäßigen Unterhaltszahlungen meines Exmannes und ALG II. Bekomme kein Arbeitslosengeld,da ich selbstständig war.Ich habe vier volljährige Kinder mit eigenem Hausstand. 24/23/21/19. Einer ist beim Bund, eine macht eine zweite Ausbildung (kein Kindergeld, da über den Jahresfreibetrag), eine macht Ausbildung(Bafög u. Kindergeld), einer macht Ausbildung (BAB u. Kindergeld). Vom Vater beziehen sie keinen Unterhalt, da er sich weigert. Ich kann nicht wegen ALGII.Nun habe ich evt. Aussicht auf Arbeit mit einem Nettogehalt von ca. 1600 €. Frage: Wie verhält sich dann der Unterhaltsanspruch meiner Kinder mir gegenüber? Gibt es Pauschalbeträge, die in Abzug gebracht werden? Und wenn ja, wie hoch? Ich habe gehört, darüber gäbe es eine Liste. Kann man den Unterhalt auch freiwillig leisten oder geht es nur über eine gerichtliche Geltendmachung? Ist die Pfändungsfreigrenze von 989 € korrekt? Frage: Welche weiteren Abzüge werden bei einer Insolvenz noch anerkannt? Wie verhält es sich mit den Kinderfreibeträgen? Außerdem muß ich auswärtige Personalunterkunft und Personalverpflegung in Anspruch nehmen. Frage: Der Vertragsinhalt meines möglichen künftigen AG enthält eine Klausel, nach der Gehaltspfändungen ausgeschlossen werden. Ist das korrekt? Und falls ja, wie würde sich das bei mir auswirken in diesem Falle? Frage: Im Rahmen der Insolvenz sind noch mehrere schwebende Verfahren anhängig .. wie wirken sich diese bei einem Insolvenzverfahren aus? Sollten diese weiter verfolgt werden durch mich? Frage: Ist der Treuhänder verpflichtet, die Ansprüche der Gläubiger zu prüfen bzw. die Höhe der Forderungen? Frage: Was passiert, wenn sich die Pfändungsfreigrenze oder die abzugsfähigen Möglichkeiten während des Schuldenbereinigungsverfahren ändern? Bekomme ich automatisch Bescheid? Frage: Hat der Treuhänder Zugriff auf mein Konto im Sinne von Zahlungsanweisungen für die Gläubiger? Frage: Können meine Kinder, wenn sie während meines Schuldenbereinigungsverfahren zu mehr Geld kommen,was die Pfändungfreigrenze überschreitet, zusätzlich belangt werden? Oder wird mein Exmann zusätzlich verpflichtet? Für Ihre Antwort vielen Dank















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Eingrenzung vom Fragesteller 18.07.2005 | 23:44
19.07.2005 | 01:03

Antwort

von

Rechtsanwalt MBA Marcus Schröter
838 Bewertungen
Guten Abend,

Ihre Anfrage möchte ich wie folgt beantworten:

I. Sachverhalt
Ich befinde mich aktuell in der Eröffnung einer Privatinsolvenz.
Bin geschieden seit 2/04.Z.zt. lebe ich von unregelmäßigen Unterhaltszahlungen meines Exmannes und ALG II. Bekomme kein Arbeitslosengeld, da ich selbstständig war.
Ich habe vier volljährige Kinder mit eigenem Hausstand. 24/23/21/19. Einer ist beim Bund, eine macht eine zweite Ausbildung (kein Kindergeld, da über den Jahresfreibetrag), eine macht Ausbildung(Bafög u. Kindergeld), einer macht Ausbildung (BAB u. Kindergeld). Vom Vater beziehen sie keinen Unterhalt, da er sich weigert. Ich kann nicht wegen ALGII. Nun habe ich evt. Aussicht auf Arbeit mit einem Nettogehalt von ca. 1600 €. Frage:

II. Fragestellungen

1. Wie verhält sich dann der Unterhaltsanspruch meiner Kinder mir gegenüber?
2. Gibt es Pauschalbeträge, die in Abzug gebracht werden? Und wenn ja, wie hoch? Ich habe gehört, darüber gäbe es eine Liste. Kann man den Unterhalt auch freiwillig leisten oder geht es nur über eine gerichtliche Geltendmachung?

Vorab sehr hilfreich hierzu die Internetseite www.treffpunkteltern.de.

Ansonsten habe ich die Beantwortung Ihrer Frage zusammengefasst, wobei die Berechung des exakten Unterhaltes nicht ohne Schwierigkeiten ist.
Sofern Kinder keine eigenen Einkünfte erzielen, haben sie ein Recht auf Kindesunterhalt §1602 Absatz 1 BGB. Dieser Unterhalt an die minderjährigen und/oder volljährigen Kinder wird in der Regel von den leiblichen Eltern gezahlt.Er setzt sich aus Barunterhalt und Naturalunterhalt zusammen.. Naturalunterhalt leistet der Elternteil bei dem das Kind lebt, durch kochen, seine Betreuung usw. , diese Regelung ändert sich mit der Volljährigkeit .
Der Barunterhalt wird berechnet nach dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen, als Richtschnur für die Festetzung dieses Unterhalts bediehnt sich der Gesetzgeber der Düsseldorfer oder Berliner Tabelle.
Die Düsseldorfer Tabelle nachzuschlagen unter http://www.treffpunkteltern.de/unterhalt/duesseldorfertabelle.php
A. Kindesunterhalt - EURO
(gültig ab dem 01.07.2005)

Alle Beträge in Euro (¤)
Nettoeinkommen Altersstufen in Jahren Vomhundert- Bedarfs
des Barunterhalts- (§ 1612 a Abs. 3 BGB) satz kontroll
pflichtigen betrag
0 - 5 6 - 11 12 - 17 ab 18
1. bis 1300 204 247 291 335 100 770/890
2. 1300 - 1500 219 265 312 359 107 950
3. 1500 - 1700 233 282 332 382 114 1000
4. 1700 - 1900 247 299 353 406 121 1050
5. 1900 - 2100 262 317 373 429 128 1100
6. 2100 - 2300 276 334 393 453 135 1150
7. 2300 - 2500 290 351 414 476 142 1200
8. 2500 - 2800 306 371 437 503 150 1250
9. 2800 - 3200 327 396 466 536 160 1350
10.3200 - 3600 347 420 495 570 170 1450
11.3600 - 4000 368 445 524 603 180 1550
12.4000 - 4400 388 470 553 637 190 1650
13.4400 - 4800 408 494 582 670 200 1750
über 4800 nach den Umständen des Falles


geht von einer vierkopfigen Familie aus, also Unterhalt für drei Personen. Je nachdem ob man mehreren oder wenigeren Personen unterhaltspflichtig ist rückt man in den Tabellen höher.
1 Unterhaltsberechtigter 2 Stufen in der Tabelle höher
2 Unterhaltsberechtigter 1 Stufe in der Tabelle höher
3 Unterhaltsberechtigte bleibt in der Tabelle
4 Unterhaltsberechtigte 1 Stufe runter
5 Unterhaltsberechtigte 2 Stufe runter
natürlich kann man im Mangelfall auch runtergestuft werden .
Es gibt keine allgemeingültige Berechnungsformel, da spielen viele Faktoren eine Rolle. Als erstes errechnet man das bereinigtes Nettoeinkommen. Sprich vom Nettoeinkommen können vor Errechnung des Kindesunterhaltes bestimmte Beträge abgezogen werden bzw. müßen dazugerechnet werden. Hierbei muß man bedenken das die OLG (Oberlandesgerichte ) teilweise recht unterschiedlich entscheiden, was abzugsfähig ist und was nicht.

Zum Einkommen gehören:
Nettoeinkommen inkl Urlaubsgeld, 13. Gehalt
Zuwendungen des Arbeitgebers,
Überstundenvergütungen werden in der Regel dem Einkommen voll zugerechnet, soweit sie berufsüblich sind oder nur in geringem Umfang anfallen

Sozialleistungen, die eine Lohnersatzfunktion haben, die anstelle des ausgefallenen Lohnes treten. Dies sind beispielsweise Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe (idR aber nur beim Unterhalsverpflichteten), Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall, Krankengeld, Renten etc.
Wohnwert, Wohnvorteil durch mietfreies Wohnen im eigenen Haus
Einkünfte aus Vermögen, d.h. die Erträge des Vermögens. Als solche kommen in Betracht Zinsen, Diskonterträge bei Wechselgeschäften, Ausschüttungen von Investmentfonds, Gewinnanteile aus Beteiligungen an Kapitalgesellschaften, Dividenden und Einkünfte aus Wertpapiergeschäften. Auch hier sind im übrigen nur die Nettoerträge zu berücksichtigen.
Pflegegeld nach § 69 lV BSHG ist als Einkommen zu berücksichtigen
Wohngeld ist Einkommen
Einkommensteuererstattungen und -nachzahlungen
Nicht zu berücksichtigen sind in der Regel Sozialhilfe, Kindergeld, Arbeitnehmersparzulagen, freiwillige Leistungen Dritter.
Man berechnet das Jahreseinkommen und teilt durch 12 monate, anders bei Selbstständigen ...... Berechnung des Durchschnittseinkommen der letzten drei Jahre.

Abzüglich
Auch dieses ist abhängig vom jeweiligen OLG Bezirk
- Berufsbedingte Aufwendungen, z.B. Berücksichtigung von Fahrtkosten, die der Gesetzgeber, bei einem Vollbeschäftigtem, mit 5% festlegt, sofern sie die 5% Grenze überschreiten müßen sie nachgewiesen werden.berufsbedingte Aufwendungen sind z.B. Fahrkosten Urteil
Kosten für Pkw (Anschaffungs- und Unterhaltskosten für einen Pkw) Urteil
- Gewerkschaftsbeitrag
- Beiträge zu Berufsverbänden
- Mehrbedarf bei nicht versicherter Behandlung Einem Unterhaltsberechtigten kann krankheitsbedingter Mehrbedarf z. B. für Pflegeaufwand, Kosten für Medikamente, Diätlebensmittel etc. zustehen. Urteil
- Schulden können je nach den Umständen des Einzelfalls (Art, Grund und Zeitpunkt des Entstehens) das anrechenbare Einkommen vermindern.
- Fortbildungskosten
- Kindergarten-/Hortkosten: ja, wenn dadurch eine Berufstätigkeit des betreuenden Elternteils ermöglich wird
- Solidaritätszuschlag
- Sozialversicherungsabgaben:
bei Arbeitnehmern in Höhe des Arbeitnehmeranteils
- bei Selbständigen: vergleichbare Beträge zu privaten Versicherungen bis 20% des Nettoeinkommens
- private Kranken-, Pflege- und Altersvorsorge ist bei der Bedarfsberechnung abzuziehen, soweit die Ausgaben bereits während der Ehe erfolgten
- Versicherungen z.B. Kapital-Lebensversicherung:
a) bei Arbeitnehmern: nein, Ausnahmen: (1) die Lebensversicherung bestand schon während der Ehe, (2) der Arbeitnehmer verdient über die Beitragsbemessungsgrenze
b) bei Selbständigen bis zur Höhe von 20% des Einkommens, wenn keine andere Altersvorsorge betrieben wird

Bedarfskontrollbetrages: Der Bedarfskontrollbetrag dient einer gerechten Verteilung des Einkommens zwischen dem Unterhaltspflichtigen und den Unterhaltsberechtigten. Bleiben dem Unterhaltspflichtigen nach Abzug des Kindesunterhalts und nach Abzug des Ehegattenunterhalts weniger übrig als der Bedarfskontrollbetrag, so ist der Kindesunterhalt einer niedrigeren Stufe zu entnehmen, bei welcher der Bedarfskontrollbetrag nicht unterschritten wird.

Selbstbehalt ist das was nach Zahlung der gesammten Unterhaltsforderungen dem Unterhaltspflichtigem zum Leben bleiben muß.

Eigene Einkünfte des Kindes (z.B. Ausbildungsvergütung) werden angerechnet. Dazu wird die um den ausbildungsbedingten Mehrbedarf von 85,- EURO gekürzte Ausbildungsvergütung zur Hälfte von dem Bedarf (Tabellensatz) des minderjährigen Kindes abgezogen. Die andere Hälfte dient zur Entlastung des versorgenden Elternteils.
Mit Vollendung des 18. Lebensjahres erlischt das elterliche Sorgerecht, d.h. beide Eltern sind ab sofort barunterhaltspflichtig und zwar bis zum Ende eines ersten berufsqualifizierenden Abschluss.
Das volljährige Kind muss also jetzt selbst für die Durchsetzung seiner Unterhaltsansprüche sorgen. Mag die Mutter das Unterhaltsgeld noch so dringend für den gemeinsamen Haushalt benötigen- ihr Konto bleibt leer, wenn Kind und Vater eine andere Zahlungsweise vereinbaren, z.B. auf das Konto des Kindes.
Das Kind kann allerdings dem Elternteil, bei dem es lebt, auch erlauben, weiterhin seine Rechte gegenüber dem anderen Elternteil wahrzunehmen. (Vollmacht).
Auf der einen Seite gehen zwar Gesetz und die Unterhaltstabellen davon aus, dass mit dem 18. Lebensjahr die Bedürfnisse des jungen Menschen steigen, was sich insbesondere dann auswirkt, wenn der Jugendliche aus dem Haushalt der Eltern auszieht und einen eigenen Hausstand begründet. Auf der anderen Seite verschlechtert sich die finanzielle Situation des Jugendlichen unter Umständen.
Minderjährige Kinder sind ihm gegenüber privilegiert (Ausnahme priviligierte Volljährige), hat er eigenes, in der Regel durch Verwandte angespartes Vermögen, so hat er dieses Vermögen vorrangig zur Deckung seines Lebensbedarf einzusetzen, auch sittliches Fehlverhalten kann ihm nunmehr entgegengehalten werden.
Mit steigendem Alter wachsen auch die Anforderungen an das Kind, seinen Unterhalt durch eigene Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise selbst zu decken.

Unterhaltsansprüche
privilegierte volljährige Kindern (§ 1603 Abs.2 S.2 BGB)

Vorraussetzungen dafür:
· bis 21 Jahre und
· befindet sich noch in einer allgemeinen Schulausbildung und
· sie leben im Haushalte der Eltern oder eines Elternteils und
· unverheiratet sind

Der Unterhalt für volljährige Kinder, die noch im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils wohnen, richtet sich nach der 4. Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle. Ihr Bedarf bemisst sich, falls beide Eltern leistungsfähig sind, in der Regel nach dem zusammengerechneten Einkommen beider Eltern ohne Höhergruppierung (wegen mehr oder weniger Unterhaltsberechtigter) der Düsseldorfer Tabelle. Ein Elternteil hat jedoch höchstens den Unterhalt zu leisten, der sich allein nach seinem Einkommen ergibt. OLG-Düsseldorf, je nach OLG können hier Abweichungen sein.
Auszubildender, im Haushalt mindestens eines Elternteils lebend.

Anrechnung der Ausbildungsvergütung abzüglich 85 Euro für ausbildungs- bzw. berufsbedingte Aufwendungen(Fahrkosten, Bücher usw.). Eigenes Einkommen des volljährigen Kindes wird, bereinigt um eventuelle Aufwendungen, in vollem Umfang auf den Bedarf abgerechnet. Zu den Einkünften des Kindes gehören auch BAföG-Darlehen und Ausbildungsbeihilfen, hier aber ohne Berücksichtigung der 85 Euro Aufwendungen.

Unterhaltsbedarf eines volljährigen Kindes, Auszubildender/Schüler/Student, das nicht mehr bei seinen Eltern lebt = 600,- EURO (OLG-abhängig).
Das Kindergeld ist an Volljährige auszuzahlen und wird in voller Höhe auf den Bedarf angerechnet!!!
Dabei wird die Barunterhaltspflicht nicht hälftig, sondern anteilig nach Leistungsfähigkeit zwischen den Eltern verteilt. Da kein Betreuungsunterhalt mehr geleistet werden kann, ist beim volljährigen Kind die Barunterhaltspflicht auf beide Eltern zu verteilen.

Vor der Ermittlung der Haftungsquoten der Eltern sind von deren Einkommen zunächst die
für ihren eigenen Unterhalt erforderlichen Beträge (angemessener Selbstbehalt) abzuziehen. (BGH, FamRZ1986, 151 und 153)
alte Bundesländer neue Bundesländer

Selbstbehalt gegenüber erwerbstätig ohne Anstellung erwerbstätig ohne Anstellung
Kindern (minderjährig/privilegiert) 840 730 775 675
Kinder (volljährig) 1000 890 925 825

Die Barunterhaltspflichten gegenüber minderjährigen Kindern sind auch vorweg abzuziehen. Hiervon kann im Einzelfall abgesehen werden, wenn der Vorwegabzug zu einem unbilligen Ergebnis führt wie z.B. bei der Berücksichtigung nicht gemeinsamer minderjähriger Kinder.

Beispielrechnung:
19 jähriger Schüler, keine eigenen Einkünfte, lebt bei der Mutter
Nettoeinkommen beider Elternteile
Vater 2100 EURO
Mutter 1950 EURO
zusammen 4050 Euro
nach der Düsseldorfer Tabelle wäre ein Unterhalt von 622,- EURO zu zahlen, abzüglich 154,- Euro Kindergeld = 468,- Euro.
Von dem Nettoeinkommen der Eltern den Selbstbehalt abziehen
Vater 2100 EURO - 840 EURO = 1260 EURO
Mutter 1950 EURO - 840 EURO = 1110 EURO
zusammengerechnet ergibt sich 2370 EURO.
Die Eltern haften also für den Unterhalt i.H.v. 468,- EURO
im Verhältnis Vater 1260,-EURO zur Mutter 1110,- EURO.
der Vater zahlt 1260 : 2370 x 468,- EURO = 249,- EURO,
die Mutter zahlt 1110 : 2370 x 468,- EURO = 219,- EURO.

Anzurechnen ist

· Der Unterhalt enthält keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, diese müssen die Eltern zusätzlich zahlen oder das Kind bei sich mitversichern.
· BAföG-Leistungen mindern im allgemeinen auch dann die Bedürftigkeit des Kindes, wenn sie lediglich darlehensweise gewährt werden (BGH, FamRZ 1985,916)
· Hat er eigenes, in der Regel durch Verwandte angespartes Vermögen, so hat er dieses Vermögen vorrangig zur Deckung seines Lebensbedarf einzusetzen ( § 1602 Abs. 2 BGB)
· Wehr- und Ersatzdienst: Leistet das volljährige Kinder seinen Wehr- oder Ersatzdienst ab, besteht in dieser Zeit in der Regel kein Unterhaltsanspruch.

Kindergeld
Anspruch auf Kindergeld besteht auch über das 18. Lebensjahr hinaus.
Wenn sich das Kind in der Ausbildung befindet und sein Jahreseinkommen die Summe von 7.188 Euro nicht überschreitet, wird bis zum 27. Lebensjahr Unterhalt gezahlt; in Einzelfällen auch länger.
Das Kindergeld wird auf die Unterhaltssumme angerechnet. § 1612 b, 1612 c BGB
Auszahlung an Kinder, andere Personen oder Behörden
Wenn der Berechtigte seinem Kind, trotz bestehender Verpflichtung (Unterhaltstitel o.ä.),nachhaltig keinen Unterhalt leistet bzw. nur unregelmäßig, kann die Familienkasse
das auf dieses Kind entfallende Kindergeld auf Verlangen an das (volljährige) Kind selbst oder an diejenige Person oder Behörde auszahlen (abzweigen), die dem Kind tatsächlich Unterhalt laufend gewährt.
Das Kindergeld kann auch dann abgezweigt werden, wenn der Berechtigte seiner Unterhaltspflicht mit einem geringeren Betrag als dem anteiligen Kindergeld nachkommt.
Eine Abzweigung ist außerdem möglich, wenn wegen fehlender Leistungsfähigkeit dem Kind kein Unterhalt gezahlt werden kann.
Der Berechtigte erhält vor der Abzweigung seines Kindergeldes Gelegenheit, sich zu dem Auszahlungsantrag zu äußern.
Die Broschüre "Ehe- und Familienrecht" liefert auch Informationen zum Unterhaltsrecht. Schriftlich zu bestellen beim:
Bundesministerium der Justiz
Referat für Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit; Politische Kontakte
11015 Berlin
oder Website

3. Ist die Pfändungsfreigrenze von 989 € korrekt?
Unterhaltspflicht für Pfändungsfreigrenze im Monat
Anzahl Personen Nettolohn in Euro
0 929,99 €
1 1.279,99 €
2 1.479,99 €
3 1.669,99 €
4 1.869,99 €
5 und mehr 2.069,99 €

4. Welche weiteren Abzüge werden bei einer Insolvenz noch anerkannt?
Insbesondere können Aufwendungen, die für die Ausübung des Berufes erforderlich sind, in Abzug gebracht werden. Dies ist der Treuhänderin darzulegen.

5. Wie verhält es sich mit den Kinderfreibeträgen? Außerdem muß ich auswärtige Personalunterkunft und Personalverpflegung in Anspruch nehmen.
Kinderfreibeträge oder Kindergeld fließt nicht in den Pfändungsbetrag hinein. Hinsichtlich der Unterkunft und Verpflegung sollten Sie diese gegenüber der Treuhänderin in der Privatinsolvenz detailliert darlegen, damit diese von dem Nettoeinkommen, was für die Pfändungsgrenze maßgebend ist, abgezogen werden können.

6. Der Vertragsinhalt meines möglichen künftigen AG enthält eine Klausel, nach der Gehaltspfändungen ausgeschlossen werden. Ist das korrekt? Und falls ja, wie würde sich das bei mir auswirken in diesem Falle?
Eine Pfändung kann durch solch eine Klausel in dem Vertrag nicht ausgeschlossen werden. Jedoch werden Sie voraussichtlich mit Ihrem Einkommen nicht die Pfändungsfreigrenze überschreiten.

7. Frage: Im Rahmen der Insolvenz sind noch mehrere schwebende Verfahren anhängig .. wie wirken sich diese bei einem Insolvenzverfahren aus? Sollten diese weiter verfolgt werden durch mich?
Vereinfacht dargelegt: Die betreffenden Gläubiger werden Ihre Forderungen bei dem Treuhänder anmelden. Der Treuhänder wird dann nach eine Prüfung die berechtigten Forderung feststellen und im Rahmen einer Schlussverteilung bestehendes Vermögen, soweit es bei Ihnen eingezogen/gepfändet wurde, verteilen. So wie sich Ihr Fall hier darstellt, werden die Gläubiger wohl leer ausgehen, außer Ihr Gehalt steigt an oder Ihre Kinder werden alle im Laufe der Zeit berufstätig, Sie erben während des Insolventverfahrens oder erzielen einen Lottogewinn. Hinsichtlich des genauen Ablaufes des Privatinsolvenzverfahrens wird Ihnen aber die zuständige Beratungsstelle ausführliche Informationen geben können.

8.Frage: Ist der Treuhänder verpflichtet, die Ansprüche der Gläubiger zu prüfen bzw. die Höhe der Forderungen? Ja, erhaftet hierfür.

9. Was passiert, wenn sich die Pfändungsfreigrenze oder die abzugsfähigen Möglichkeiten während des Schuldenbereinigungsverfahren ändern? Bekomme ich automatisch Bescheid? Ja der Treuhänder wird über Ihr Gehalt informiert, sei es durch Sie freiwillig oder durch die Drittschuldnererklärung/Pfändung bei Ihrem Arbeitsgeber. Soweit ein Teil Ihres Gehaltes wahrend des Insolvenzverfahrens pfändbar sein sollte, sollten Sie mit dem Treuhänder vereinbaren, dass Sie den pfändbaren Teil selbst an den Treuhänder abführen. Dies erspart in Unannehmlichkeiten bei Ihrem Arbeitgeber und ist auch für den Treuhänder einfacher.

10. Frage: Hat der Treuhänder Zugriff auf mein Konto im Sinne von Zahlungsanweisungen für die Gläubiger?
Der Treuhänder kann Ihr Konto pfänden. Hier sollten Sie mit dem Treuhänder versuchen eine gesunde Basis zu schaffen, dass solche Zwangsmaßnahmen entbehrlich sind. D.h. Angaben über Einkommen etc. dem Treuhänder mitteilen, Gehaltsnachweise in Kopie zukommen lassen. Dann sind auch Pfändungen entbehrlich. Hinsichtlich der Zahlung an die Gläubiger werden diese von einem Treuhandkonto des Treuhänders veranlasst und nicht von Ihrem Konto. Dies jedoch nur soweit bei Ihnen pfändbare Beträge vorhanden sind. Ist dies nicht der Fall, kann auch keine Zahlung an die Gläubiger erfolgen.

11. Frage: Können meine Kinder, wenn sie während meines Schuldenbereinigungsverfahren zu mehr Geld kommen, was die Pfändungsfreigrenze überschreitet, zusätzlich belangt werden? Oder wird mein Exmann zusätzlich verpflichtet?
Grundsätzlich ist Ihr Ehemann zum Unterhalt verpflichtet und die Erfolgsaussichten einer Klage durch Sie oder Ihre Kinder sollte hier umgehend anwaltlich geprüft werden. Hierzu sollten Sie anwaltlichen Rat bei einem Kollegen vor Ort in Anspruch nehmen. Ihre Kinder können im Rahmen Ihrer Privatinsolvenz nicht belangt werden. Allerdings kann das Einkommen Ihrer Kinder, den Pfändungsfreibetrag nach unten reduzieren. Dies ist allerdings Einzelfallabhängig.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Antworten geholfen zu haben und stehe Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion zur Verfügung.

Ich bitte hierbei zu beachten, dass die Beantwortung von 11 Fragen bei einem ausgesetzten Honorar von € 25, wobei hier noch Abzüge von € 3,75 abzuziehen sind, nicht die Regel ist. Ausgehend von Ihrer unterstellten angespannten finanziellen Situation, ist die Beantwortung derart vieler Fragen eine Ausnahme, was ich entsprechend zu würdigen bitte. Zudem bitte ich die hierauf folgend Lastschrift entsprechend einzuplanen, da eine Rückgabe dieser für alle Beteiligten unangenehm wäre und mit entsprechenden Konsequenzen verbunden ist.

Ich wünsche Ihnen bei der Privatinsolvenz viel Erfolg und Durchhaltevermögen.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt


MBA Marcus Schröter, Rechtsanwalt

ANTWORT VON
Rechtsanwalt MBA Marcus Schröter
Bad Nauheim

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