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Permanente Sperrung eines Online-Spielaccounts (Diablo 3)


| 21.12.2012 17:04 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

vor kurzem wurde mir mein Diablo 3 Account aufgrund von Verletzung der Nutzungsrechtlinien gesperrt. Durch den Kontakt mit dem Support und der Beschwerdestelle, stellte sich heraus, dass mein Account in einem Vorfall verwickelt war, in dem sogenannte Verwendung eines Botsprogrammes festgestellt wurde.

- Diablo 3 Nutzungsrechtlinien ( http://eu.blizzard.com/de-de/company/legal/d3_eula.html )
- Bei dem Spiel handelt sich um einen digitalen Download ( das Spiel wurde in meinem Fall durch die Verlängerung meines World of Warcraft Accounts als Prämie gut geschrieben )

Bei Diablo 3 gibt es keine monatlichen Grundgebühren. Der Kunde erhält beim Kauf eine Nutzungslizenz.

Ca. 4 - 5 Wochen vor der Sperrung habe ich wieder neu angefangen dieses Spiel zu spielen. Generell bin ich seit knapp 6 1/2 Jahren Kunde bei bei Blizzard ( World of Warcraft). In dieser Zeit gab es keine Vorfälle, noch habe ich in dieser Zeit Accounts verloren oder wurde wegen irgendwelchen Aktivitäten gesperrt.

Bei ungewöhnlichen Vorfällen ( zum Beispiel, wenn ein Zugriff über eine aussergewöhnliche IP-Adresse stattgefunden hat ) wurde ich durch eine Mail informiert und der Account sicherheitshalber gesperrt.

Mit dem Diablo 3 Account wurde kein Geld verdient, vielmehr habe ich in dieser Zeit knapp 150€ für Gold und Ausrüstungsgegenstände im spieleigenem Echtgeldauktionshaus ausgegeben. Meine Onlinezeit war nicht sonderlich hoch, varrierte aber ein wenig aufgrund von meiner Gleitzeit.

Ich persönlich habe in dieser Zeit keine Drittanbieterprogramme verwendet. Der Zugriff auf meinen PC ist nur mir möglich ( wohne derzeit alleine ), dazu ist mein Account durch einen mobilen Authentifikator geschützt. Das Passwort für den Account ist nur mir bekannt.

Nach eigenen Recherchen auf Diablo-3-Seiten gab es letzte Woche eine erste Welle der Accountschliessungen. Ich war davon nicht betroffen. Diese Woche gab es wieder eine und mein Account wurde geschlossen. Ich bin mir hier keiner Schuld bewusst, denn ich habe definitiv in dieser und keiner anderen Zeitspanne Bots oder andere Programme laufen lassen.

Ich habe meinen Rechner auf Infektionen oder Spy- oder Trojaner, so gut ich eben konnte - untersucht und habe nichts verdächtiges finden können. Auch mein Hilfegesuch beim Kundensupport, wonach ich suchen soll, blieb jedes Mal unbeantwortet.

Da ich persönlich definitiv keine Programme verwendet habe, habe ich die Befürchtung, dass sich entweder jemand mit meinem Rechner verbunden hat oder dass es sich bei der Accountschliessung um einen Irrtum handelt. Ich vermute jedoch mehr, dass mein Rechner oder mein Account kompromitiert wurden, zumal sich direkt neben meiner Wohnung ein Internetcafe befindet. Die Auswertung meiner Fritz.Box zeigt auch, dass es viele Verbindungsversuche von ausserhalb gegeben hat. Da ich aber - nach meinem Ermessen - alles getan habe um meinen Rechner zu schützen (als sicher geltende WLAN Verschlüsselung, Authentificator, etc) weiss ich nun nicht, wie ich weiter vorgehen soll.

Deshalb meine Frage:

1) Welche Möglichkeiten habe ich
a) gegen die Sperrung vorzugehen
b) die Sperrung aufzuheben
c) die Sperrung teilweise aufzuheben

Mit freundlichem Gruss

Folgende E-Mail erhielt ich einige Zeit nach der Accountschliessung:

---------------------------------------------
Hallo!

* * * PERMANENTE ACCOUNTSCHLIEßUNG * * *

Ein Nutzer des Accounts war kürzlich in einen Vorfall verwickelt, der vom Blizzard-Kundendienst als für Diablo III unangemessen eingestuft wurde. Diese Entscheidung wurde nach einer gründlichen Untersuchung gefällt. Obschon wir aus Gründen des Datenschutzes nicht in der Lage sind, das Ergebnis unserer Untersuchung zu erläutern, möchten wir versichern, dass der Zwischenfall gründlich geprüft wurde und wir angemessene Konsequenzen verhängt haben.

Getroffene Maßnahme: Accountschließung
Verstoß: Unerlaubte Drittanbieter Programme (Third Party Software)

Ein Drittanbieter Programm ist eine Datei oder ein Programm, das nicht Teil der Clientsoftware von Diablo III ist, aber benutzt wird, um einen Vorteil im Spiel zu erlangen. Dies beinhaltet alle Programme, die Informationen aus dem Spiel beziehen, die einem normalen Spieler nicht zugänglich sind, oder Spieldateien verändern bzw. übertragen. Jede externe Anwendung, die in Verbindung mit Diablo III genutzt wird, kann einige unerwünschte Nebeneffekte verursachen. Eine der möglichen Folgen der Benutzung von Drittanbieter Programmen ist Instabilität des Spieles, die zu häufigen Spielabstürzen führen kann. Externe Programme können außerdem dazu benutzt werden Viren, Spyware und andere ungewollte Programme auf den Computer des Spielers zu übertragen. Drittanbieter Programme können zusätzlich dazu benutzt werden, Informationen auf dem Computer des Spielers wie Account-, Passwort- und private Informationen, auszuspähen.

Dieser Diablo-III-Account wurde aufgrund der im Rahmen einer Untersuchung aufgedeckten Regelverstöße gemäß unserer Nutzungsbestimmungen (http://eu.battle.net/support/de/article/diablo-iii-account-penalties-policy) vom Kundendienst dauerhaft gesperrt. Jegliche offenen Gebote oder Auktionen auf dem Account wurden abgebrochen. Etwaige offene Gebote werden Ihrer ursprünglich gewählten Zahlungsmethode gutgeschrieben. Es kann je nach Erreichbarkeit Ihres Geldinstituts 5-10 Tage dauern, bis die Summe überwiesen wurde. Gebote oder Auktionen, die vor Schließung des Accounts abgeschlossen wurden, werden weder ersetzt noch aufgehoben.

Von diesem Zeitpunkt an werden dieser D3-Account und jegliche damit verknüpften Helden oder Gegenstände nicht länger zur Verfügung stehen. Ihre einzige Möglichkeit, Diablo III wieder spielen zu können, besteht im Kauf einer neuen Lizenz oder in dem Versuch, Ihren alten Account über ein Berufungsverfahren wieder freischalten zu lassen. Aufgrund unserer Sorgfältigkeit bei den Untersuchungen sowie der Verhängung von Strafen in dieser Größenordnung ist eine Aufhebung der permanenten Accountsperre unwahrscheinlich, aber dennoch empfehlen wir, mit dem Kauf einer neuen Spiellizenz zu warten, bis der Berufungsvorgang abgeschlossen wurde. Falls Sie Ihrem Battle.net-Account eine neue Lizenz für Diablo III hinzufügen, wird diese den alten D3-Account überschreiben. Helden oder Gegenstände von Ihrem alten Account bleiben verlustig.

Jegliche Einsprüche oder Fragen im Bezug auf diese Maßnahme können an unser Support-Team gerichtet werden. Ein Webticket können Sie unter folgender Adresse erstellen:
https://eu.battle.net/support/de/ticket/submit

Wir können verstehen, dass diese Richtlinien hart erscheinen können, doch bestehen sie zum Schutz des Spielerlebnisses jedes Spielers während seines gesamten Aufenthalts im Battle.net. Wir danken für Ihr Verständnis.

Gruß

Blizzard Entertainment
Kundendienst
http://eu.battle.net/support/de/
-------------------

--------
Sehr geehrter Herr XXX,

Vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrem Problem an uns gewandt haben.
Zuerst möchte ich mich für die lange Reaktionszeit entschuldigen, derzeit haben wir eine erhöhte Anzahl von Zuschriften zu bearbeiten. Wir entschuldigen uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten.

Ich kann verstehen, dass die von uns mitgeteilten Informationen nicht zufriedenstellend sind. Bitte lassen Sie mich jedoch versichern, dass jede Accountstrafe und insbesondere Accountschließungen von uns mehrmals geprüft werden. Dies ist auch in Ihrem Fall geschehen und ich kann leider nur bestätigen, dass wir ausreichend Beweise für die Nutzung eines Botprogramms in Zusammenhang mit Ihrem Account gefunden haben.
Wir geben darüberhinaus keine weiteren Informationen preis um unsere Untersuchungsmethoden nicht zu kompromittieren. Ich hoffe auf Ihr Verständnis dahingehend und wünsche Ihnen trotz der Umstände eine besinnliche Weihnachtszeit.
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Sehr geehrter Ratsuchender,
vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Fragen zusammenfassend wie folgt beantworten:

Wie Ihnen das Support-Team ja geschrieben hat sollten Sie auf jeden Fall das sog. Berufungsverfahren durchführen, eventuell schon mit Hilfe eines im Gamingrechts versierten Rechtsanwalts, da es in dem Bereich bisher nur sehr wenige Rechtsstreitigkeiten und kaum Urteile gibt.

Das AG Charlottenburg hat mit Urteil vom 9.5.2012, Az.: 208 C 42/11 einer Spieleplattform wegen der Nutzung von Botsoftware das Recht zur fristlosen Kündigung eingeräumt. Das Gericht urteilte:

„Der Beklagten ist das Festhalten am Vertrag nicht zumutbar. Denn die mit Botusing einhergehende Umgehung von kostenpflichtigen Diensten stört das ausbalancierte Spielgefüge, das nur bei regelkonformen Verhalten der Spielteilnehmer funktioniert; sie birgt die Gefahr, dass andere, ehrliche und für die Zusatzleistungen zahlende Nutzer vertrieben werden, was wiederum die Finanzierung und damit die Existenz von [Spiel] bedroht, während ein besonderes Schutzbedürfnis des das System missbrauchenden Klägers [...] nicht ersichtlich ist"

Wobei der Fall bei Ihnen anders gelegen hat. Bei dem ausgeurteilten Fall hatte der Nutzer vorher schon zeitweise Sperrungen dulden müssen.

Von daher denke ich, ist es gut möglich im Rahmen des sog. Berufungsverfahrens, oder auch später durch einen zielgerichteten Schriftsatz eines Rechtsanwaltes die Löschung bzw. Sperrung Ihres Accounts zu beseitigen.
Wenn Blizzard Entertainment die Sperrung, was de facto einer Kündigung gleichkommt, beibehalten will, so müssen die nachweisen, dass mit ihrem Account Schindluder getrieben worden ist. Es reicht nicht zu sagen, wir geben keine Auskunft.
Sie sollten sich also entweder vor der Einlegung der Berufung beraten lassen, oder diese gar schon von einem Anwalt schreiben lassen, der dann die Punkte aufzählt welche Blizzard nicht benannt hat. Da Sie ja bereits Geld in den Account investiert haben, reicht ein Standardschreiben nicht aus.

Da von und mit ihrem Account bisher keine Auffälligkeiten ausgegangen sind, sehe ich vernünftige Chancen die Sperrung wieder aufheben zu lassen.


Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick ermöglicht zu haben und stehe für Ergänzungen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie ggf. für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung.

Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.

Weiterhin möchte ich Sie höflichst auf die Bewertungsfunktion aufmerksam machen, die dafür sorgt, diesen Service für andere Ratsuchende transparenter zu machen.



Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 21.12.2012 | 19:02

Sehr geehrter Herr Gerth,

vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre Antwort. Diese gibt natürlich Mut zum Weitermachen und nicht zum Aufgeben, denn ehrlich gesagt finde ich es derzeit sehr schwer in einem Dialog mit dem Support zu bleiben, der immer wieder vordefinierte Floskeln zurückschreibt und in keinster Weise auf den Vorfall und das Geschehene / mir Vorgeworfene im Detail eingeht.

Dennoch bleibt eine wichtige Frage unbeantwortet:
Was passiert, wenn sich herausstellt, dass in der Tat Schindluder mit meinem Account getrieben worden ist. Diese Vermutung ist mir aufgekommen, nachdem ich die WLAN-Verbindungsnachweise meiner Fritz!Box genauer untersucht habe.

In wie fern kann diese Tatsache mir als Störerhaftung angesehen werden. ( http://www.telemedicus.info/article/1774-Der-BGH-zur-WLAN-Haftung.html ).

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.12.2012 | 19:10

Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst muss der Nachweis getroffen werden, dass Ihr Account auch tatsächlich beteiligt gewesen ist.
Selbst dann, muss man Ihnen noch nachweisen, dass Sie entweder selbst beteilgt gewesen sind oder durch Nachlässigkeit dazu beigetragen haben. Wenn Sie also Ihren Account anderen zur Verfügung gestellt hätten, oder die Passwörter zu den Zugängen, dann wären Sie verantwortlich.

Da Sie aber schreiben, dass sie alles getan haben um ihren Rechner zu schützen (als sicher geltende WLAN Verschlüsselung, Authentificator, etc), wird auch das kein Argument sein.

Sie sollten den Gegner dazu zwingen sich mit dem Einzelfall auseinander zu setzen und Farbe zu bekennen.

Gerne helfe ich Ihnen dabei.

Mit freundlichen Grüßen

Jan Gerth
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 21.12.2012 | 19:12


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