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Paypal und Steuererklärungen


19.10.2004 10:34 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Ich verkaufe Internetdienstleistungen (Hosting von Internetseiten) und nehme Zahlungen via Paypal an (www.paypal.com). Paypal ist ein E-Geld Institut und teilte mir auf Anfrage mit, dass die Paypal-Gebühren ähnlich wie Bankspesen umsatzsteuerfrei sind (ich nehme daher an, dass die Paypal Gebühren rechtlich mit Bankspesen vergleichbar sind). Eine Rechnung für die Paypal-Gebühren, oder einen ausgedruckten Kontoauszug auf Papier bekommt man nicht. Paypal bietet allerdings einen elektronischen Kontoauszug zum Download an. Dieser Auszug ist eine veränderbare Text/CSV Datei und enthält eine Auflistung über alle Gebühren, Ausgaben und Zahlungseingänge auf das Paypal Konto.


Meine Fragen:

- Ist der elektronische Kontoauszug (veränderbare Textdatei die keine Anschriften o.Ä. enthält) von Paypal ein rechtlich gültiger Kontoauszug, der zum Nachweis von Ausgaben vom Finanzamt akzeptiert wird ?
- Wie muss ich in meinen Unterlagen (Ausgabenbelege) die Ausgaben für die Paypal Gebühr belegen ? Beispiel: Paypal berechnet mir 100 Euro Paypal Gebühren, stellt mir jedoch keine Rechnungen zur Verfügung, sondern lediglich den elektronischen Kontoauszug, auf dem die Paypal Gebühren aufgelistet sind. Wird ein einfacher Ausdruck der Textdatei vom Finanzamt akzeptiert ? Kann ich damit also meine Paypal Ausgaben belegen ?
- Wie weise ich in meinen Unterlagen per Paypal gezahlte Ausgaben nach, für die der Verkäufer mir keine Rechnung zur Verfügung gestellt hat ? Zum Beispiel ich kaufe bei jemandem etwas, bezahle per Paypal und will die Ausgaben abschreiben. Derjenige stellt mir keine formgerechte Rechnung aus. Kann ich nun mit dem elektronischen Paypal Kontoauszug diese Ausgaben nachweisen ?


Allgemeine Fragen:

- Ist ein Kontoauszug im Allgemeinen ausreichend um Ausgaben zu belegen ?
- Wie weise ich Ausgaben nach, für die mir keine Rechnungen ausgestellt werden ?
- Welche Anforderungen sind an elektronische Nachweise zu stellen ? Müssen diese Dokumente zum Beispiel unveränderbar sein (was ja praktisch nie der Fall ist), oder meine Anschrift und die des Verkäufers enthalten ?
- Was mache ich, wenn ich einen elektronischen Nachweis bekomme, der die Formerfordernisse oder andere Anforderungen eines vom Finanzamt akzeptierten Beleges nicht erfüllt ?

Vielen Dank !
Sehr geehrter Ratsuchender,

voraussichtlich werden Sie Probleme bekommen, daß das Finanzamt Ihre Kosten anerkennen wird.

Ihre in Bezug genommenen "Kontoauszüge" weisen eine ganze Reihe von Mängeln auf, die einer Anerkennung entgegenstehen werden.
Problematisch ist bereits, dass die Dateien nicht fixiert, sondern editierbar sind. Das öffnet dem Mißbrauch Tür und Tor.
Weiter ist zwingend erforderlich, daß Rechnungen jedweder Art als Mindestangaben den Aussteller unmißverständlich erkennen lassen. Wollen Sie - was hier aber offensichtlich nicht der Fall ist - vom Vorsteuerabzug Gebrauch machen, so muß die Rechnung neben dem Vorsteuerausweis auch die Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer zwingend enthalten.
Weiter muß ebenso unmißverständlich der Empfänger - hier also Sie - mit Namen und vollständiger Anschrift erkennbar sein.

Werden die "Kontoauszüge" von Paypal schon aus diesen Gründen nicht anerkannt, so kommt noch ein weiteres Problem hinzu: Nur Ausgedruckte Rechnungen u.ä. akzeptiert das Finanzamt nur bei sog. Kleinbetragsrechnungen. Als grobe Richtschnur kann man hier Beträge bis 10 EUR oder leicht darüber annehmen. Für darüber hinausgehende Rechnungsbeträge oder laufend wiederkehrende Rechnungen desselben Ausstellers benötigen Sie jedoch Originalrechnungen mit Unterschrift.

Allein die gleichzeitige Vorlage Ihrer Bankkonto-Auszüge reichen zum Nachweis grundsätzlich nicht aus. Denkbar wäre allenfalls, daß die zugrundeliegenden Verträge mit Paypal so ausgestaltet sind, daß sie im Zusammenhang mit den Kontoauszügen der Bank als Rechnungen i.S.d. Umsatzsteuergesetzes gelten, wovon ich hier nicht ausgehen möchte, da Paypal ein US-amerikanisches Unternehmen ist.

Zu Ihren allgemeinen Fragen ist noch folgendes anzumerken:
Stellt Ihnen jemand eine Rechnung, die den o.g. Anforderungen nicht entsprechen, so sind Sie zur Zahlung nicht verpflichtet, bis Ihnen eine den Mindestanforderungen entsprechende Rechnung zugestellt wird.
Die weiteren allgemeinen Fragen sollten bereits beantwortet sein.

Was die Anerkennung von Kontoauszügen zum Nachweis von Betriebsausgaben sowie die anerkannte Kleinbetragshöhe sollten Sie sich mit Ihrem zuständigen Finanzamt in Verbindung setzen und diesbezügliche Nachfragen stellen.

Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt
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