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Pauschalreise; stornierter Flug


01.12.2014 21:44 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tamás Asthoff



Vor paar Wochen trat ich eine gebuchte Pauschalreise nach Lanzarote (via Madrid) an.
Aufgrund eines technischen Defektes wurde der Flug jedoch kurzfristig storniert (ca. 1 Stunde vor geplanten Abflug). Ich wurde auf einen Ersatzflug umgebucht.
Dies hatte zur Folge, dass ich (auf Kosten der Fluggesellschaft) in Madrid übernachten musste und mit 24 Stunden Verspätung am Urlaubsort eintraf.

Eine Nachfrage bei der Verbraucherzentrale ergab, dass ich mich an die Fluggesellschaft wenden soll, weil mir (nach iSd EU-Verordnung 261/2004) 400,-€ Schadensersatz zustehen würde.
Bei einer Regulierung über den Reiseveranstalter würde mir lediglich ca. 1/14 des Reisepreises plus Taxikosten zum Hotel zustehen (insgesamt ca.150,-€).
Leider weiß ich nicht, um welcher Art von technischen Defekt es sich am Flugzeug gehandelt hat.

Daher meine Frage:
Soll ich den Reiseveranstalter, über meinen Schriftverkehr mit der Fluggesellschaft, in Kopie setzen und darauf aufmerksam machen, dass ich evtl. meine Schadensersatzansprüche auch gegenüber den Reiseveranstalter geltend mache (für den Fall, dass mein Anspruch gegenüber der Fluggesellschaft unbegründet sein sollte)?


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Bei einem Reisemangel ist der Vertragspartner/Reiseveranstalter unverzüglich in Kenntnis zu setzen, weil Sie sonst Gefahr laufen, Ihre Rechte zu verlieren.

Bei einer Pauschalreise ist der Reiseveranstalter auch für die Flüge der zuständige Ansprechpartner, da die Fluggesellschaft Erfüllungsgehilfe ist.

Nach der EU-Verordnung Nr. 261/2004 stehen Fluggästen ab einer Verspätung von mehr als drei Stunden Entschädigungszahlungen durch die Fluggesellschaft zu -dies gilt allerdings nur dann, wenn die Flugverspätung nicht auf höhere Gewalt zurückzuführen ist. Die Höhe der Entschädigungszahlung richtet sich nach der Entfernung des gebuchten Fluges, bei Kurzstreckenflügen bis 1500 km stehen Flugpassagiere 250 Euro zu, verspätetet sich ein Mittelstreckenflug bis 3500 km um mehr als drei Stunden, kann der Flugpassagier 400 Euro Schadensersatz verlangen.

Technisches Versagen ist i.d.R.keine höhere Gewalt-aber Vorsicht, Fluggesellschaften versuchen sich in der Regel herauszureden.

Letztlich rate ich zur unverzüglichen Anzeige gegenüber dem Reiseveranstalter!

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 01.12.2014 | 23:42

Sehr geehrter Herr Asthoff,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Das bedeutet also, dass ich auch meine Ansprüche nach der EU-Verordnung Nr. 261/2004 auch gegenüber dem Reiseveranstalter geltend machen kann, da die Fluggesellschaft lediglich ein Erfüllungsgehilfe ist?
Oder habe ich, weil es sich um eine Pauschalreise handelt, lediglich Anspruch auf den Tagesreisereisepreis plus Taxigebühren?
Nachdem der Flug umgebucht wurde, habe ich am Flughafen den Reiseveranstalter aufgesucht und ihm über meine verspätete Ankunft am Urlaubsort informiert (mit der Bitte, am nächsten Tag am Zielflughafen abgeholt zu werden). Leider habe ich vergessen, mir schriftlich bescheinigen zu lassen, dass ich diesen Reisemangel gemeldet habe.
Allerdings wurde ich kurze Zeit später nochmals vom Reiseveranstalter angerufen.
Auch telefonierte ich am nächsten Tag ein zweites Mal mit dem Reiseveranstalter(da meiner Bitte vom Flughafen abgeholt zu werden, leider nicht nachgekommen wurde). Somit gibt es auf meinem Smartphone zwei Verbindungsprotokolle, die belegen, dass ich mit dem Reiseveranstalter telefoniert habe. Sind diese Verbindungsprotokolle als Beweismittel ausreichend?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.12.2014 | 09:16

Ja, der Reiseveranstalter ist Ihr richtiger Reklamationspartner. Dass Sie den Leiter informiert haben ist gut; dies sollte zumindest zeugenschaftlich belegbar sein. zudem rate ich dazu, Screenshots der Anluferliste auf dem Handy zu machen und diese-nur zur Sicherheit- zu speichern! Dann reichen diese als Beweise bzw. Indizien- es kommt ja nur darauf an, dass eine Anzeige erfolgt ist. Dennoch empfehle ich eine schriftiche "Klarstellung" im Nachhinein.

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