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Pauschalreise stornieren


| 07.06.2017 18:42 |
Preis: 49,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden



ich habe folgenden Vorfall:

Guten Tag,

am 22.5.17 buchte ich gegen 0:30 eine Pauschalreise nach Sardinien bei Ab-in-den-Urlaub, Veranstalter ist Tourini. Ich ging davon aus, wie auf der Homepage beschrieben, bei Pauschalreisen sei der Transfer enthalten sofern bei der Hotelbuchung nichts Anderes vermerkt ist. Also buchte ich diese Reise. Einige Minuten später kam die Buchungsbestätigung auf der stand der Transfer sei nicht dabei. Somit stornierte ich ca 20 Minuten später via dem vorgegebenen Kontaktformular, welches ich mir zur Sicherheit mit Uhrzeit ausgedruckt habe. Am Morgen um 8:00 rief ich sofort bei Ab-in-den-Urlaub an. Der Kollege sagte ich könne nur stornieren oder umbuchen wenn ich 30% zahle. Ich erklärte ihm den Vorfall, aber er blieb bei seiner Meinung. Also ließ ich es erstmal so stehen da ich mich erkundigen möchte inwiefern ich Möglichkeiten habe weniger als 30% zu bezahlen. Der Urlaub ist erst für den 22.August 2017 gebucht. Können Sie mir einen Rat geben?
Habe am 31.5. nochmal mittels Einschreiben eine Stornierung verschickt in der ich auch schrieb dass 20%angemessen sind aber nicht 30% . Nun schrieben sie mir folgendes:

Sehr geehrte,

mit Bedauern haben wir Ihre Rücktrittsanfrage erhalten und möchten Sie nun über den weiteren Verlauf informieren:

Als Kunde sind Sie berechtigt, gegen Entrichtung einer Rücktrittsgebühr, vom Vertrag zurückzutreten. Die Höhe dieser Gebühr richtet sich nach dem Reisepreis Ihrer Buchung und ist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Veranstalters verankert.

Die Rücktrittspauschale, die der Reiseveranstalter im Falles eines Rücktritts Ihrerseits fordert, beträgt aktuell am heutigen Tage 1011 EUR.

Bitte beachten Sie die Staffelung der Rücktrittsgebühren. Diese entnehmen Sie aus den AGB's ihres Reiseveranstalters.

Vielen Dank für Ihre E-Mail.

Wie Sie bereits zum Buchungszeitpunkt in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen nach lesen konnten, sind wir berechtigt eine höherer Rücktrittsgebühr zu fordern, sollte die anfallenden Kosten der einzelnen Leistungsträger die Rücktrittspauschale übersteigen.

Das ist gesetzlich in § 651i Abs. 2 BGB geregelt und findet sich in unseren AGB unter Ziffer 7.6.

Gern haben wir Ihnen den entsprechenden Passus eingefügt:

**********************************
Siehe AGB 7.6

7.6. Wir behalten uns das Wahlrecht vor, in Abweichung von den vereinbarten Pauschalbeträgen eine konkrete Entschädigung zu fordern, welche nicht über den geschuldeten Reisepreis hinausgeht. In diesem Fall sind wir verpflichtet, die geforderte Entschädigung unter Berücksichtigung der ersparten Aufwendungen und einer etwaigen, anderweitigen Verwendung der Reiseleistungen konkret zu beziffern und zu belegen.

**********************************

Da Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei der Buchung aktiv durch setzen eines Hakens akzeptiert haben können wir davon ausgehen, dass Sie diese auch gelesen haben.

Erlauben Sie uns bitte ebenfalls den Hinweis auf das BGB § 651 i, wie folgt:

*********************************

?Tritt der Reisende vom Vertrag zurück, so verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis. Er kann jedoch eine angemessene Entschädigung verlangen. Die Höhe der Entschädigung bestimmt sich nach dem Reisepreis unter Abzug des Wertes der vom Reiseveranstalter ersparten Aufwendungen sowie dessen, was er durch anderweitige Verwendung der Reiseleistungen erwerben kann.?

********************************

Eine Senkung der Rücktrittsgebühren ist daher nicht möglich.


Schreibfehler und Irrtümer bleiben vorbehalten! Es gelten ausschließlich die in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen Ihres Veranstalters hinterlegten Rücktrittspauschalen und Gebühren. Bitte beachten Sie, dass für Sonderangebote, Reisen mit Linien- und LowCostFlügen, Buchungen mit tagesaktuellen Flugpreisen, Eintrittskarten und Sonderleistungen unter Umständen gesonderte Bedingungen gelten. Diese entnehmen Sie bitte den von Ihnen bereits bei Buchung akzeptierten Geschäftsbedingungen Ihres Veranstalters, welche Sie auf unserer Homepage unter Veranstalter-AGB's nochmals nachlesen können.

Bitte bestätigen Sie uns schnellstmöglich schriftlich via Loginbereich, per E-Mail oder telefonisch wenn Sie von Ihrer verbindlichen Reisebuchung zurücktreten müssen und Sie die anfallenden Gebühren in voller Höhe akzeptieren.

Sobald uns Ihr Rücktrittswunsch vorliegt, werden wir die Reise in Ihrem Auftrag stornieren und Ihnen umgehend die Rücktrittsbestätigung zustellen.

Erhalten wir keine schriftliche Rückmeldung von Ihnen, gehen wir davon aus, dass die Reise wie gebucht bestehen bleibt.

Bitte bewahren Sie diese E-Mail auf und geben Sie die Buchungsnummer aus dem Betreff bei jedem Kontakt mit uns an.

Viele Grüße aus Leipzig




Kennen Sie schon Ihren ab-in-den-urlaub.de Loginbereich? Mit Hilfe der E-Mailadresse und Ihrem Passwort können Sie sich unter
https://www.ab-in-den-urlaub.de/login einloggen und Ihre Daten verwalten sowie wichtige Informationen zu Ihren Buchungen einsehen.

APP-in-den-Urlaub - Immer auf dem aktuellen Stand mit der Ab-in-den-Urlaub App. www.ab-in-den-urlaub.de/app

Invia Travel Germany GmbH


Geschäftsführer:
Amtsgericht Leipzig, HRB 33491

Uhr

www.ab-in-den-urlaub.de

Ab-in-den-Urlaub.de im Netz:
http://www.facebook.com/abindenurlaub.de
http://twitter.com/abindenurlaub
http://www.youtube.com/abindenurlaubde



Ich bin nur fertig mit meinen Nerven denn statt 590Euro sind es nun 1011. Ich kann niemanden telefonisch erreichen. Was soll bzw kann ich nun tun?

Mit freundlichen Grüßen


Meine Kontaktdaten:
07.06.2017 | 19:42

Antwort

von


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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte:


Nach der Rechtsprechung des BGH (Urteil vom 09.12.2014 - Az. X ZR 13/14) gilt Folgendes:

"Eine Klausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, nach der der Reisende
bei Vertragsschluss eine Anzahlung von nicht mehr als 20 % des Reisepreises
zu leisten hat, stellt keine unangemessene Benachteiligung des Reisenden
dar und ist wirksam (Bestätigung von BGH, Urteil vom 20. Juni 2006
- X ZR 59/05, NJW 2006, 3134). Eine höhere Anzahlung kann der Reiseveranstalter nur dann verlangen, wenn er in Höhe eines dem verlangten Anteil des Reisepreises entsprechenden Betrages bei Vertragsschluss seinerseits eigene Aufwendungen erbringen oder fällige Forderungen der Leistungsträger erfüllen muss, deren er sich zur Erfüllung seiner Verpflichtungen aus dem Reisevertrag bedient."

Eine Stornopauschale von 30 % ist vor diesem Hintergrund nach diesseitiger Auffassung unwirksam.

Die Höhe der Entschädigung bestimmt sich nach § 651 I Absatz 2 Satz 3 BGB nach dem Reisepreis unter Abzug des Wertes der vom Reiseveranstalter ersparten Aufwendungen sowie dessen, was er durch anderweitige Verwendung der Reiseleistungen erwerben kann.

Der Reiseveranstalter muss die Entschädigung also in Ihrem Fall ganz konkret berechnen.
Eine derartige Berechnung ist aber nicht so einfach. Hier müsste der Reiseveranstalter die Umstände seiner Kalkulation benennen. Daran haben die Veranstalter regelmäßig kein Interesse.

Im Hinblick auf ersparte Aufwendungen sowie anderweitige Erwerbsmöglichkeiten obliegt jedenfalls dem Reiseveranstalter aber die Darlegungs- und Beweislast.

Sie sollten daher Ruhe bewahren und einen Kollegen mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen, damit dem Reiseveranstalter in angemessener Weise schriftlich erwidert wird.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte. Fragen Sie gerne nach, wenn etwas unklar geblieben ist, damit Sie hier zufrieden aus der Beratung gehen. Anderenfalls mögen Sie eine positive Bewertung abgeben. Für eine über diese Beratung hinausgehende Tätigkeit stehe ich Ihnen auch gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -



Nachfrage vom Fragesteller 07.06.2017 | 20:17

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Ich lese überall, dass Betroffene die das gleiche erleben wie ich immer scheitern. Momentan bin ich wirklich am zweifeln ob ich Chancen habe da die AGBs ja angekreuzt wurden von mir. So sagt es der Anbieter mir. Was passiert wenn ich die 1011€ nicht zum 12.6. wie beschrieben bezahle? Kann ich von denen sofort vor Gericht gezogen werden oder weiteren rechtlichen Ärger bekommen? Auch wenn ich knappe 10 Minuten nach Buchung storniert habe verstehe ich einen kleinen Teil bezahlen zu müssen. Aber nicht 1011€, was auch keine 30% entsprechen!

Ein Freund der Jura studiert hat, hat folgendes in meinem Namen geantwortet:

Sehr geehrter

nach Studium Ihrer AGB sehen wir Stornierungskosten von 30% gemäß der ABG der Tourini GmbH

2.2.1. bei Pauschalreiseverträgen der

Kategorie W 30 % des Reisepreises




Hier nach kommen wir auf eine Stornierungssumme von 590,82€. Wie entstehen dann die Mehrkosten von 420,18€?

Wir gehen davon aus, dass Sie nach wie vor probieren unsere Reise im Sinne der Schadenminderung anzubieten. Hier erwarten wir hier entsprechend einen Nachweis.

Da die Reise Nachts gebucht worden ist und ca. 10min später wieder storniert wurde, gehen wir davon aus, das hier eigentlich keinerlei Bearbeitungsgebühren anfallen konnten.




Bitte überprüfen Sie hier doch nochmal ihre Kulanzmöglichkeiten.




Vielen Dank




Mit freundlichen Grüßen

------

Wenn der Anbieter bzw. Veranstalter dies erwidern und mir drohen mit rechtlichen Schritten, was soll ich dann tun?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.06.2017 | 21:07

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Es kommt immer auf die Details an, hier die AGB´s sowie die Frage, ob diese wirksam in den Vertrag einbezogen worden sind.

Der Betrag iHv EUR 1011 ist per se nicht nachvollziehbar. Wer klagt, muss zunächst die Gerichtskosten vorschießen und seinen Anspruch darlegen und beweisen.
So schnell geht das in der Praxis dann auch nicht. Deshalb wird oftmals mit Drohkulissen hantiert.

Wenn die Gegenseite auf ihrem Standpunkt beharrt, sind Sie gehalten, einen Anwalt zu beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen
RA K. Roth

Bewertung des Fragestellers 07.06.2017 | 20:09


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