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Passanten erschrecken, ist das Körperverletzung?


16.10.2004 09:33 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

mir ist heute ein polizeiliches Schreiben ins Haus geflattert, dass mich seitdem nicht mehr los lässt. Ich werde beschuldigt über einen Zeitraum von 10 Tagen eine Körperverletzung begangen zu haben. Nach langem hin und herüberlegen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es sich hierbei nur um eines handeln kann (denn ich bin so ziemlich der un-gewalttätigste Mensch überhaupt!):

In dem angegebenen Zeitraum kam bei mir nämlich das Kind im Manne durch. Soll heißen, ich habe mir mit harmlosen und arglosen Passanten des Nächtens einen Scherz erlaubt, in dem ich die Beifahrerscheibe meines Wagens herunterkurbelte und lauthals hinausschrie. Die meisten der derartig von mir erschrockenen lachten sich nach einer kurzen Schrecksekunde selbst schlapp. Jetzt habe ich aber die Vermutung, dass ein weniger humorvoller Mitbürger sich mein Kennzeichen gemerkt hat und meine ´´Erschrecker´´ zur Anzeige gebracht hat.

Gut, ich gebe zu, es war total hirnrissig, aber zur damaligen Zeit fand ich es noch ziemlich witzig. Was ich mich allerdings frage ist folgendes: Was hat das alles mit einer Körperverletzung zu tun? Ist es nicht eher ein Fall von Ruhestörung oder evtl. grober Unfug?
Ich meine, es wurde ja niemand verletzt oder so ... Es war wirklich nur als Spaß gemeint!

Meine Fragen nun:
1) Wie soll ich mich - auch wenn ich keinen Anwalt zunächst nehme - verhalten bei der nhörung?
2) Kommt es auf jeden Fall zu einer Gerichtsverhandlung oder könnte es andere Lösungen geben? Was erwartet mich noch alles?
3) Mit welcher Strafe habe ich zu rechnen?
(Bin 30 und nicht vorbestraft)
16.10.2004 | 10:36

Antwort

von


162 Bewertungen
Sehr geehrte Damen und Herren,

Der Grundtatbestand der Körperverletzung wird in § 223 StGB geregelt. Dort heißt es:

(1) Wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Die Juristen definieren die in §223 Abs. 1 StGB verwandten Begriffe wie folgt.

Eine körperliche Misshandlung ist jede üble, unangemessene oder substanzverletzende Behandlung, die das körperliche Wohlbefinden mehr als nur unerheblich beeinträchtigt.

Als Gesundheitsschädigung gilt das Hervorrufen oder Steigern eines, wenn auch nur vorübergehenden pathologischen, also vom normalen Funktionieren des Körpers abweichenden, Zustandes.

Aufgrund dieser Definitionen ist es auch nicht unwahrscheinlich, daß zunächst eine Körperverletzung geprüft wird. Die Menschen haben sich sehr erschrocken und damit wurde ihr körperliches Wohlbefinden mehr als nur normal beeinträchtigt.

Wer eine Körperverletzung begeht, muss mit einer Geldstrafe oder einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen. Hier müssen Sie aber nicht erschrecken. Eine Gefängnisstrafe wird bei Ihnen nicht in Betracht kommen. Sie müssen allenfalls mit einer Auflage und /oder Geldstrafe rechnen. Wahrscheinlich kann die Tat auch gegen eine Auflage eingestellt werden. Es ist davon auszugehen, daß es wohl nicht zu einer Gerichtsverhandlung kommt.

Sie sollten trotzdem zu einem Anwalt gehen. Zunächst müssen Sie überprüfen lassen, ob es sich wirklich um den von Ihnen vermuteten Vorfall handelt. Dazu muß der Anwalt Akteneinsicht nehmen. Dann können Sie auch ersehen, ob es sich nur um einen Einzelfall handelt.

Bei der Anhörung sollten Sie nur Ihre Daten angeben. Sie haben ein Aussageverweigerungsrecht, da Sie der Beschuldigte sind. Ratsam ist es vorher (!) einen Anwalt aufzusuchen.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt




Rechtsanwalt Klaus Wille
Fachanwalt für Familienrecht

ANTWORT VON

Köln

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