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Paket nicht erhalten wurde aber laut Zusteller zugestellt


27.11.2014 18:01 |
Preis: ***,00 € |

Transportrecht, Speditionsrecht



Hallo,

Ich habe ein iphone bei Vodafone bestellt. Da ich länger nichts von Vodafone gehört habe wurde mir auf Nachfrage mitgeteilt es wurde vor zwei Wochen bereits zugestellt ohne Zustellnachweis da es einen Ablegevertrag ( Garage ) gibt. Garage (obwohl immer verschlossen) und Grundstück wurde abgesucht und nichts gefunden.

Vodafone sieht seinen Part als erledigt an so wie auch GLS. Es gibt definitv keinen solchen Ablegevertrag mit GLS. Zudem waren zum angegeben Lieferzeitpunkt zwei Familienmitglieder zuhause.

Meine Fragen nun:

1. Muss ich Vodafone das iphone bezahlen?

2. Wie verfahre ich weiter? Vodafone sowie GLS sehen sich beide nicht in der Verantwortung und am Telefon werde ich abgewimmelt oder vertröstet.

vielen Dank und freundliche Grüße


Sehr geehrter Fragesteller,

ich gehe in der Annahme, dass es sich bei dem Ablegevertrag mit Vodafone um eine Abstellgenehmigung in Ihrer Garage handelt. Eingangs muss ist festhalten, dass eine seriöse und abschließende Einschätzung der Rechtslage ohne die dazu erforderliche Einsicht in den konkreten Vertrag naturgemäß nicht möglich ist, da sich etwa aus dem Vertrag selbst oder aus den diesem zugrunde liegenden AGB Besonderheiten ergeben können. Daher können Ihnen im Folgenden lediglich Grundsätzlichkeiten aufgezeigt werden, die Ihnen möglicherweise bereits weiterhelfen werden.

Bei einer Warenzustellung mit Abstellgenehmigung gilt die Sendung grundsätzlich als „ordnungsgemäß zugestellt". Wenn also das Paket in der Garage vereinbarungsgemäß abgestellt wurde und dennoch beispielsweise verschwunden ist, haftet der Vodafone nicht. Bei dem Ablegevertrag hinterlässt der Paketbote das Paket an dem vereinbarten Ort, in Ihrem Fall also in der Garage, und quittiert die Auslieferung, so dass das Paket in Ihren Gefahrenbereich eingebracht wird und Sie das Verlustrisiko tragen.

Nun schildern Sie allerdings, dass der Ablegevertrag nicht mit GLS geschlossen wurde, sondern lediglich mit Vodafone. Mangels entsprechender Angaben gehe ich in der Annahme, dass zwischen Vodafone und GLS im Rahmen eines Speditionsgeschäfts ein Speditionsvertrag gem. § 453 HGB geschlossen wurde und Sie daher nicht Vertragspartner von GLS geworden sind. Ihnen gegenüber ist lediglich Vodafone zur Versendung verpflichtet. In diesem Fall dürfte Vodafone das Speditionsunternehmen grundsätzlich als Erfüllungsgehilfen beauftragt haben, so dass GLS im Pflichtenkreis von Vodafone tätig geworden ist. Da Sie Vodafone eine Abstellgenehmigung erteilt haben, dürfte GLS die Lieferung auf Weisung von Vodafone in der Garage abgestellt haben. (§ 454 Abs. 4 HGB: „Der Spediteur hat bei Erfüllung seiner Pflichten das Interesse des Versenders wahrzunehmen und dessen Weisungen zu befolgen.") Bitte beachten Sie auch hier, dass sich ohne die Einsicht in den Vertrag zwischen Vodafone und GLS keine abschließende Rechtsauskunft erteilen lässt. Unabhängig von den jeweiligen Vertragsbeziehungen haben Speditionsunternehmen Haftungsfragen im Falle einer Abstellgenehmigung häufig bereits im Vorfeld in deren AGB geregelt.

Was den Ablegevertrag anbelangt, so bleibt unklar, was genau Vodafone zur Zustellung beziehungsweise „Ablage" in der Garage vorträgt, obwohl diese immer verschlossen und dadurch unzugänglich gewesen sein dürfte.

Ich empfehle Ihnen, sich von Vodafone erneut und schriftlich schildern zu lassen, wie sich die Zustellung beziehungsweise „Abstellung" in der Garage vollzogen haben soll. Fordern Sie auch die Quittierung der Auslieferung. Den Verlust haben Sie – soweit ich Sie verstanden habe – bereits bei Vodafone und GLS angezeigt. Möglicherweise haben Sie Zeugen dafür, dass die Garage am gegenständlichen Tag verschlossen war und eine Abstellung somit gar nicht möglich war.

Nach alledem bitte ich um Verständnis, dass hier einige Fragen im Vorfeld klärungsbedürftig bleiben und somit keine klare und konkrete Auskunft erteilt werden kann. Sollte sich die Angelegenheit nicht klären lassen, so können Sie die relevanten Verträge und sonstigen Unterlagen einem ortsansässigen Rechtsanwalt vorlegen, so dass dieser zunächst den Gesamtsachverhalt umfassend ermitteln, die Verträge und Vertragsverhältnisse rechtlich einordnen und Ihnen dann eine konkrete Rechtsauskunft sowie mögliche rechtliche Schritte aufzeigen kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet und Ihnen bis hierhin weitergeholfen zu haben. Mit einem Dank für das mir entgegengebrachte Vertrauen verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Oliver Daniel Özkara
Rechtsanwalt
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