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Offene Rechnung


| 11.12.2010 11:53 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich betreibe ein Planungsbüro für Bauplanung-Bautechnik-Bauleitung.

Für eine Kundin habe ich im Lauf des Jahres 2008 verschiedene Leistungen zur Überplanung eines Grundstückes, Planung eines Wohnhauses, Umbau einer ehem. Scheune ausgeführt.

Die Entscheidung von Seiten des AG zur Realiiserung hat sich immer weiter in das Jahr 2009 verschoben und ist bis heute nicht gefallen.

Mit Rechnung vom 09.12.2009 habe ich dann meine seitherigen Leistungen abgerechnet.

Der AG hat den Ausgleich trotz mehrfacher Aufforderung per Mail ud Post bis heute nicht geleistet.

Welche rechtlichen Möglichkeiten stehen mir dato nun noch zur Verfügung um an mein Geld zu kommen?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Mühe.

Freundliche Grüße




Sehr geehrter Rechtsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Mangels entgegenstehender Anhaltspunkte in Ihren Schilderungen gehe ich davon aus, dass Sie Ihre bisherige Tätigkeit zu recht abrechnen, sie also einen Anspruch auf die verlangte Vergütung haben, z. B. aufgrund des von Ihnen geschlossenen Vertrages. Ich verstehe Ihre Frage also so, dass es Ihnen allein um die Durchsetzung Ihrer Forderung geht.

Unter der Voraussetzung, dass Ihre Mahnungen der Kundin tatsächlich zugegangen sind, dürfte diese sich mit der Zahlung in Verzug befinden. Entsprechend kommen folgende drei Vorgehensweisen in Betracht, deren Kosten allesamt – Verzug vorausgesetzt – ersatzfähig sind.

1. Beauftragung eines Rechtsanwalts zur außergerichtlichen Durchsetzung Ihrer Forderung

In diesem Fall wird sich der beauftragte Anwalt außergerichtlich an die Kundin wenden und versuchen, diese zur Zahlung zu bewegen. Die Kosten, die hierfür entstehen, richten sich nach dem Streitwert (=Höhe Ihrer Forderung). Da Sie diese nicht mitgeteilt haben, kann ich Ihnen insoweit keine „Hausnummer" nennen.

Nicht selten kommt es vor, dass Schuldner sich aufgrund eines anwaltlichen Forderungsschreibens – auch angesichts des drohenden Prozesses – zur Zahlung bewegen lassen. Da die meisten Anwälte hier mit kurzen Fristen arbeiten, führt dieses Vorgehen – wenn es zum Erfolg führt – relativ schnell zum Erfolg.

Die Kosten hierfür sind durch den Schuldner zu erstatten. Hat dieser kein Geld, müssten Sie die Kosten tragen, Sie sind primärer Kostenschuldner.

2. Gerichtliches Mahnverfahren

Auch könnten Sie selbst oder in Ihrem Auftrag ein Rechtsanwalt das gerichtliche Mahnverfahren betreiben, also einen Mahnbescheid beantragen. Ergeht dieser und legt Ihre Kundin nicht rechtzeitig Widerspruch ein, so ergeht ein Vollstreckungsbescheid. Dieser ist ein Titel, aus dem vollstreckt werden kann.

Auch das gerichtliche Mahnverfahren läuft relativ schnell ab, solange der Schuldner nicht gegen den Mahnbescheid vorgeht. Geschieht dies – was bei zahlungsschwachen Schuldnern schon geschieht um Zeit zu gewinnen – so geht das Mahnverfahren in einen „normalen" Zivilprozess über.

Die Kosten (Gerichts- und ggf. Anwaltskosten) richten sich nach dem Streitwert und sind erstattungsfähig.

3. Klage

Schließlich können Sie auch direkt Klage erheben. Bis zu einem Streitwert von 5.000 EUR ist das Amtsgericht zuständig, sodass Sie selbst dort Klage erheben könnten. Ist Ihre Forderung höher, ist das Landgericht zuständig, dort herrscht Anwaltszwang. Im Regelfall ist dies die langwierigste Variante. Etwas anderes gilt natürlich, wenn die beiden anderen Varianten ergriffen werden, aber scheitern. Denn dann müsste Klage erhoben. Allerdings dürfte die Verzögerung im Bereich des Hinnehmbaren liegen, dafür besteht die Chance einer schnellen Zahlung.

Die bei dieser Variante entstehenden Kosten sind auch erstattungsfähig und richten sich nach dem Streitwert.

Ganz alternativ können Sie aber zunächst auch versuchen, die Kundin – ggf. mit unterdrückter Rufnummer – anzurufen und nachzufragen, warum Sie nicht zahlt oder sie aus diesem Grund zu besuchen und persönlich zu fragen. Ein solcher persönlicher Kontakt wird manchmal als unangenehm empfunden und bietet entsprechenden Anlass zur Zahlung. Sollte dies scheitern, können Sie dann auf die anderen Vorgehensweisen zurückkommen.

Sollten Sie sich für die Inanspruchnahme anwaltlicher Hilfe entscheiden, so steht Ihnen unsere Kanzlei hierfür unter Anrechnung Ihres Einsatzes gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Ausführungen weiterhelfen.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den vorstehenden Ausführungen um eine erste Einschätzung aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts handelt, die eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt nach umfassender Sachverhaltsaufklärung nicht ersetzen kann. Durch Auslassen oder Hinzufügen von Tatsachen Ihrerseits kann sich die rechtliche Bewertung ändern.

Bei Unklarheiten können Sie gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch machen.

Mit freundlichen Grüßen

Chris Koppenhöfer
(Rechtsanwalt)
Bewertung des Fragestellers 11.12.2010 | 13:01


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