Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
472.339
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nötigung zur vorzeitigen Vertragsauflösung nach Eigenkündigung


| 18.12.2016 01:26 |
Preis: 25,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork



Hallo,

meine fristgerechte Kündigung mit Kündigungsfrist von 4 Wochen zum Monatsende, sprich zum 31.01.2017, wurde vom Arbeitgeber anerkannt und unterschrieben.

Am 15.12.2016 hatte ich morgens einen Arzttermin. Der Arzt schrieb mich für zwei Wochen krank. Ich versuchte danach umgehend, meinen Chef telefonisch auf seinem Handy zu erreichen um die Krankmeldung durchzugeben. Dieser ging jedoch nicht an sein Telefon.

Daraufhin fuhr ich direkt zur Firma um meine Krankmeldung persönlich abzugeben, um nicht in Verzug zu geraten mit der Krankmeldung.

Ich gab meine Krankmeldung direkt bei unserem zweiten Geschäftsführer(Juniorchef) ab, da der Seniorchef ausser Haus war. Beide sind als Geschäftsführer eingetragen. Ebenso übergab ich ihm meinen Büroschlüssel für meinen Kollegen. Mein Kollege ist nicht im Besitz eines eigenen Schlüssels, so dass ich ihm diesen regelmässig bei vorauszusehenden Abwesenheiten, wie zb. meinem Urlaub übergeben habe, damit er abends die Firma abschliessen kann. Mein Kollege war aufgrund von Berufsschule an diesem Tag nicht selbst anwesend, daher erfolgte die Übergabe an den Geschäftsführer. Zur Absicherung liess ich mir die Übergabe selbstverständlich quittieren.

Am nächsten Tag wurde mir seitens des Arbeitgebers (Seniorchef) ein Schreiben in den Briefkasten geworfen: Sie haben in meiner Abwesenheit Ihren Schlüssel abgegeben. Dies werten wir als fristlose Kündigung Ihrerseits. Wir werden das Arbeitsverhältnis dementsprechend zum 31.12.16 auflösen. Sie sind verpflichtet sich umgehend beim Arbeitsamt zu melden!

Kann er den Vertrag einfach vorzeitig auflösen aufgrund seiner persönlichen Wertung? Es fiel kein Wort meinerseits von fristloser Kündigung, zumal ich erst einen Tag zuvor meine fristgerechte Kündigung abgegeben hatte, welche ja auch anerkannt wurde. Einer Auflösung habe ich in keiner Weise zugestimmt, noch habe ich einen Auflösungsvertrag unterschrieben.

Reicht es, selbst ein Schreiben aufzusetzen, in welchem ich seiner Wertung der fristlosen Kündigung meinerseits widerspreche und auf Einhaltung der Kündigungsfrist bestehe? Oder sollte ich direkt einen Anwalt vor Ort einschalten?

Viele Grüsse

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworte:


Frage 1:
"Kann er den Vertrag einfach vorzeitig auflösen aufgrund seiner persönlichen Wertung?"


Ja.

Ihr Chef kann Sie jederzeit formgerecht kündigen - auch wenn die konkrete Kündigung rechtswidrig sein sollte.



Frage 2:
"Reicht es, selbst ein Schreiben aufzusetzen, in welchem ich seiner Wertung der fristlosen Kündigung meinerseits widerspreche und auf Einhaltung der Kündigungsfrist bestehe?"

Natürlich nicht.


Aufgrund der in dem Schreiben Ihres Chefs liegenden fristlosen Kündigung sind Sie quasi genötigt, selbst fristgerecht (=innerhalb von 3 Wochen ab Kündigungszugang) Kündigungsschutzklage zu erheben



Frage 3:
"Oder sollte ich direkt einen Anwalt vor Ort einschalten?"

Das ist Geschmacksfrage, die vor dem Hintergrund des § 12 a I ArbGG von Ihnen selbst beantwortet werden sollte. Der Paragraf lautet:

"In Urteilsverfahren des ersten Rechtszugs besteht kein Anspruch der obsiegenden Partei auf Entschädigung wegen Zeitversäumnis und auf Erstattung der Kosten für die Zuziehung eines Prozeßbevollmächtigten oder Beistandes."

Einen Anwalt benötigen Sie zwingen im erstinstanzlichen Verfashren wegen § 11 I ArbGG nicht. Dieser lautet:

" Die Parteien können vor dem Arbeitsgericht den Rechtsstreit selbst führen."


Mit freundlichen Grüßen

Raphael Fork
-Rechtsanwalt-
Bewertung des Fragestellers 18.12.2016 | 02:12


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die schnelle Antwort. "
FRAGESTELLER 18.12.2016 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 58304 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Rasche und kompetente Antwort! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
sehr umfassende und hilfreiche ausfuehrungen, vielen dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Klare verständliche Antwort - und besonders sehr zeitnah. Danke! ...
FRAGESTELLER