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Nötigung, Beleidigung und Bedrohung


18.01.2005 16:29 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von




Hallo,

ich und meine mit mir in Trennung lebende Ehefrau wohnen im gleichen Haus aber in zwei verschiedenen Wohnungen.
Eines Abends treffe ich im Hauseingag einen Mann der meine Frau besucht, er hat sie auch an dem Abend besucht.
Jetzt hat er mich bei der Polizei angezeigt, da er angeblich an dem Abend ein Schreiben an seinem Auto gefunden hat in dem ich Ihm beleidigt hätte und damit gedroht wenn ich Ihm noch Mal in dem Haus sehe werde ich Ihm zusammenschlagen, er soll die Finger von meinen Kindern lassen usw.
Ich war jetzt bei der Polizei und der Beamte ist sich sicher dass ich das gewesen bin, obwohl es niemand gesehen hat oder sonstige Zeugen da sind. Der Beamte geht davon aus das ich es gewesen bin, weil in dem Schreiben steht „zwei Kinder“ (und ich habe zwei Kinder die bei meiner Frau leben) und ich habe den Mann an dem Abend gesehen. Der Beamte meinte dass die Polizei Fingerabdrücke von dem Papier nehmen wird und wenn meine dabei sind, geht es mir an den Kragen.
Es wird jetzt gegen mich ermittelt wegen Beleidigung, Nötigung (oder versuchte Nötigung) und Bedrohung.

Meine Frage:

Was soll ich davon halten, wie soll ich mich verhalten, ist es war dass die Polizei bei so etwas die Fingerabdrücke überprüft oder wollen die mich nur einschüchtern, was erwartet mich?

Ich habe bei der Polizei keine aussage gemacht und überlege jetzt den Mann wegen Verleumdung anzuzeigen.

Danke für die Antwort
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 54 weitere Antworten zum Thema:
Antwort vom
18.01.2005 | 16:45
Sehr geehrter Anfragender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Selbstverständlich ist es möglich, dass die Polizei zur Aufklärung der Tat auch Fingerabdrücke nimmt. Ggf müssten Sie sich hierzu selbst Fingerabdrücke abnehmen lassen. Ob das in Ihrem Fall geschehen wird, kann nicht mit Sicherheit vorgehergesagt oder gar ausgeschlossen werden.

Eine ganz andere Frage ist es, was Ihnen droht:

Wenn Sie unschuldig sind und den Brief nicht geschrieben haben, dann droht Ihnen gar nichts. Nur aufgrund der Aussage des Mannes werden Sie kaum zu verurteilen sein.

Sollte jedoch der Brief in der Tat von Ihnen stammen, dann sieht die Sache ganz anders aus.

Nötigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft. Beleidigung mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren und Bedrohung mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Auch eine Geldstrafe ist jeweils möglich.

Sofern Sie nicht vorbestraft sind, ist bei einem Ersttäter zwar nicht mit einer hohen Strafe zu rechnen. Eine Verurteilung in diesem Bereich könnte sich jedoch u.U. schlecht auf die anstehende Scheidung auswirken.

Aus diesem Grund sollten Sie - unabhängig von Ihrer Schuld - den Vorgang unbedingt Ihrem Scheidungsanwalt mitteilen. Und ggf. sollten Sie überlegen, ob nicht auch die Einschaltung eines auf Strafrecht spezialisierten Rechtsanwalts zweckmäßig ist.

Falls Sie unschuldig sind, ist die Anzeige wegen Verleumdung bzw. Vortäuschen einer Straftat durchaus zu erwägen. Anderensfalls würde ich dringend davon abraten.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort weiter geholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
-Rechtsanwalt-

Bremer Str. 28a
21073 Hamburg

Tel.: 040 - 24 88 21 96
Fax.: 040 - 24 88 21 97
Email:post@ra-breuning.de

www.ra-breuning.de

Nachfrage vom Fragesteller 18.01.2005 | 17:02

Hallo,

meine Fingerabdrücke sind sicher auf dem Papier vorhanden, weil der Mann auf mich gewartet hat und mir das Schreiben gezeigt hat, was ich dann auch in der Hand gehabt habe und gelesen habe.
Obwohl ich Ihm gesagt habe dass ich es nicht geschrieben und an sein Auto gelegt habe, hat er mich angezeigt. Meine Fingerabdrücke sind auch bei der Polizei, aus einem früheren Fall vorhanden.
Bis jetzt habe ich mich zu der Sache nicht geäußert, soll ich es vielleicht besser machen, oder gleich einen Anwalt einschalten?

Danke für die Antwort

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.01.2005 | 17:56

Sehr geehrter Fragender,

in diesem Fall rate ich Ihnen, sich in der Tat sofort einen Anwalt zu nehmen. Dieser wird ggf. die Ermittlungsbehörden dahin bringen können, dass diese die Verteilung der Fingerabdrücke auf dem Papier auswerten.

Wenn man einen Brief zum Lesen anfässt, dann hinterlässt man an anderen Stelle Abdrücke, als wenn man den Brief selbst schreibt. Wenn die Fingerabdrücke Ihre Geschichte stützen, dürfte die Angelegenheit im Ergebnis gut für Sie ausgehen.

Aber bei der derzeitigen Beweissituation sollten Sie unbedingt sich des Rates und der Hilfe eines Anwaltes versichern.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning

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