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Nichtantritt zu einem Prüfungsfach beim Quali


13.08.2004 15:52 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von



Wir hatten unsere Tochter (9. Klasse Realschule) im Februar auf
anraten der RS bei der Volksschule für die Prüfung zum qualifizierenden Hauptschulabschluß angemeldet. Bei dieser Anmeldung mussten die Prüfungswahlfächer angegeben werden und es waren auch die Pflichtprüfungsfächer genannt. Auf Grund dieser Anmeldung wurde zu dem Informationsabend zum "Quali" an der Volksschule eingeladen, an der ich und meine Tochter teilnahmen. Zu allen Pflicht- und Prüfungsfächern wurden Informationen gegeben, Bücher und Scripten verteilt.
Das Prüfungsfach Arbeitslehre wurde allerdings nicht erwähnt, der Lehrer, der die Informationsveranstaltung abhielt, hatte das Prüfungsfach "vergessen".
Auch in der Realschule wurde auf das Prüfungsfach Arbeitslehre nicht mehr hingewiesen, aus dem Übersichtsplan aller Prüfungstermine ging nicht hervor, daß meine Tochter die Prüfung abzulegen hat. Die Folge war, daß 2 Prüflinge den Prüfungstermin versäumten. Daraufhin wurde die Note 6 vergeben und die Prüfung gilt als nicht bestanden. Ich hatte dann bei der Volksschule unter Einschaltung des Schulamtes einen Antrag auf Zulassung zur Nachprüfung im Fach Arbeitslehre gestellt. Dieser Antrag wurde abgelehnt mit der Begründung, daß die Schule mit dem von den Eltern unterschriebenen Anmeldeformular ihrer Informationspflicht bzgl. der Prüfungsfächer nachgekommen ist.
Fakt ist aber, daß meine Tochter von dem Prüfungsfach Arbeitslehre gar nichts wissen konnte (Anmeldung erfolgte von den Eltern).
Meine Frage: Sehen Sie eine Chance, das Prüfungsfach Arbeitslehre doch noch nachzuholen und was muß ich dann ggf. veranlassen?
13.08.2004 | 18:07

Antwort

von


9 Bewertungen
Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

Für die Beurteilung Ihrer Frage kommt es darauf an, ob die Nichtteilnahme an der Prüfung infolge eines nicht vom Prüfling zu vertretenden Grundes (§ 35 Abs. 1 Satz 1 VSO) erfolgt ist.

Zunächst muss geprüft werden, ob aus dem von Ihnen ausgefüllten Formular zur Prüfungsanmeldung hervorgeht, dass eine Pflichtprüfung im Fach Arbeitslehre zu erfolgen hat. Dies wird regelmäßig der Fall sein.

Des weiteren ist Ihren Schilderungen zu entnehmen, dass Ihrerseits Ihre Tochter über das Pflichtfach nicht informiert worden ist und auch weder seitens der Hauptschule (im Rahmen der Informationsveranstaltung) noch seitens der Realschule auf die Pflichtprüfung nochmals hingewiesen worden ist.

Folglich hat Ihre Tochter mangels Kenntnis des Pflichtprüfungsfaches die Nichtteilnahme selbst nicht zu vertreten.
Es stellt sich infolgedessen die Frage, ob sich Ihre Tochter Ihre Kenntnis (oder fahrlässige Unkenntnis) hierüber zurechnen lassen muss.

Hiervon scheint das Schulamt auszugehen.
Dies halte ich für äußerst zweifelhaft.
Denn § 35 Abs.1 S. 1 VSO stellt ausdrücklich auf das „Vertreten-Müssen“ des Prüflings ab. Dieser soll mithin durch die Norm geschützt werden. Eine Zurechnung der Kenntnisse der Eltern als gesetzliche Vertreter ist im Hinblick auf die Schutzrichtung der Norm nicht angebracht.

Die Ausführungen der Schule diese sei ihrer Informationspflicht nachgekommen, erscheint insofern nicht von Belang, als § 35 Abs. 1 S. 1 VSO nicht daran anknüpft, ob die Schule ihren Pflichten ausreichend nachgekommen ist, sondern nur daran, ob der Prüfling die Nichtteilnahme zu vertreten hat.

Ein Vorgehen gegen die Entscheidung ist daher nicht aussichtslos, sofern im Rahmen einer Beweisaufnahme der Sachverhalt so ermittelt wird, wie von Ihnen geschildert.

Da es sich bei der Entscheidung um einen Verwaltungsakt handelt, kann hiergegen mit einem Widerspruch gegenüber der Schule und bei Erfolglosigkeit desselben mit einer Klage vor dem örtlich zuständigen Verwaltungsgericht vorgegangen werden. Sollte aufgrund kurz bevorstehender Nachholtermine für die Prüfung eine schnelle Entscheidung vonnöten sein, besteht die Möglichkeit eine gerichtlichen Eilentscheidung (§ 75 Abs. 2 VSO) herbeizuführen.

Ich hoffe, Ihnen behilflich gewesen zu sein.

Mit freundlichen Grüßen

Falk Brorsen
Rechtsanwalt


ANTWORT VON

Braunschweig

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