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Nicht abgesprochene Tierarztrechnung


29.09.2004 09:29 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht



Folgender Fall bereitet uns Schwierigkeiten.
Unsere Katze wurde 09. Juli 2004 von einem Nachbarn, Herrn K. überfahren und von diesem Herren zu einem Tierarzt, Herrn Dr. A. in dessen Tierklinik gebracht. Wenige Stunden zuvor wurde meine Frau, die sonst die Katze beaufsichtigt, wegen eines vorzeitigen Blasensprunges in die Uni-Klinik, ca 20 kg entfernt, mit einem Rettungstransportwagen eingewiesen.
Die Katze wurde bei dem Tierarzt behandelt und dort untergebracht. Die Katze ist tätowiert und beim dem Tasso Heimtierzentralregister unter unserer vollständigen Adresse registriert. Am 12.07.2004 wurde ich von einem anderen Nachbarn informiert, Herr K. habe eine unbekannte Katze überfahren und zu Dr. A. gebracht. Man vermute, es sei unsere Katze. Als ich zu den Klinik von Herrn Dr. A. kam wurde ich gebeten die Katze zu identifizieren, anschließend nahm ich sie mit nach Hause. Von der Sprechstundenhilfe wurde vorsichtig geäußert, dass es sich um einen Betrag zwischen 100 und 200 Euro handelte. Bis zu dieser Höhe hatte ich die Kostenübernahme im Nachhinein zugesagt. Am 13.07 kam dann eine Rechnung über 445,85 Euro. Der Kiefer der Katze war mit einem Draht versorgt und einige Hautwunden wurden genäht.
Ich sprach daraufhin Herrn K. an mit der Bitte zu prüfen, ob er bereit wäre die Kosten zu übernehmen. Herrn K. sagte zu, seine Frau sei Tierärztin, die würde er fragen, wie in man in dem Fall am besten verfahren. Ich übergab ihm eine Kopie der Rechnung und lies die Sache so auf sich beruhen.
Am 05.08. erhielt ich eine Zahlungserinnerung, woraufhin ich Herrn Dr. A. folgende Zeilen schrieb:

„Sehr geehrter Herr Dr. A., zu den von Ihnen in Rechnung gestellten Leistungen fehlt Ihnen mein Auftrag. Der Aufraggeber der Behandlung, Herr K., erhielt eine Kopie Ihrer Rechnung von mir ausgehändigt. Er versprach mir die Sache zu prüfen, bis heute habe ich nichts mehr von ihm gehört. Bei meinem Kontakt in Ihrer Praxis, nach der bereits erfolgten Behandlung vor der ich bis zu diesem Zeitpunkt keine Kenntnis hatte, war von Seiten Ihrer Mitarbeiter von einem Rechnungs-betrag zwischen 100 und 200 Euro die Rede. Bei einem Betrag, wie in Ihrer Forderung angegeben, behalte ich mir die Einwilligung vor der Behandlung vor, kostengünstigere Behandlungs-alternativen wurden nicht diskutiert. Aus diesen Gründen schlage ich Ihnen vor sich mit den Forderungen direkt an Herrn K., Ihren Auftraggeber zu wenden. Mit freundlichen Grüßen“

Am 21.09. erhielt ich eine „letzte Mahnung“ ohne sonstigen Text mit einer Frist bis 01.10.2004. Als ich daraufhin Herrn K. anrief, teilt mir dieser mit, wir hätten die Aufsichtspflicht für die Katze vernachlässigt und hätten den Schaden daher selbst zu tragen. Es gäbe Urteile darüber, der Halter sei verpflichtet den Schaden zu tragen.
Nun meine Frage:
Ist diese Auskunft korrekt, bin ich verpflichtet eine Behandlung zu der ich weder gehört, noch in Kenntnis gesetzt worden bin für eine einfache 12 Jahre alte Hauskatze ohne jeglichen Rassewert zu tragen?

Mit freundlichen Grüssen
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten, aber ich werde versuchen, so gut es mir möglich ist, eine Antwort zu erstellen.

Der Tierarzt verlangt von Ihnen die Behandlungskosten.

Einen Anspruch aus einem Auftrag besteht nicht.

Meines Erachtens besteht jedoch ein Anspruch aus §§ 670, 677, 683 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) des Tierarztes gegen Sie auf Ersatz der Aufwendungen, da die Voraussetzungen einer Geschäftsführung ohne Auftrag vorliegen. Die Behandlung der Katze war eine Geschäftsbesorgung, die nach allgemeiner Meinung in Rechtsprechung und Literatur für den Tierarzt zumindest ein "auch-fremdes" Geschäft bedeutete. Ein Auftrag zwischen Ihnen und dem Tierarzt bestand nicht. Unerheblich ist, dass Ihr Nachbar möglicherweise einen Auftrag erteilt hat. Folglich kann der Tierarzt Ersatz seiner Aufwendungen (freiwillige Vermögensopfer) verlangen. Keine Aufwendungen sind die eigene Arbeitskraft und die Tätigkeit, die der Tierarzt zur Geschäftsführung verwendet hat, der entgangene Gewinn und die normale Abnützung von Sachen sind ebenfalls keine Aufwendungen, die der Tierarzt ersetzt verlangen könnte. Somit ist festzuhalten, dass Sie sich die Rechnung nochmals genau ansehen und alle Posten, die nicht Aufwendungen sind, streichen sollten. Sie sollten deshalb mit dem Tierarzt sprechen und ihm einen Betrag von etwa 100-150 € für seine Aufwendungen anbieten.

Ihr Nachbar hat Ihre Katze beschädigt; Tiere werden gemäß § 90a BGB vor dem Gesetz wie Sachen behandelt. Sollte man dem Nachbarn nachweisen können, dass er die Verletzung der Katze zu vertreten hat, so hätten Sie einen Schadensersatzanspruch gegen ihren Nachbarn, der zumindest die von Ihnen zu ersetzenden Aufwendungen des Tierarztes beinhalten würde. Dieser Anspruch besteht meines Erachtens dann, wenn Ihrem Nachbarn der Nachweis, dass das Anfahren der Katze für ihn unabwendbar war, nicht gelingen wird. Hier müssten die Einzelheiten geklärt werden. Es besteht aber Grund genug, von Ihrem Nachbarn zu verlangen, dass er sich zur Hälfte an den "geminderten" Behandlungskosten beteiligt.

Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben.


Dennis Sevriens
Rechtsanwalt

Kanzlei SEVRIENS
Bergmannstraße 12
10961 Berlin

Tel: +49 30 6120 3616
Fax: +49 30 6120 3626

Web: www.sevriens.net
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