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Neuer Internetanschluss Verlegungskosten als Werbungskosten


05.12.2014 08:37 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


Zusammenfassung: Internetkosten als Werbungskosten


1) Ich arbeite für XXXXX im Vertrieb und habe einen "Teleworker Arbeitsplatz" von dem ich 1-3 Tage die Woche von Zuhause aus arbeite.
2) Insofern habe ich auch keine erste Tätigkeitstätte.
3) Mein Internetanschluss ist eine DSL Leitung (DSL6-16MBps). Diese reicht für email und Datenaustausch aber nicht für eine moderne Collaborationsplattform wie sie von meinem Unternehmen zur Verfügung gestellt wird (Videokoferenz, voice,Document-Sharing, etc). Deshalb kann ich nur inen Teil der Möglichkeiten nutzen bzw. leide unter häufigen Verbindungsabbrüchen.
4) Mein Arbeitgeber würde den Sachverhalt auch auf Anfrage der Finazbehörde bestätigen
5) Ich habe ein Angebot von Kabel Deutschland für einen schnellen Internetanschluss via Kabel - dieser kostet mehrere 1.000€ da der Anschluss erst verlegt werden muss
6) Ich würde die Kosten gerne als Werbungsksten geltend machen. Eine Voranfrage beim Finanzamt ist (vorbehaltlich) negativ beschieden worden mit der Begründung, dass der Anschluss auch privat genutzt werden kann und da ja bereits ein Internetanschluss mit "ausreichender Qualität" vorhanden ist deswegen eine Absetzbarkeit ncht gegeben ist.

Meine Fragen:
a) Gibt es ähnlich gelagerte Musterfälle, die es erlauben würden diese (Verlegungs)-Kosten als Werbungskosten abzusetzen ?
b) Ich habe den Anschuss noch nicht beauftragt, muss ich dabei etwas beachten?
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte:

Nach der Rechtsprechung des BFH (vgl. Urteil vom 19.12.1977 VI R 198/76 - BFHE 124, 428, BStBl II 1978, 287) ist der beruflich veranlasste Teil der Telefonkosten zu schätzen.
Dem Steuerpflichtigen obliegt bei der Ermittlung des beruflichen Umfangs eine Mitwirkung in besonderem Maße vgl. BFH Urteil vom 09.11.1978 VI R 195/77).
Der Steuerpflichtige "kommt seiner Mitwirkungspflicht am besten dadurch nach, dass er geeignete Aufzeichnungen führt, weil er auch insoweit - wie bei allen Werbungskosten - zur Beweisvorsorge verpflichtet ist (vgl. BFH Urteil BFHE 129, 559, BStBl II 1980, 289).

Wenn Sie die beruflich bedingten Telefonkosten für einen Zeitraum von 3 Monaten nachweisen, kann der auf diese Weise ermittelte Kostenrahmen als Grundlage für den Veranlagungszeitraum anerkannt werden.

BFH, 19.12.1977 - VI R 198/76:

"1. Nutzt ein Arbeitnehmer ein privates Telefon in seiner Wohnung auch beruflich, so sind die auf die beruflichen Gespräche entfallenden Gesprächsgebühren abzugsfähige Werbungskosten. Ihr Anteil an den gesamten Gesprächsgebühren kann unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles nach § 217 AO geschätzt werden.

2. Die Telefongrundgebühren sind gemäß § 12 Nr. 1 EStG regelmäßig nicht in einen beruflichen und privaten Anteil aufteilbar. Die Grundgebühren sind insoweit in vollem Umfang nichtabzugsfähige Kosten der Lebensführung."

Sie müssen dafür Sorge tragen, dass Sie nur über einen Internetanschluss verfügen und dann Ihrer Mitwirkungspflicht im o.g. Sinne nachkommen.

Sollte das Finanzamt auch dann weiter abschlägig bescheiden, empfehle ich Ihnen, sich durch einen Anwalt vertreten zu lassen.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -

Nachfrage vom Fragesteller 05.12.2014 | 11:37

Hallo Herr Roth,

Ihr Text beantwortet meine Frage überhaupt nicht - haben Sie sich den Sachverhalt durchgelesen ?

a) es geht nicht um laufende Telefonkosten oder eine Grundgebühr, sondern um einen einmaligen Kostenblock für den Internet Neu-Anschluss von mehreren 1000€.

b) Ich kann gar keinen direkten Nachweis zur beruflichen Nutzung führen, da ich mit den Interent Anschluss nicht telefoniere, sondern eine Verbindung zum Netzwerk meines Arbeitgebers herstelle. Es gibt da also keinen Nachweis, wie bei einen Einzelverbindungsnachweis beim Telefon.

c) meine Frage ist was ich tun muss/kann um die Initialen Bereitstellungkosten (eventuell als AFA) steuerlich geltend zu machen, d ich ja einen Internanhluss habe (der auch für meine privaten Bedürfnisse ausreicht und der auch weiter bestehen bleibt), aber für meine berufliche Nutzung einen Neuen Anschluss beauftragen würde.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.12.2014 | 12:40

Sehr geehrter Ratsuchender,

wenn Sie zu Hause ein Arbeitszimmer haben und eine Bescheinigung Ihres Arbeitgebers vorlegen, aus der sich ergibt, dass Sie 1-3 von zu Hause aus arbeiten, können Sie die von Ihnen genannten Kosten steuerlich geltend machen, allerdings nicht in voller Höhe.


Mit freundlichen Grüßen
RA K. Roth

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