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Nestmodell


11.12.2012 11:24 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Bianca Vetter



Am 13.12. haben wir erneut einen Gerichtstermin, in dem ich nach Angaben meiner Anwältin konkrete Beispiele nennen soll, warum ich mich gegen das Nestmodell ausgesprochen habe. Nachdem ich ihr mitgeteilt hatte, dass ich es mir aus finanziellen gründen nicht leisten kann habe ich ihr eine Kostenaufstellung meinerseits zukommen lassen. Daraufhin hat sie mich zusammengestaucht, weil die Angaben des KV fehlten. Ich argumentierte, dass ich keinen Einblick in die Unterlagen des KV hätte und somit die Kosten nicht abschätzen kann. Welche Argumente kann ich noch anbringen, dass ich gegen das Nestmodell bin, denn einen gemeinsamen Haushalt, dem das Nestmodell gleich käme, will ich nicht mehr. Und es ist auch den Kindern nicht zuzumuten, da die Stimmung einfach "vergiftet" ist. Uns tut einfach eine räumliche Trennung gut. Dies wurde auch von der Erziehungsberatungsstelle befürwortet. Welche Argumente kann ich noch anführen, um nicht wieder meine Gefühle vor die der Kinder zu stellen. Bitte dringend um Rat.

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Sehr geehrte Fragesteller,

ich bedanke mich bei Ihnen für die Nutzung dieses Forums.
Bevor ich Ihre Fragen beantworte, möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass die Charakteristik dieses Forums lediglich eine erste Beratung und erste Einschätzung der möglichen rechtlichen Folgen des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes erlaubt. Insbesondere könnte bei Hinzutreten weiterer Punkte die Beantwortung Ihrer Fragen anders aussehen.

Ich möchte Ihnen nun Ihre Fragen beantworten.
Aus Ihrer Sachverhaltsschilderung entnehme ich, dass Sie getrennt leben und Sie das Umgangsrecht Ihrer Kinder mit Ihnen und dem KV im „Nestmodell" ablehnen.
Die finanzielle Seite hiervon ist mit Sicherheit ein nicht zu verachtendes Argument.

Ein weiteres Argument könnte jedoch auch das Kindeswohl sein. Denn auch im Rahmen des Umgangsrechtes ist das Kindeswohl zu beachten.
Hier könnte argumentiert werden, dass (je nach Alter oder Entwicklung Ihrer Kinder) Ihre Kinder durch den ständigen Wechsel der Elternteile kein geregeltes Tagesleben entwickeln können. Die Kinder müssten sich jede Woche aufs Neue auf den jeweils anwesenden Elternteil und dessen Gewohnheiten einstellen.

Insbesondere könnte auch durch den verschiedenen Erziehungsstil der Eltern bei den Kindern entsprechende Verunsicherungen gebildet werden. Vor allem bei einem sehr strengen Elternteil und einem Elternteil, der den Kindern ihre Freiheiten lässt. Die unterschiedlichen Erziehungsmethoden der Eltern könnten zu Problemen führen, zum Beispiel in dem das Kind sich nicht einstellen kann oder dem jeweiligen Elternteil seine Erziehung vorwirft.

Aber auch die persönlichen Verhältnisse zwischen den Kindern und den Elternteilen sind ein Argument. Hier könnte das Argument herangezogen werden, dass die Kinder bei einem schwierigen Verhältnis zu einem Elternteil und der regelmäßigen Anwesenheit des Elternteiles unter Umständen in eine Streitsituation mit dem Elternteil geraten könnten. Durch das Nichtklären der Situation könnte das Kind in der folgenden Anwesenheit des Elternteiles Probleme (Angst vor einem neuen Streit, Verunsicherung) bekommen.

Zu bedenken sind jeweils das Alter und auch die Entwicklung der Kinder, sowie das bisherige Verhältnis zwischen den beteiligten Personen.

Eine weitere Möglichkeit wäre auch die Beanspruchung der Hilfe des Jugendamtes. Das Jugendamt kennt auch das Nestmodell und könnte Ihnen im Rahmen einer Beratung helfen, das für Ihre Situation beste Modell zu wählen.

Ich hoffe nun, dass ich Ihnen mit der Beantwortung Ihrer Frage behilflich sein konnte. Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie mich unter meinen Kontaktdaten gerne kontaktieren.

Nachfrage vom Fragesteller 11.12.2012 | 12:45

Danke für ihre Antwort. Fakt ist aber, dass wir noch nicht getrennt leben, sondern noch unter einem Dach. Was die ganze Sache nicht gerade vereinfacht. Ausserdem, müssen beim Nestmodell die beiden Gehälter zusammengefasst werden? Wir leben "getrennt", d.h. jeder wirtschaftet für sich alleine und ist für seine KOsten alleine verantwortlich, dann kann ich doch nicht hergehen und die beiden Gehälter wieder in einen Topf werfen. Dann kann ja alles so bleiben wie es ist. Die Beratungsstelle sowie die Verfahrenshelferin haben sich beide für eine räumliche Trennung ausgesprochen um die Situation zu entzerren. Leider sieht das unser Richter etwas anders. Ausserdem haben sich die Kinder ausgesprochen lieber bei der KM zu bleiben. Welche Argumente können also noch vorgebracht werden? Der KV ist nicht in der Lage die Kinder alleine zu betreuuen, er ist auf die Unterstützung Dritter angewiesen, da er Vollzeit und im Schichtdienst berufstätig ist, die KM allerdings nur Teilzeitbeschäftigt. Auch das sieht der Richter als völlig normal an. Ferner wurde mir das "PAS"-Syndrom vorgeworfen. Wie soll ich denn darauf reagieren?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.12.2012 | 13:45

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Bezüglich der Kosten verhält es sich dergestalt, dass jeder der Elternteile für die Kosten des Umganges mit den Kindern selbst verantwortlich ist.
Das bedeutet, dass die Kosten wie Verpflegung, Eintrittsgelder, Fahrtkosten von dem umgangsberechtigten Elternteil selbst zu tragen sind.
Beim Nestmodell müssen die Kosten entsprechend zwischen den Elternteilen aufgeteilt werden. Jedoch ist ein Zusammenwerfen beider Elterneinkommen nicht notwendig.

Bezüglich weiterer Argumente gegen das Nestmodell könnte auch vorgebracht werden, dass der KV aufgrund seiner Tätigkeit und insbesondere wegen des Schichtbetriebes nicht an einem regelmäßigen Nestmodell (daher feste Zeiten, in welchen die Kinder bei dem einen oder anderen Elternteil sind) teilhaben kann. Zudem dürfte auch die hierzu notwendige Absprache zwischen Ihnen und dem KV zu unregelmäßigen und unter Umständen auch kurzfristigen Wechseln der Kindesbetreuung führen, was wiederum dem Charakter des Nestmodells widersprechen würde.
Auch das Argument, dass bei der Ausführung des Nestmodells und der Betreuung durch den KV zusätzlich Dritte die Betreuung übernehmen müssten spricht gegen das Modell, welches ja gerade dafür wirbt, dass die Kinder nur durch die Eltern versorgt werden und in der gewohnten Umgebung und dem gewohnten Tagesablauf bleiben können.
Auch der durch die Kinder vorgebrachte Wunsch bei Ihnen bleiben zu dürfen muss hier beachtet werden. Zumal auch die anderen Beteiligten das befürworten und von den Argumenten her das Nestmodell ablehnen.

Den Vorwurf des PAS-Syndroms oder das mögliche Entfremden der Kinder von dem KV würde ich entschieden zurückweisen. Denn bei einem regelmäßigem Umgang während des Wochenendes alle 14 Tage, wie es üblich war und noch ist, ist das Aufkommen eines solchen Syndroms nicht vorprogrammiert. Vielmehr ist wichtig, dass die Kinder regelmäßig Kontakt zu dem nicht anwesenden Elternteil haben können und dieser Kontakt nicht unterbunden wird.
Eine solche Krankheit vorzuschieben um das Nestmodell zu begründen, ist ohne entsprechenden Nachweis des Vorliegens der Krankheit oder des auffälligen Verhaltens der Kinder, nicht tragbar.

Ich würde Ihnen dazu raten, gemeinsam mit dem KV eine vergleichsbare Lösung zu finden. Diese könnte in etwa so aussehen, dass der KV Ihnen und den Kindern die bisher gemeinsam benutzte Wohnung überlässt und die Kinder in regelmäßigen Abständen besucht oder zu sich nimmt, soweit es ihm möglich ist.

Weitere Argumente, die für die Ablehnung des Modells, welches derzeit favorisiert wird, gibt es meines Erachtens nicht.
Die Hauptargumente sind das Kindeswohl (auch der Wunsch der Kinder bei Ihnen bleiben zu dürfen) und auch die Schichtarbeit des KV, welche Unregelmäßigkeiten bereits andeutet.

Ich bedauere Ihnen keine weiteren Argumente geben zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Bianca Vetter, Rechtsanwältin

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