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Negative Bewertung einer Firma, nun schreibt der Anwalt


07.12.2015 13:47 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin



Guten Tag.

Wir sind im September in ein Einfamilienhaus gezogen zur Miete, der Eigentümer hat hier im Haus im August noch einige Arbeiten von einer Firma erledigen lassen (Einbau einer Gastherme, ein Abluftrohr an der Aussenwand, ein Sickerschacht für dieses Rohr) Die Arbeiten wurden im August erledigt, die Therme wurde eingebaut und das Rohr an der Aussenwand angebracht. Diese Arbeiten wurden abgenommen und bezahlt. Wir sind dann eingezogen, allerdings stand das Loch, aus dem das Rohr aus der Aussenwand kommt, noch 4 Wochen offen und die ausgehobene Erde mit zwei Haufen links und rechts daneben blieb unangetastet. Daraufhin haben wir bei der Firma angerufen und gefragt, wann das Loch denn geschlossen werden soll. Es wurde ein Termin vereinbart, der dann aber verschoben wurde. Dann rief man am Folgetag an, ob wir zufällig zuhause wären, weil man gerade in der Nähe sei - nein, wir arbeiten beide und können nicht von jetzt auf gleich die Arbeit verlassen. Dann wurde der vereinbarte Termin wieder verschoben und ein neuer Termin vereinbart. An diesem vereinbarten Tag wurde dann von einer Mitarbeiterin der Firma bei meinem Lebensgefährten angerufen, ob wir zuhause wären, man sei gerade in der Nähe. Auch hier musste verneint werden. In dem Gespräch wurde meinem Lebensgefährten dann von dieser Mitarbeiterin mitgeteilt, dass der vereinbarte Termin nämlich nicht stattfinden kann. Ihm wurde versichert, sie würde sich gleich nochmal melden - was sie nicht tat. Ich habe dann mittags nochmal angerufen, da wusste man von nichts, versprach einen Rückruf, der auch nicht erfolgte. Nach Feierabend haben wir nochmal bei der Firma angerufen und den Chef dann selbst dran gehabt. Er sagte, dass er evtl. doch den Termin wahrnehmen kann, würde sich in einer Stunde aber nochmal melden - sagte dann eine Stunde später aber doch ab. In diesem Gespräch habe ich ihn dann gefragt, warum es so schwierig sei, Termine zu vereinbaren und bekam den Vorwurf,es würde ja immer nur an uns liegen - was ja nicht stimmt. Ich habe ihn darauf hingewiesen, dass das nicht gerade kundenfreundlich ist und er hat dann angefangen ins Telefon zu brüllen, dass ich ja gar keine Ahnung habe, er sei es leid, für alle nur der Buhmann zu sein. Ich habe ganz ruhig reagiert und versucht, ihn wieder auf den Boden zu kriegen. Er fing dann fast an zu weinen und sagte, dass er kurz vorm Burnout steht und auch nicht weiß, wie es weitergehen soll. Nun ja, wir haben trotz des Gespräches für den Folgetag einen neuen Termin vereinbart. Die Mitarbeiter der Firma kamen zwar wie vereinbart am 17.09.2015 allerdings fast 1,5 Stunden früher, als verabredet, ein Glück, dass ich zuhause war, sonst wäre der Termin evtl. wieder nicht zustande gekommen. Den Einbau der Therme kann ich nicht bewerten, das war vor unserer Zeit, aber das hier erlebte bezüglich der Terminkatastrophen habe ich bei google dann folgendermaßen bewertet: "Termine werden permanent nicht eingehalten, ständig verschoben oder es steht trotz Termin ein Mitarbeiter unangemeldet vor der Tür, ein cholerischer Chef, der ins Telefon plärrt, Absprachen werden nicht eingehalten, das Ganze zieht sich seit August. Ich kann nur jedem empfehlen, sich für eine andere Firma zu entscheiden." Nun habe ich ein Schreiben vom Anwalt der Firma erhalten mit dem Vorwurf, dass meine Behauptungen unwahr seien, es sei unwahr, dass sein Mandant cholerisch sei (Persönlichkeitsrechtsverletzung), dass zwischen mir und der Firma kein Vertragsverhältnis bestehen würde, ich also auch nicht bewerten darf und die Bewertung löschen und eine Unterlasungs-/Verpflichtungserklärung unterschreiben soll, die mir vorschreibt, dass ich es zu unterlassen habe, über die Firma solche Behauptungen aufzustellen - der Anwalt erwartet 580 € von mir für seine Leistungen.
Ich darf doch bei google bewerten, auch wenn ich nicht der Auftraggeber war, oder nicht? Die Termine wurden - auch auf Wunsch des Eigentümers - direkt mit uns gemacht, die Arbeiten bei uns ausgeführt, auch wenn nicht wir die Rechnung bezahlt haben.
Zeitgleich zu dieser Sache hat der Eigentümer die Firma beauftragt, einen Kostenvoranschlag für eine Duschabtrennung zu fertigen. Die Firma hat bei den Arbeiten am 17.09.2015 diese Abtrennung ausgemessen. Am 10.10.2015 stand ein Mitarbeiter ohne Termin und Vorankündigung hier vor der Tür und hat nochmal die Duschabtrennung ausgemessen. Wir haben dann Mitte November nochmal nachgefragt bei der Firma, wann man mit einer Reaktion auf das Ausmessen rechnen kann - der Eigentümer hat dann einen Kostenvoranschlag mit Datum vom 18.11.2015 erhalten, diesen jedoch abgelehnt - nach 2 Monaten. Beide Arbeiten, einmal die Termine für den Sickerschacht und die Angelegenheit mit der Duschabtrennung sind zwei paar Schuhe. Negativ bewertet habe ich lediglich die Angelegenheit bezüglich der Sickerschacht-Arbeiten. Nun bringt der Anwalt beide Dinge zusammen und erwähnt auch ständig die Duschabtrennung, dafür würde es gar keinen Auftrag geben, es seien lediglich von mir begehrte Leistungen, die nicht bewertet werden können - das habe ich doch auch gar nicht.
In der Bewertung geht es doch gar nicht um die Duschabtrennung.

Ist das so alles richtig? Ich habe bewertet, was ich erlebt habe, dafür gibt es sogar Zeugen. Ich habe dem Anwalt mitgeteilt, dass ich lediglich bereit bin, meinen Wortlaut der Bewertung zu ändern, aber er will eine komplette Löschung. Welchen Sinn haben Bewertungsportale, wenn man nicht negativ bewerten darf?

Ich hoffe, ich habe alles verstänglich niedergeschrieben. Für eine Antwort sage ich schon einmal herzlichen Dank und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Maiglöckchen

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

"Termine werden permanent nicht eingehalten, ständig verschoben oder es steht trotz Termin ein Mitarbeiter unangemeldet vor der Tür, ein cholerischer Chef, der ins Telefon plärrt, Absprachen werden nicht eingehalten, das Ganze zieht sich seit August. Ich kann nur jedem empfehlen, sich für eine andere Firma zu entscheiden."

Das Problem ist, dass diese Bewertung in der Tat zu weitgehend ist.

Ob der Chef tatsächlich cholerisch ist, können Sie nicht gesichert feststellen und daher stellt dies eine unwahre Tatsachenbehauptung dar. Insoweit hat dies auch ehrverletzenden und persönlichkeitsverletzenden Charakter.

Dass Termine „permanent" nicht eingehalten und „ständig" verschoben werden, ist auch zu allgemein gehalten und entspricht nicht der Wahrheit, da Sie nur sagen können, wie es bei Ihnen war.

Hier hat die Firma in der Tat einen Unterlassungsanspruch, dem Sie auch Folge leisten sollten.

Bezüglich der geltend gemachten Anwaltskosten hat man wohl einen Streitwert von 6.000 Euro herangezogen, was aufgrund der Bewertung aber durchaus angemessen ist.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 08.12.2015 | 08:22

Guten Morgen.

Also bin ich gezwungen, diese Verpflichtungserklärung zu unterschreiben?

Desweiteren stellt sich mir aufgrund Ihrer Worte die Frage, wie ich es sonst hätte formulieren sollen? Denn ich habe bewertet, was wir erlebt haben - ich selbst weiß nicht, ob es die generelle Art der Firma ist, mit Kunden umzugehen (das habe ich ja auch nicht behauptet in meiner Bewertung) oder ob das nur bei uns so glelaufen ist. Aber so wie es bei uns war, habe ich es auch bewertet.

Und meine Frage ist nicht beantwortet, ob ich überhaupt bewerten oder nur der Auftraggeber bewerten darf. Die Arbeiten haben ja bei uns stattgefunden.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.12.2015 | 08:42

Man hätte die Bewertung persönlicher und ganz auf Ihren Fall beschränken müssen.

Sie haben ganz allgemein bewertet, sodass der Eindruck entsteht, es gäbe immer Probleme mit der Firma, was man aber nicht einfach so behaupten darf.

Sie durften bewerten, auch wenn Sie nicht direkter Auftraggeber waren. Da Sie die Erfahrungen mit der Firma gemacht haben, durften Sie auch bewerten.

Sie sollten die UE abgeben, denn ansonsten steht zu befürchten, dass die Gegenseite ansonsten gerichtlich vorgeht.

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