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Namensrecht bei ausserehelichen Kindern nach Heirat der Eltern


22.09.2004 10:56 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Regine Filler



Vor 5 Jahren kam unser gemeinsamer Sohn zur Welt. Bei der Anmeldung der Geburt haben wir uns für das gemeinsame Sorgerecht entschieden und den Nachnamen der Mutter für unseren Sohn gewählt.
Vor einigen Wochen haben wir geheiratet, damals aber noch keinen Ehenamen ausgewählt. Dieses möchten wir bei der baldigen Geburt unseres zweiten Kindes vornehmen und den Namen des Vaters als Ehenamen auswählen. Die Mutter möchte hingegen gerne ihren bisherigen Namen behalten.
Für unseren Sohn möchten wir nun ebenfalls, dass er den Namen des Vaters erhält. Es wäre m.E. unsinnig, wenn die gemeinsamen Kinder der Eltern einen unterschiedlichen Nachnamen tragen, weil sie vor oder nach der Heirat geboren sind.
Das Standesamt verweigert nun die Namensänderung für unseren Sohn mit der Begründung, dass wir damals das gemeinsame Sorgerecht beantragt haben und somit den Nachnamen bereits festgelegt haben.
Meines Erachtens sollte das neue Namensrecht doch gerade dafür sorgen, dass die Unterschiede zwischen ehelichen und nichtehelichen Kindern aufgehoben werden, dies ist doch in diesem Punkt gerade nicht der Fall.
Welche Möglichkeiten haben wir den Namen unseres Kindes unserem (zukünftigen) Ehenamen anzupassen?

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Rechtsanwaltskanzlei Filler
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37073 Göttingen
Tel.: 0551 – 79 77 666
Fax: 0551 – 79 77 667
E-mail: filler@goettingen-recht.de


In Beantwortung Ihrer Fragen teile ich Ihnen folgendes mit:

Die Antwort Ihrer Frage findet sich in § 1617c BGB. In der entsprechenden Kommentierung findet sich folgende Passage:
„Ob und wie das Kind den von seinen Eltern nachträglich bestimmten Ehenamen erhält richtet sich nicht danach, ob das Kind bei der Bestimmung des Ehenamens minderjährig oder volljährig ist, sondern auf den Zeitpunkt der Bestimmung des Ehenamens. – ist das Kind unter 5 Jahren, überträgt sich der Ehename automatisch., auch wenn das Kind bereits einen Geburtsnamen führt…
Ab Vollendung des 5. Lebensjahres hängt der Erwerb des Ehenamens der Eltern als Geburtsname des Kindes davon ab, ob sich das Kind der Bestimmung der Eltern anschließt. Für das Kind unter 14 Jahren erfolgt die Anschließung durch den oder die Sorgeberechtigten als gesetzliche Vertreter, wobei deren Erklärung eindeutig dem als dem Kind zuzurechnen erkennbar sein muss. Die Anschließung ist eine amtsempfangsbedürftige Willenserklärung. Sie sit dem Standesbeamten gegenüber abzugeben und muss öffentlich beglaubigt sein, was ebenfalls durch den Standesbeamten geschehen kann.“

Im Klartext: Außer der Bestimmung Ihres Ehenamens müssen Sie im Namen Ihres Kindes eine Anschließungserklärung gegenüber dem Standesbeamten abgeben, allerdings nur dann, wenn Ihr Kind bereits 5 Jahre alt ist..

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

mit freundlichen Grüßen

(Regine Filler)
Rechtsanwältin

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