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Nachweis von Einhaltung der Spekulationsfrist


07.06.2017 12:45 |
Preis: 63,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von



Schönen Tag,


Folgendes Szenario:

Angenommen Max handelt bei einem ausländischen Broker mit Bitcoin Termingeschäften und erzielt dadurch Gewinne. Diese Gewinne hat Max bereits korrekt über die Kapitalertragssteuer in der letzten Steuererklärung versteuert. Mit den Gewinnen kauft Max bei dem ausländischen Broker neue Bitcoin. Diese neuen Bitcoin sind bei einem privaten Veräußerungsgeschäft nach §23 nach einem Jahr steuerfrei, solange durch ihren Einsatz keine weiteren Gewinne erzielt wurden.

Nun hat Max diese Bitcoin nach mehr als einem Jahr Haltefrist veräußert und gibt diese Veräußerung als privates Veräußerungsgeschäft in seiner neuen Steuererklärung an (Anlage SO).

Leider ist Max bei der Steuererklärung aufgefallen, dass der ausländische Broker die Transaktionshistorie nur maximal 3 Monate speichert und damit die Daten zum Kauf der Bitcoins vom Broker nicht mehr abzurufen sind.

Max führt jedoch über ein Onlinetool manuell Buch über die Käufe und Verkäufe von Bitcoin. Aus diesen Unterlagen könnte Max die nötigen Ankaufs- und Verkaufsdaten erheben und in der Steuererklärung eingeben.

Meine Fragen:

1. Welche Informationen müssen bei Anlage SO eingereicht werden damit das Finanzamt die Einhaltung der Spekulationsfrist überprüfen kann.

2. Müssen für jedes privates Veräußerungsgeschäft Belege für das Ankaufs- und Verkaufsdatum eingereicht werden oder sollte man diese nur einreichen wenn das Finanzamt danach fragt?

3. Falls keine Orginalbelege mehr vorhanden sind und diese auch nicht mehr beschafft werden können, reicht die manuelle Buchführung von Max aus, dass die Einhaltung der Spekulationsfrist anerkannt wird?

4. Was würde passieren wenn das Finanzamt die manuelle Buchführung nicht anerkennt. Muss Max dann trotz Einhaltung der Spekulationsfrist die Verkäufe nach §23 mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern?

5. Wer ist in solch einem Fall in der Nachweispflicht zur Einhaltung der Spekulationsfrist, Max oder das Finanzamt?
07.06.2017 | 14:15

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Zuerst einmal ist lediglich die Anlage selber wahrheitsgemäß auszufüllen, weitere Informationen müssen nur auf Anfrage des Finanzamtes nachgereicht werden.
2. Siehe 1., erst auf Nachfrage, wenn Sie jedoch diverse Geschäfte in einem Jahr erklären müssen, so empfiehlt sich die Abgabe einer ergänzenden Excel-Liste beispielsweise.
3. Die private Buchführung kann genügen, wenn tatsächlich ist es aber eher unwahrscheinlich, dass das Finanzamt diese Aufzeichnungen im Sinne einer Buchhaltung akzeptieren wird.
4. Ja, denn 5. die Beweislast für steuerbefreiende Tatsachen trägt der Steuerpflichtige. Der Grund hierfür ist einfach - das Finanzamt selber ist natürlich nicht in der Lage, jedes Ihrer Geschäfte zu überwachen und hierfür Belege zu besorgen. Dies müssen Sie schon selber tun, daher tragen Sie die Beweislast für die Umstände, die für Sie günstig sind, in dem Fall also für den Ablauf der Spekulationsfrist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Alexander Busch

Nachfrage vom Fragesteller 07.06.2017 | 15:25

Vielen Dank für ihre Antworten.

Wenn die Beweispflicht beim Steuerpflichtigen liegt, welche Vorraussetzungen muss ein Beleg erfüllen um den Zeitpunkt des Kaufes von Bitcoins auf einer Online-Börse zu verifizieren.

Zum Hintergrund, es gibt bei dem Broker folgende Möglichkeiten Trades auszugeben:

Darstellung der Tradehistorie als Tabelle auf einer Webseite mit folgenden Daten:
- Kaufdatum mit Tag und Uhrzeit
- Anzahl erworbener Bitcoin
- Kaufsumme in US Dollar
- Preis von Bitcoin zum Zeitpunkt des Kaufes

Des weiteren kann diese Liste auch als csv oder excel exportiert werden. (Allerdings könnten diese Daten im Nachinein verändert werden und würden meines Erachtens somit auch wieder anfechtbar sein).

Im Grunde genommen könnte ich mir vorstellen, dass man einen Screenshot von der Transaktionshistorie anfertigt und den Ausdruck davon in einem Ordner physisch ablegt und gleichzeitig die digitale Tradehistorie auf einem Rechner ablegt und somit den Inhalt der Excelliste durch die physischen Screenshots belegen zu können.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.06.2017 | 17:19

Da es sich gerade im Hinblick auf Bitcoins in rechtlicher Hinsicht um eine junge Materie handelt, kann derzeit gar nicht sicher beurteilt werden, wie ein solcher Beleg gestaltet sein müsste. Urteile hierzu gibt es bislang nicht. Ich gehe jedoch davon aus, dass Sie sich orientieren sollten an den Inhalten des BMF-Schreibens über die
"Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern,
Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff"
welches ich Ihnen verlinkt habe.

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Weitere_Steuerthemen/Abgabenordnung/Datenzugriff_GDPdU/2014-11-14-GoBD.pdf?__blob=publicationFile

Dort werden die Grundsätze zu Format, Gestaltung und Speicherung digitaler Belege aus Sicht der Finanzverwaltung thematisiert und diverse Anforderungen formuliert. Auch wenn Sie von diesem Anschreiben nicht unmittelbar angesprochen werden, da es sich an Unternehmen richtet, würde ich raten, dass Sie sich hieran orientieren.

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