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Nachträglich festgestellte Veränderung in der Gewinnermittlung


17.12.2014 10:16 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Geldverlust (durch Unterschlagung) als Betriebsausgabe


Hallo,
Ich führe ein Hauptgewerbe und ein weiteres begleitend als zweites Standbein.
Für das zusätzliche Gewerbe hatte ich einen Freien Mitarbeiter für den Vertrieb
( Es gab eine Gewinnabrede/Gewinnbeteiligung) der gleichzeitig auch Buchhalter
meiner beiden Firmen war.
Ich kümmerte mich größtenteils um mein Hauptgewerbe (Gastronomiebetrieb )
und überließ meinem Freien Mitarbeiter und Buchhalter sich um den Vertrieb und die Finanzen der zweiten Firma (überwiegend Onlinevertrieb, auch in meinem Hauptgewerbe oblag ihm die Buchhaltung) zu kümmern, er hatte die Firmen EC Karte samt PIN und somit den Zugriff auf das Bank- und Paypal Konto. Ich vertraute Ihm da wir uns schon etliche Jahre kannten und er die ersten Jahre immer die wirtschaftlichen Auswertungen ohne Aufforderung vorgelegt hatte.
Im Jahr 2012 gab es eine Umsatzsteuersonderprüfung beider Firmen, bei dieser wurden große Ungereimtheiten in der Buchhaltung der zweiten Firma festgestellt.
Es wurde feststellt dass die von Ihm getätigten Barabhebungen vom Firmenkonto zu 100 % nicht belegt wurden und er Überweisungen an seine Lebensgefährtin getätigt hat, welche ebenfalls nicht belegt wurden. Seine Lebensgefährtin hatte aber absolut mit der Firma nichts zu tun hat.
Ab diesem Zeitpunkt war er für mich nicht mehr erreichbar und ich habe dann zwangsläufig rechtliche Schritte eingeleitet und eine Strafanzeige gestellt.
Meine eingereichten Forderungen wegen ungerechtfertigter Bereicherung basierten am Beginn auf den vom Buchhalter selbst erstellten Buchhaltungsunterlagen sowie den von Ihm erstellten EÜR. Da die Beweislast auf mich komplett abgestellt wurde und das Gericht die Richtigkeit der Buchhaltung anzweifelte habe ich ein Steuerbüro beauftragt eine steuerliche Auswertung der betreffenden Jahre vorzunehmen.
Dies Auswertungen ergaben erhebliche Abweichungen gegenüber der vorhandenen Buchhaltung welche nun mit meinen bereits eingereichten EÜR Auswertungen (welche von meinem Buchhalter selbst erstellt wurde) nicht mehr übereinstimmen.
Somit ist zwar zivil- und strafrechtlich eindeutig aufgezeigt dass er die Buchhaltung manipuliert hat um sich den Gewinn einstreichen zu können ohne dass es auffällt, auch die Staatsanwaltschaft hat inzwischen die Klagen wegen Betruges gegen den ehemaligen Buchhalter erhoben, allerdings lastet jetzt die steuerrechtliche Seite auf meinen Schultern wegen nicht korrekter Angaben in den Steuererklärungen.
Das betrifft die Höhe der Betriebseinnahmen sowie den steuerlichen Gewinn.
Das Firmen paypal Konto wurde nicht erfasst, von ihm selbst getätigte Barabhebungen
und die Überweisungen an seine Lebensgefährtin wurden ebenfalls nicht belegt. Damit waren die Betriebseinnahmen niedriger und somit auch der Gewinn.
Da mir durch die neuen Auswertungen ganz andere Zahlen vorliegen als die bereits eingereichten liege ich in der Pflicht dieses gegenüber dem Finanzamt anzuzeigen, bzw. wenn nötig auch eine Selbstanzeige zu stellen.
Nun meine Frage, da sich jetzt der steuerliche Gewinn nachträglich erhöht hat wird sich auch die Höhe der Einkommensteuer zu meine Lasten verändern.
Obwohl ich der steuerlilchen Pflicht unterliege, kann ich nachweisen dass der Buchhalter unrechtmäßig die Betriebseinnahmen größtenteils veruntreut hat, dazu noch die Buchhaltung manipuliert und somit der nachträglich ermittelte Gewinn mir nicht
zur Verfügung stand. Welche Möglichkeit habe ich die unberechtigten entnahmen als Betriebsausgaben zu berücksichtigen bzw. was ist in so einem Fall ratsam ???
Für richtungsweisende Hinweise bedanke ich mich im voraus.

Einsatz editiert am 17.12.2014 12:20:10
17.12.2014 | 13:30

Antwort

von


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Tel: 04608904900
Web: www.anwalt-baur.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Aufgrund der Komplexität der Angelegenheit sowohl in tatsächlich Hinsicht, wie sie sich aus dem dargestellten Sachverhalt ergibt, als auch in rechtlicher Hinsicht kann ich nur abstrakte Ausführungen zur Rechtslage machen, die Ihnen aber sicherlich gute Anhaltspunkte für ein weiteres Vorgehen bietet:

Die Untreue und Unterschlagung Ihres Mitarbeiters führen bei Ihnen zu einem Vermögensverlust in Form des unterschlagenen und veruntreuten Geldes, wobei im Folgenden davon ausgegangen wirds, dass Sie die Entwendung des Geldes nachweisen können.

Der Verlust von Geld durch Unterschlagung ist dann als Betriebsausgabe zu behandeln, wenn dieses Geld eindeutig zum Betriebsvermögen gehört hat.

Dies ist meist der Knackpunkt.

Der Nachweis, dass Geld eideutig dem Betriebsvermögen zuzuordnen ist, kann bei Barvorgängen z.B. durch ein Kassenbuch (vollständige und zeitnahe Aufzeichnung aller baren Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben sowie Barentnahmen und Bareinlagen bei eindeutiger Trennung des betrieblichen Geldes vom Privatgeld) geführt werden. Liegt eine vollständige Aufzeichung über die Barbetriebseinnahmen und die Barbetriebsausgaben nicht vor, erkennt das Finanzamt die betriebliche Veranlassung meist nicht an.

Bei bargeldlosem Zahlungsverkehr ist zum Nachweis der Betriebsbezogenheit die Führung rein betrieblicher Konten erforderlich.

Allerdings, und dass könnte Ihnen hier helfen: Kann nachgewiesen werden, dass der Geldverlust rein betrieblichen Charakter hatte, also durch einen Mitarbeiter herbeigeführt wurde, kann auch ohne klare Trennung ein Betriebsausgabenabzug in Betracht kommen.

Es ist in jedem Fall ratsam, wenn Sie sich diesbezüglich und vor allem auch zum Gesamtgeschehen nochmals umfassend beraten lassen. Konkrete Ausführungen zu weiteren Schritten sind nur bei Kenntnis des Gesamtsachverhalts möglich. Sie deuten Vorwürfe der Finanzbehörden gegen Sie wegen Steuerhinterziehung und ähnliche Probleme an. Diese sind grundsätzlich sehr ernst zu nehmen und selbstverständlich vor dem Hintergrund der Taten Ihres Mitarbeiters zu betrachten.

Ich hoffe, Ihre Frage im Rahmen der durch Möglichkeiten verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Sebastian Baur

Nachfrage vom Fragesteller 17.12.2014 | 15:44

Hallo,
die Finanzbehörde hat bisher keine Vorwürfe erhoben da die Auswertung mir vor 3 Tagen vorgelegt wurde, jetzt beabsichtige ich eine Korrektur meiner Erklärung einzureichen.

Die Betriebseinnahmen sind alle per Bank- oder Paypalkonto
eingegangen, demnach vollständig Aufgezeichnet und eideutig nachweisbar, das gleiche betrifft die Überweisungen an seine Lebensgefährtin.

Bei den Barabhebungen am Geldautomaten welche ausschließlich
durch den ehemaligen Buchhalter vorgenommen wurden, handelte sich um ein auf meinen Namen laufendes Firmenkonto/EC Karte, wo der Buchhalter alleinig im Besitz der Firmen EC Karte samt PIN war, was von seiner Seite auch nicht bestritten wird.Wenn ich Ihre Antwort richtig gedeutet habe sollte die Beweisbarkeit im Rahmen des möglichen sein oder sehe ich das verkehrt?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.12.2014 | 16:51

Sehr geehrter Fragesteller,

danke für die Nachfrage.

Ja, Sie haben meine Antwort richtig gedeutet. Prinzipiell sehe ich gute Chancen, dass ein Betriebsausgabenabzug anerkannt wird, wenn Sie nachweisen können, dass zum Einen Firmengelder abhandengekommen sind, und diese zum Anderen durch einen Mitarbeiter unterschlagen wurden. Dabei werden Sie sicherlich auf das gegen Ihren Mitarbeiter geführte Strafverfahren bezug nehmen können. Es könnte auch überlegt werden, ob sie nicht selber Stafanzeige gegen Ihren Mitarbeiter, etwa wegen Unterschlagung, stellen sollten, wenn diesbezüglich noch nichts geschehen ist.

Ich warne allerdings davor, im Alleingang eine "Korrektur" Ihrer Erklärungen vorzunehmen. Sie haben ja schon richtig erkannt, dass auch Sie eventuell in Verantwortung für die falschen Erklärungen genommen werden könnten. Es sollte also strategisch durchdacht werden, wann und wie sie welche Informationen jetzt an Behörden weitergeben.

ANTWORT VON

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