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Nachmieter wollte selbst renovieren - jetzt ist ihm das zu viel !?


31.12.2016 21:36 |
Preis: 52,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Désirée Fritsch



Wir haben mit unseren Nachmietern vereinbart, dass sie selbst renovieren und dafür Plissees im ganzen Haus kostenfrei behalten können. Dies wurde aber nur per WhatsApp "schriftlich" festgehalten. Dort waren sie damit einverstanden und erwähnten nur dass sie sich anschauen möchten was gemacht werden müsste um entsprechende Materialien zu besorgen. Bei der Übergabe merkten sie dann plötzlich dass doch mehr gemacht werden muss als sie dachten da der Vermieter die Wände auch nicht weiß (Creme oder so) hatte und teilweise neu tapeziert werden muss und gestrichen (in einigen Räumen wurden Bilder und Kabelleisten geklebt, Nachmieter wussten vorher größtenteils davon und haben sich das angeschaut, nur im Schlafzimmer nicht da unser Baby gerade dort schlief) und man ja dann auch die gleiche Farbe treffen muss damit es gut aussieht. Jetzt wurde erstmal mündlich vereinbart dass ein Maler des Vertrauens vom Vermieter kommt und sich die Sache anschaut Kostenvoranschlag macht etc .. dieser hat erst am 4. Januar Zeit. Dann sollen wir einen Anteil bezahlen ... jetzt wurde die Wohnung auch nicht übergeben und wir denken die ganze Zeit nach ob wir das überhaupt bezahlen müssen weil die Nachmieter ja eigentlich selber schuld sind wenn die zustimmen oder ?
Sehr geehrte Mandantin,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Gerne möchte ich Ihnen diese wie folgt beantworten:

Grundsätzlich haben Sie natürlich recht: Im Rahmen der Vertragsfreiheit konnten Sie und Ihre Nachmieter die entsprechenden Absprachen frei treffen und es besteht insofern auch kein Formzwang, so dass die Textnachrichten als Nachweis über die Vereinbarung in jedem Fall gelten.

Allerdings ist zu beachten, dass Sie vorliegend ein Dreipersonenverhältnis berüclsichtigen müssen: Entscheidend für die Frage, welche Kosten Sie eventuell mit übernehmen müssen, ist nämlich das, was Sie mit Ihrem Vermieter vertraglich vereinbart haben.
Diese Pflichten treffen sodann grundsätzlich noch Sie.

Gerne ergänze ich meine Ausführungen daher noch ein wenig, sofern Sie mir genauere Angaben dazu machen können, was Ihr Mietvertrag zu den Renovierungen bei Auszug vorsieht.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 31.12.2016 | 23:05

Vielen Dank für Ihre Antwort. Aber ich habe nicht ganz verstanden, eigentlich haben wir Recht, dass die Nachmieter selbst renovieren müssen aber es entscheidet trotzdem noch der Vermieter? Im Mietvertrag steht dass wir verpflichtet sind ohne besondere Aufforderung auf unsere Kosten Schönheitsreparaturen durchzuführen. Dazu gehören insbesondere das tapezieren innerhalb der mieträume sowie sämtliche Anstriche, insbesondere der Anstrich von decken Wänden Holzteilen Heizkörpern mit heizrohren einschließlich der Innenseiten aller außenfenster und Außentüren soweit es sich nicht um Kunststoff Aluminium oder ähnliche Elemente handelt. Sämtliche Arbeiten sind fachgerecht durchzuführen und die Räume müssen nach Auszug in einer Farbgestaltung zurück gegeben werden die dem durchschnittlichen und üblichen grschmacksempfinden entspricht. Im allgemeinen werden Schönheitsreparaturen in folgenden Zeitabständen fällig: in Küchen oder Kochnischen Bädern und duschen alle 5 Jahre. In wohn und Schlafräumen, Fluren, dielen und Toiletten alle 8 Jahre und in sonstigen räumen wie z bspl Boden Keller und Abstellräumen alle 10 Jahre. Je nach Renovierungsbedarf können Fristen länger oder kürzer sein. Die Fristen werden berechnet vom Zeitpunkt des Beginns des Mietverhältnisses bzw. soweit Schönheitsreparaturen nach diesem Zeitpunkt von dem Mieter fachgerecht durchgeführt worden sind von diesem Zeitpunkt an. ....also der Vermieter Möchte jetzt seinen Maler beauftragen die Wände auszubessern und wieder in der Farbe zu streichen die bei Einzug da war, weil er nicht möchte dass die Wände verschieden farbig sind da wir gesagt haben wenn wir jetzt selber renovieren streichen wir das weiß und nicht Creme ist dann halt eine Wand in den Verschiedenen Zimmer anders Farbig. Aber eigentlich sehen wir das so, dass der nachmieter Dafür verantwortlich ist, da er ja zugestimmt hat und jetzt sollen wir Malerkosten anteilig übernehmen. In wie weit müssen wir uns denn an den Kosten beteiligen wenn wir zur Renovierung verpflichtet werden und ist der nachmieter da jetzt komplett raus? Und jetzt ist ja ab morgen eigentlich das Mietverhältniss beendet aber die Übergabe ist noch nicht erfolgt da der nachmieter und Vermieter ja unzufrieden war bei der geplanten Übergabe. Können wir noch zu mietzahlungen verpflichtet werden obwohl unsere Mietverhältnis schon beendet ist? Der Maler kann wie gesagt erst am 4. Januar kommen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.12.2016 | 23:27

Sehr geehrte Mandantin,

nach der von Ihnen zitierten Klausel ist es Ihre Pflicht als Noch-Mieter, beim Auszug für die Schönheitsreparaturen zu sorgen. Die neuen Mieter erhalten also eine renovierte Wohnung übergeben, wie auch Sie.

Nehmen Sie diese Arbeiten nicht selbst vor, können Sie in der Tat dazu verpflichtet werden, die Kosten für einen Fachhandwerker zu übernehmen.

Soweit ich Sie jedoch verstehe, sind Sie diesen Arbeiten nachgekommen und diese entsprechen "nur" nicht den farblichen Vorstellungen des Vermieters.
Ein solches Wahlrecht hat er aber nur bei extremen Farben. Sind diese aber dezent, kommt es nicht darauf an, ob die Wand weiß oder cremefarmen ist. Der Vermieter kann nun nachbessern, die Kosten aber nicht mehr von Ihnen ersetzt verlangen, da Sie Ihren Pflichten bereits nachgekommen sind und die verspätete Übergabe nicht verschuldet haben.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin

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