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Nachforderung von Umsatzsteuer ; eilt!


21.12.2008 22:47 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Ich hatte in den vergangenen Jahren Einkünfte aus freier nebenberuflicher Tätigkeit als medizinischer Berater einer Entwicklungsfirma für Medizinprodukte, der ich bis einschließlich 2006 Beratungshonorar-Rechnungen gestellt habe. Die Einnahmen waren regelmäßig höher als 17,5 T€ /a. Auf meine Fragen versicherte mir mein Steuerberater wiederholt (leider nur mündlich), dass ich als Arzt keine Umsatzsteuer abführen und daher auch nicht in Rechnung stellen müsse. Dem Steuerberater war die Art meiner Tätigkeit natürlich bekannt. Durch eine neue Mitarbeiterin in der Kanzlei stellte sich heraus, dass diese Regelung jedoch nur für patientenbezogene Tätigkeit gilt, die in diesem Fall nicht vorlag. In meinen Steuererklärungen für 2005 und 2006 wird nun vom Steuerberater USt ausgewiesen.

Meine Fragen:

1. Kann ich die Beträge in Form von geänderten Rechnungen gegenüber meinem damaligen Auftraggeber noch geltend machen und habe ich einen Anspruch auf nachträgliche USt-Erstattung durch den Auftraggeber?

2. Wenn ja: sind Fristen einzuhalten? (z.B. 3 - Jahresfrist, d.h. muss die Rechnung für 2005 noch in 2008 gestellt werden?)

3. Falls kein Anspruch gegenüber der Firma besteht: habe ich einen Anspruch gegenüber meinem Steuerberater wegen Falschberatung?

4. Kann ich wegen nicht abgeführter USt aus den Jahren vor 2005 noch Schwierigkeiten von Seiten des Finanzamts bekommen? Mein Steuerberater meint, mehr als 3 Jahre könnten nicht rückwirkend geändert werden.

Vielen Dank - wegen des bevorstehenden Jahresendes eilt es etwas...
Sehr geehrter Ratsuchender,

anhand Ihrer Angaben, beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

1) und 2) Einen Anspruch gegen den alten Auftraggeber haben Sie nicht. Denn ausschlaggebend ist die von Ihnen gestellte Rechnung. Falls diese fehlerhaft ist, liegt dies in Ihrem Verantwortungsbereich. Natürlich können Sie bei dem alten Auftraggeber anfragen, ob er freiwillig bereit ist, die Rechnungen mit USt ausgewiesen, zu akzeptieren.
Dass er dies macht, bezweifle ich, da er ja seine Umsatzsteuerrerklärungen auch ändern müsste (und evtl. ist eine Änderung nicht mehr möglich wegen Bestandskraft).

3) Ja, das ist ein klarer Haftungsfall, Sie können daher Schadensersatz von Ihrem Steuerberater verlangen. Ihr Schaden ist, dass Sie jetzt aus den ursprünglichen (Netto-)Rechnungsbeträgen die Umsatzsteuer abführen müssen (d.h. Schaden in Höhe von 16 bzw. 19 %).

4) Nein, da wie ich Ihrer Anfrage entnehme, der Steuerberater in der Umsatzsteuererklärung 2005 ja Umsatzsteuer angibt.


MfG

Nachfrage vom Fragesteller 21.12.2008 | 23:18

Sehr geehrte Frau Kusnierek,
vielen Dank für die prompte und verständliche Antwort. 1. bis 3. ist mir jetzt klar. Die Begründung für 4. verstehe ich nicht ganz. Es ging mir um nicht ausgewiesene USt aus den Jahren bis 2004. Inwiefern entbindet mich die USt-Abführung für 2005 von den vorherigen? Danke für Ihre Mühe!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.12.2008 | 00:15

Entschuldigen Sie bitte, ich habe das Wörtchen `vor` in Ihrer Anfrage Nr. 3 überlesen.

Grundsätzlich beträgt die Festsetzungsfrist 4 Jahre (§ 169 II Nr. 2 AO), mir ist rätselhaft, warum Ihr Steuerberater von drei Jahren spricht. Diese Festsetzungsfrist beginnt gem. § 170 II Nr. 1 AO `später` wegen einer sog. Anlaufhemmung:
(dies wird in Ihrem Falle zutreffen bei der USt-Erklärung): hier fehlen für die Berechnung die Daten, wann die Erklärung tatsächlich eingereicht wurde)

Für die UST-Erklärung 2004:
1) Beginn der Festsetzungsfrist mit Ablauf des Jahres, in dem die Steuererklärung eingereicht wurde (z.B. 2005 als Jahr der Einreichung),
ABER
2) spätestens aber jedoch mit Ablauf 2007 (für USt 2003 mit Ablauf 2006 usw)

Das wäre einmal die sog. Anlaufhemmung, zu diesem Beginn sind jetzt noch die 4 Jahre Frist zu zählen.

Im Ergebnis: Geht man von Alernative 2) zum Jahre 2007 aus, so könnte die Finanzbehörde noch bis Ablauf 2011 den Bescheid ändern.
Alternative 1). Änderung im Bsp. möglich bis Ablauf 2009
Hinzukommen könnte noch eine sog. Ablaufhemmung (z.B. Steuerprüfung, bei Ihnen hier nicht der Fall)

Noch etwas: die Finanzbehörde könnte dazu tendieren, des Sachverhalt als leichtfertige Steuerverkürzung zu sehen: dann würde sich die Festsetzungsfrist auf 5 Jahre verlängern.
Das heißt, Sie sollten unbedingt einen kompetenten Berater aufsuchen und evtl. auch die früheren UST - Erklärungen berichtigen lassen.

Ich wünsche Ihnen ein Frohes Fest.

MfG

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