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Nachforderung Kindesunterhalt


30.11.2008 12:30 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Oliver Wöhler



Guten Tag,

im Juni 2008 habe ich meinen Exmann auf die Änderung des Unterhaltsrechtes und die Abänderung der Düsseldorfer Tabelle ab 01.01. 2008 hingewiesen und um Angleichung und Nachzahlung des Unterhaltes gebeten. Er hat den Unterhalt zwar angepasst und ab Juni den neuen Betrag gezahlt, aber die Differenz von Januar - Mai nicht erstattet. Ich habe einen Unterhaltstitel und überlege das ausstehende Geld gerichtlich einzufordern (ca. 150€). Nicht nur mir alleine unterliegt die Sorgfaltspflicht und er hätte doch allein schon durch die Medien die Veränderungen bemerken müssen oder?
Ist meine Nachforderung rechtens?
Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage. Bitte bedenken Sie, dass an dieser Stelle nur eine erste Einschätzung möglich ist und das jede Ergänzung des Sachverhalts zu einer veränderten rechtlichen Beurteilung führen kann.

Ganz grundsätzlich kann Kindesunterhalt für die Vergangenheit nur gefordert werden, wenn der Verpflichtete sich im Verzug befunden hat, oder wenn ein Unterhaltstitel besteht. Allein Ihr mündlicher Hinweis auf die neuen Taballen ab Jan. 08 wäre nicht ausreichend um die Nachforderung durchsetzen zu können, weil man davon ausgehen muss, dass Ihr Exmann dies bestreiten würde. Wenn Sie einen Titel haben, dann hängen Ihre Erfolgsaussichten davon ab, welchen Inhalt der Titel hat. Wenn es ein dynamisierter Titel ist, der den Unterhalt in Prozentpunkten ausdrückt, dann passt sich dieser Titel automatisch an. Es gelten dann immer die aktuellen Tabellenbeträge. Wenn Ihr Titel aber nur einen Festbetrag ausweist, dann findet keine automatische Erhöhung mit der Tabelle statt und Sie müssen Ihren Exmann für höhere Beträge erst in Verzug setzen.

Ihr Argument mit der eigenen Informationspflicht über die medien ist leider rechtlich bedeutungslos, auch wenn man es praktisch anders beurteilt.

Wenn der Titel also die Anpassung vorsieht (Beispiel: "100 % des Regelbetrages der jeweiligen Altersstufe") dann können Sie aus dem Titel die Zwangsvollstreckung betreiben. Sie sollten einen Anwalt aufsuchen, evtl. ist Ihr Exmann nach einem entsprechenden Anschreiben ja bereit freiwillig die 150 € nachzuzahlen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht und Arbeitsrecht

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