Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
466.110
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Muss ich die Kündigung zurücknehmen, wenn der Miete 2 MM aufgeholt hat ?


| 26.11.2008 00:27 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Sehr geehrte Anwälte,

was würden sie mir raten.

Ich habe eine Mieterin, die vom Amt lebt.
Das Amt hat ihr nun nach ihren Aussagen die Miete gekürzt, da ihre Kinder, die teilweise schon 18 sind, arbeiten und dies wird nun mit der Miete verrechnet, so dass sie nun meinte, dass sie leider nicht die ganze Miete zahlen kann und diesen Monat nur 200 Euro zahlen kann.

Wäre es nicht besser, ihr nun zu raten, am besten garnichts mehr zu zahlen, denn so wie es aussieht, wird das unausweichliche nur hinausgezögert und die Mieterin will eh ohne die Kinder sich alleine eine WHG suchen !

Wie sieht dies aus finanzieller Sicht aus.
Wäre es aufgrund des Rückstands von jetzt einen Monat und wohl im Dezember 2 MM nicht besser, hier die sofortige Kündigung auszuzsprechen ?

Meine weiteren Fragen nun.

Ich habe gehört, dass die Mieterin den Rückstand einmalig aufholen kann und das die Kündigung dann zürückgenommen werden muss.
Auf die Anwaltskosten würde ich dann sitzen bleiben.
Ich muss aber die Kündigung nur zurücknehmen, wenn die Mieterin den ganzen Betrag aufgeholt hat.

Folgendes Beispiel.:

Wenn mein Anwalt nun diese zwei MM einklagt und die Klage nun schon einige Monate läuft und wenn dann die Mieterin die eingeklagten zwei MM zurückzahkt, muss ich dann die ganze Kündigung, obwohl ja in den Folgemonaten neue Rückstände entstanden sind, zurücknehmen oder kann der Anwalt dies mit auf die Kündigung packen, so dass mehr Monate anfallen ?

Ist es also so, dass die Mieterin nicht nur die zwei MM aufholen muss, sondern im Fortlauf die ganze Miete, auch wenn der Anwalt nur die Monate November und Dezember einklagen würde ?
Oder wäre es wichtig, zu beobachten, ob weitere Rückständ erfolgen und die dann ebenso einzuklagen, so dass die Kündigung nicht zurückgenommen werden muss.

Noch ein Hinweis.:

Ich bitte alle Fragen zu beantworten und nur einen Anwalt, der sich damit auskennt !

Zudem bitte ich sie mir die Antwort praktisch zu geben.
Das zitieren von Gesetzen bringt mich als Nichtjuristen nicht sonderlich weiter.
Danke

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Guten Abend,

- Wenn Sie der Mieterin raten, keine Miete mehr zu zahlen, dann können Sie den Zahlungsrückstand nicht mehr als Grund für eine außerordentliche Kündigung verwenden. In dem Fall wäre eine Kündigung mit dieser Begründung treuwidrig.

- Auch die sofortige Kündigung zum jetzigen Zeitpunkt wäre unwirksam, da noch kein wichtiger Grund vorliegt: Erst bei Anlaufen von Mietrückstand in Höhe von zwei vollen Monatsmieten ist ein außerordentlicher Kündigungsgrund gegeben. Sie müssen also abwarten, bis dieser Rückstand tatsächlich anläuft.

- Es ist richtig, dass der Mieter die rückständige Miete zahlen und damit die Kündigung unwirksam machen kann (die Unwirksamkeit der Kündigung tritt per Gesetz automatisch ein). Es müssen dafür sämtliche fälligen Mieten bezahlt werden (auch solche, auf die die Kündigung noch nicht gestützt war), und zwar spätestens bis zwei Monate nachdem ihm die Räumungsklage zugestellt worden ist. Der Mieter kann diese »letzte Rettung« nur alle zwei Jahre in Anspruch nehmen. Wenn also, wie in Ihrem Fall zu befürchten, der Kündigungsrückstand ein permanenter Zustand wird, dann wird die Mieterin schon deswegen die Kündigung nicht unwirksam machen können, weil sie nicht den ganzen angelaufenen Rückstand begleichen kann. (Zu beachten ist übrigens, dass eine Übernahmeerklärung vom zuständigen Sozialamt dieselbe Wirkung wie eine Zahlung hat; auf diese Weise kann sie also evtl. die Kündigung abwehren.) Um also auf Ihre letzte Frage zu antworten: Es genügt, wenn die Kündigung auf zwei offene Mieten gestützt wird; um die Kündigung unwirksam zu machen, muss Ihre Mieterin den ganzen Zahlungsrückstand begleichen.

- Zum Prozess: Der Mieter kann nur den Räumungsanspruch abwehren, die fälligen Mieten müssen in jedem Fall bezahlt werden. Die Klage kann um weitere fällige Mieten erweitert werden, die während der Prozessdauer anfallen. Für den auf die Kündigung gestützten Räumungsanspruch ist dies jedoch nicht relevant (hier genügt, wie gesagt, der Rückstand von zwei Mieten). Wenn im laufenden Gerichtsverfahren Mieten gezahlt werden, dann hat Ihr Anwalt die Möglichkeit darauf zu reagieren (z. B. durch die sog. Erledigungserklärung) und damit für Sie ungünstige Kostenfolgen zu vermeiden. Wenn Ihre Ansprüche also zum Zeitpunkt der Klageerhebung begründet waren, dann müssen Sie grundsätzlich keine Kosten tragen, auch wenn die Klage während des Prozesses durch Erfüllung seitens der Beklagten unbegründet wird. Rein faktisch bleibt natürlich das Problem, dass Sie Ihre Kostenerstattungsansprüche hinsichtlich Gerichts- und Anwaltskosten nicht werden durchsetzen können, weil die beklagte Mieterin kein pfändbares Einkommen hat; selbst wenn Sie den Prozess also gewinnen, kann es sein, dass Sie auf sämtlichen Kosten »sitzen bleiben«.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 11.12.2008 | 11:01

Vielen Dank.

Sie schreiben, dass das Sozialamt dies ändern kann.
Wenn die Mieterin sich vom Amt einen Kredit holt, wäre dies möglich oder ?

Würde das Amt der Mieterin einen Überbrückungskredit gewähren ?

Und zur Konkretisierung auf ihre Antwort nochmal eine Frage.:

Sie sagen, dass Sozialamt kann die Sache aufholen, weiterhin muss die Mieterin alles aufholen, damit die Kündigung per Gesetz automatisch undgültig wird, dies kann sie nur alle 2 Jahre machen...

Sie schreiben nun weiter, dass sie dies nur 2 Monate NACH Zugang der Räumungsklage machen kann !
Was ist damit gemeint ?
Ist also die Räumungsklage, dass was der Anwalt gleich zu Anfang schreibt, wenn man zu einem Anwalt geht, wenn die Mieterin im Rückstand ist oder meinen sie hier die spätere Zustellung des Gerichtes ?

Wenn jetzt die Mieterin ab 2 Monate nach Eingang des Schreibens durch den Rechtsanwalt nichts mehr machen kann, heisst es ja, dass sie zwei Monate im Rückstand sein muss, dass dann gekündigt werden kann und dann nach 2 Monaten von dem Tag an, sie auch nichts mehr aufholen kann, um die Kündigung unwirksam zu machen !

Sehe ich dies richtig oder meinen mit Räumungsjlage, die spätere Schreiben durch das Gericht in dieser Sache.
Kann also die Mieterin, wenn das Gericht beispielsweise die Sache bearbeitet und einen Termin ansetzt, hier ab dem Zeitpunkt + zwei Monaten nix mehr machen ???
Oder wie meinen sie das ???

Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.12.2008 | 12:18

Zu Ihren Nachfragen:

> Wenn die Mieterin sich vom Amt einen Kredit holt, wäre dies möglich oder? Würde das Amt der Mieterin einen Überbrückungskredit gewähren?

Das kann erst beantwortet werden, wenn die Mieterin Ihnen die Übernahmeerklärung vom Sozialamt vorlegt. Ob sie Anspruch auf diese Leistung hat, kann natürlich nicht beurteilt werden.

> Sie schreiben nun weiter, dass sie dies nur 2 Monate NACH Zugang der Räumungsklage machen kann!
Was ist damit gemeint?

Damit ist der Zeitpunkt gemeint, zu dem die Mieterin spätestens die offenen Mieten bezahlen muss.

> Ist also die Räumungsklage, dass was der Anwalt gleich zu Anfang schreibt, wenn man zu einem Anwalt geht, wenn die Mieterin im Rückstand ist oder meinen sie hier die spätere Zustellung des Gerichtes?

Maßgeblich ist der Zeitpunkt, zu dem der Mieterin die Klage vom Gericht zugestellt wird.

> Kann also die Mieterin, wenn das Gericht beispielsweise die Sache bearbeitet und einen Termin ansetzt, hier ab dem Zeitpunkt + zwei Monaten nix mehr machen?

Wie gesagt: Nachdem die Klage zugestellt wurde, hat die Mieterin zwei Monate Zeit den Rückstand zu begleichen (gesetzliche Schonfrist). Nach Ablauf dieser Frist, wird sie den Räumungsprozess verlieren, d. h. zur Räumung verurteilt werden. Danach können Sie zum Vollstreckungsverfahren übergehen (sofern das Gericht keine Räumungsfrist gewährt).


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 11.01.2009 | 02:24


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"ok"
FRAGESTELLER 11.01.2009 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 57042 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde in sehr kurzer Zeit sehr präzise beantwortet. Das hilft mir gewaltig bei der Entscheidung zur weiteren Verfahrensweise. Eine Nachfrage war nicht nötig und ich fühle mich durch die Antwort wirklich sehr gut ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort von Herrn Raab hat mir sehr geholfen! Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Ich hatte den Eindruck, eine sehr persönliche Beratung zu bekommen! Danke vielmals! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat den Sachstand richtig verstand und hat dementsprechend geantwortet und Argumentiert ...
FRAGESTELLER