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Muss ich bei Vorstellungsgespräch mein jetztiges Gehalt nennen?


| 31.12.2008 13:27 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi



Müssen im Vorstellungsgespräch für einen neuen Arbeitsvertrag die Angaben zu meinem jetzigen Gehalt wahrheitsgemäss sein??
Bekommt der neue Arbeitgeber heraus (z.B. über meine Lohnsteuerkarte, die ich vom vorherigen Arbeitgeber zurückbekomme),
wie hoch mein Gehalt beim vorherigen Arbeitgeber war???

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank, dass Sie Ihre Frage eingestellt haben, die ich gerne beantworten will. Vorangeschckt sei aber der Hinweis, dass dieses Forum nur dazu dienen kann und soll, eine erste rechtliche Orientierung zu geben. Eine ausführliche Einzelberatung durch einen Anwalt Ihres Vertrauens kann dadurch nicht ersetzt werden.

Nun zu Ihren Fragen:

Ein Arbeitnehmer muss in einem Vorstellungsgespräch u. a. dann Angaben zu seinem vorherigen Einkommen machen, wenn die Beantwortung dieser Frage dem Arbeitgeber wichtige Informationen über die Qualifikation, Erfahrung oder den Dienstgrad des Bewerbers gibt. Oftmals ist das Einkommen von diesen Faktoren abhängig oder wird davon zumindest deutlich beeinflusst. Diese vorgenannten "Merkmale" eines Bewerbers sind für einen Arbeitgeber sicherlich für eine Einstellung (mit-)entscheidend. Ferner muss der Arbeitgeber davon ausgehen, dass der Bewerber entsprechend seiner Qualifikation zu entlohnen ist und auch eine solche Entlohnung erwarten wird. Bei einem früheren leistungsbezogenen Gehalt lässt die Höhe des Gehalts für den Arbeitgeber meist wichtige Rückschlüsse auf Leistungsbereitschaft/-fähigkeit und Einsatzbereitschaft des Bewerbers zu. Auch vor diesem Hintergrund ist die Frage für den Arbeitgeber durchaus von berechtigtem Interesse.

Natürlich kann der Arbeitgeber auch dann nach dem früheren Gehalt fragen, wenn der Bewerber verlangt, in dem neuen Arbeitsverhältnis mindestens genauso viel zu verdienen wie zuvor. Der Arbeitgeber kann dann nur durch die direkte Frage und deren Beantwortung die Gehaltsvorstellung des Bewerbers erfahren, wenn dazu vorher keine Angaben gemacht wurden.

Schließlich kann die Frage auch dazu dienen, eine evtl. angegebene Gehaltsvorstellung des Bewerbers auf ihre Berechtigung zu überprüfen und/oder eine "Selbstüberschätzung " des Bewerbers auszuschließen.

Besteht ein berechtigtes Fragerecht des Arbeitgebers (Feststellung von Qualifikation, Dienstgrad, evtl. Leistungsbereitschaft oder Klärung der Gehaltsvorstellung) gilt in der Regel, dass die Frage wahrheitsgemäß zu beantworten ist.

In den meisten Fällen wird die Frage nach dem vorherigen Gehalt wohl als zulässig und damit als wahrheitsgemäß zu beantworten zu bewerten sein.

Nur in den Fällen, in denen diese Frage allein dem Ausforschen der Vermögensverhältnisse des Bewerbers dient, wird die Frage nach dem vorherigen Einkommen als unzulässig angesehen. In diesen Fällen muss die Frage nicht beantwortet werden. Dieser Fall kommt aber eher selten vor.

Da Sie bei der Beantwortung der Frage nach dem vorherigen Einkommen grundsätzlich der Wahrheitspflicht unterliegen, können falsche Angaben u. U. zu erheblichen Nachteilen - schlimmstenfalls zur Anfechtung des Arbeitsvertrags oder der Kündigung - führen.

Es ist auch nicht völlig ausgeschlossen, dass der Arbeitgeber durch die Lohnsteuerkarte oder auf anderem Wege Kenntnis von der wahren Höhe des früheren Einkommens erlangen kann. Vor allem dann, wenn der Arbeitgeber Zweifel an den Angaben des Bewerbers hat, wird er sich um nähere Informationen bemühen oder den Bewerber ausscheiden lassen, weil von vornherein Zweifel an der Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit bestehen.

Ich kann daher nur anraten, die Frage, wenn sie wie in den meisten Fällen berechtigt gestellt wird, wahrheitsgemäß zu beantworten.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort eine erste rechtliche Orientierung und Hilfestellung gegeben zu haben und wünsche Ihnen für das Jahr 2009 alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin



Bewertung des Fragestellers 03.01.2009 | 19:13


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