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Muss ich Marklerprovision bezahlen?


| 05.12.2008 11:57 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Hallo,

ich habe schon immer recht viel hier im Forum gelesen und habe jetzt selber ein Problem, wobei mir vielleicht jemand helfen könnte.

Ich habe mir vor ein paar Wochen eine Wohnung über die Internetseite eines Marklerbüros rausgesucht. Dann habe ich Kontakt per E-Mail aufgenommen, da ich mir die Wohnung gerne ansehen wollte. Ein Tag später rufte mich das Büro und teilte mir mit das sich eine Frau XXX in Namen des Marklerbüros bei mir melden würde.

Diese Dame rief mich kurze Zeit später an und wir vereinbarten ein Besichtigungstermin, bei der Besichtigung betonte Sie immer wieder das Sie selber eine Marklerzulassung hat und Sie über das Marklerbüro wo ich mich eigentlich gemeldet habe abgerechnet wird. Nun ist es aber so, das die Dame beim Hauseigentümer angestellt ist und auch gleichzeitig die Hausverwalterin ist.

Frage: Muss ich die Marklerprovision an das Büro bezahlen oder nicht? Weil die Leistungen des Büro bestanden darin, mir Kontakt mit der Hauseigenen Marklerin meines Vermieters herzustellen.

Bis jetzt habe ich nur einfache Fälle gefunden, wo es darum geht das die Hausverwaltung selbst als Markler auftritt und da ist der Fall ja eindeutig, nur bei mir kam der Kontakt zur Hausverwalterin halt über nen Marklerbüro zu stande, die alles abgewickelt hat.

Ich wäre echt dankbar wenn mich jemand so schnell wie möglich aufklären könnte.

MarQ
Sehr geehrter Ratsuchender,

für ihre Anfrage möchte ich Ihnen danken und diese unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes summarisch wie folgt beantworten:

Gem. § 2 Abs. 2 Ziffer 3 WoVermittG (Gesetz zur Regelung der Wohnungsvermittlung) besteht ein Provisionsanspruch seitens des Maklers dann nicht, wenn der Mietvertrag über Wohnräume abgeschlossen wird, deren Verwalter eine natürliche oder juristische Person ist, diese an dem Geschäft des Maklers rechtlich oder wirtschaftlich beteiligt ist.

In Ihrem Fall ist die Maklerin und Verwalterin durch Ihre Tätigkeit für das von Ihnen eigentlich beauftragte Maklerbüro wirtschaftlich an dem Geschäft des Maklers beteiligt. Eine Provision für die Maklertätigkeit muss daher von Ihnen nicht bezahlt werden.

Da der Gesetzgeber ausdrücklich im Interesse der Wohnungssuchenden und der Transparenz eine strikte Trennung zwischen Makler und Verwalter wünschte, ist der Ausschluss der Provision in diesem Fall auch gerechtfertigt. Nur so kann die nichtgewünschte Umgehung des gesetzlichen Ausschlusses der Provisionspflicht verhindert werden.

Bitte beachten Sie, dass sich die Verwaltertätigkeit der tatsächlichen Maklerin über einen längeren Zeitraum erstrecken muss, so dass von einer maklertypischen Serviceleistung nicht mehr gesprochen werden kann, und das die Verwaltertätigkeit keine gelegentlich ausgeführte Gefälligkeit sein dar.

Abschließend weise ich daraufhin, dass ein mit dem von Ihnen geschilderte Sachverhalt absolut vergleichbarer Sachverhalt bereits durch den Bundesgerichtshof am 02. Oktober 2003 (Aktenzeichen BGH III ZR 5/03 – nachzulesen auf www.bundesgerichtshof.de) entsprechend meiner oben genannten Ausführungen entschieden worden ist. Ich rate Ihnen daher, die Maklerprovision unter Hinweis auf das obige Urteil nicht zu zahlen bzw. zurückzufordern.

Ich hoffe, Ihnen mit der Beantwortung der Frage weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen für die Klärung der Angelegenheit viel Glück.

Gern können Sie die Nachfragefunktion nutzen.

Abschließend weise ich daraufhin, dass das Weglassen oder Hinzufügen von Details die rechtliche Beurteilung der Angelegenheit verändern kann.

Mit freundlichen Grüßen


Christoph Lattreuter
- Rechtsanwalt -


PS.: Wenn Sie diese Antwort bewerten, helfen Sie mit, diesen Service transparenter und verständlicher zu gestalten.

Nachfrage vom Fragesteller 05.12.2008 | 13:16

Vielleicht habe ich es jetzt Falsch verstanden oder auch in der Fragestellung falsch geschrieben, nicht die Verwalterin will jetzt von uns eine Marklergebühr sondern das Marklerbüro die den Kontakt zur Verwalterin hergestellt hat.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.12.2008 | 13:37

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich habe Sie schon richtig verstanden. Das Maklerbüro, dem Sie ursprünglich den Auftrag gegeben haben, möchte von Ihnen eine Maklerprovision haben. Die Maklerleistung (Vermittlung von Wohnraum durch entsprechende persönliche Betreuung bei Besichtigung und Vertragsschluss) selbst wurde dabei durch die Verwalterin/Maklerin vor Ort auf Rechnung des Maklerbüros erbracht, da nach Ihrer Schilderung die Verwalterin/Maklerin vor Ort stets betonte, ihre Leistung über das Maklerbüro abzurechnen.

Sollte das Maklerbüro Ihre Maklerleistung ausschließlich in der Vermittlung der Kontaktdaten der Verwalterin sehen, so dürfe auch hierfür aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtung zwischen Maklerbüro und Verwalterin/Maklerin vor Ort der oben zitierte gesetzliche Ausschluss gelten, da die Maklerin offensichtlich Provision bzw. Teile der Maklergebühr erhält. Ansonsten hätte sie nicht betont, selbst eine Maklerzulassung zu haben.

Ein wenig problematisch dürfte jedoch sein, dass Sie die wirtschaftliche Verflechtung zwischen Maklerbüro und Verwalterin/Maklerin vor Ort z.B. durch Zeugenaussagen beweisen müssen. Ansonsten dürfte das Maklerbüro vor Gericht Recht bekommen, da die reine Vermittlung von Kontaktdaten für das Entstehen der Maklerprovision ausreicht.

Abschließend weise ich daraufhin, dass das Weglassen oder Hinzufügen von Details die rechtliche Beurteilung der Angelegenheit verändern kann.

Mit freundlichen Grüßen


Christoph Lattreuter
- Rechtsanwalt -


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Bewertung des Fragestellers 05.12.2008 | 13:03


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