Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
466.191
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Multi-Level-Provision für Onlineshop-Affiliates


| 05.12.2014 15:13 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Zusammenfassung: Abgrenzung Multi-Level-Marketing zur progressiven Kundenwerbung


Hallo liebes Frag-einen-Anwalt.de Team

Wir betreiben eine Preissuchmaschine (versenden aber keine Waren) und erhalten eine Provision, wenn ein Besucher über unser Portal zu den entsprechenden Online-Shops gelangt und dort bestellt.

Wir möchten nun unsere Preissuchmaschine zu einem Cashback-System ausbauen.

Als Marketing-Strategie möchten wir ein Multi-Level Netzwerkmarketing einsetzen.

Hier das Konzept:

Stufe 1

- Ein Partner (Affiliate) bewirbt unser Portal.
- Ein durch unseren Partner geworbener Konsument kauft ein (es werden auch zukünftige Einkäufe berücksichtigt)
- Wir erhalten eine Provision und reichen einen Teil der Provision an den Partner weiter (auch für zukünftige Einkäufe)

Stufe 2

- Der geworbene Konsument selbst wirbt weitere Konsumenten, die einkaufen
- Unser Partner erhält für jeden Kauf der neuen Konsumenten ebenfalls eine Provision (auch für zukünftige Käufe)

Stufe 3

- Unser Partner wirbt neue Affiliate-Partner, die Konsumenten werben
- Unser Partner erhält für jeden Einkauf eines Konsumenten, der von einen dieser neuen Partner geworben wurde ebenfalls eine (geringere) Provision

Stufe 4

- Auch für Konsumenten, die von Konsumenten geworben werden, die von Affiliates geworben wurden, die unser Partner geworben hat, erhält unser Partner eine (geringere) Provision

Jetzt die Frage: gibt es hier rechtliche Bedenken (z.B: progressive Kundenwerbung usw.)?
Auch eine Stellungnahme zur Abgrenzung zu Schneeballsystemen würde ich mir wünschen.

Vielen lieben Dank im Voraus

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage!


Ihre Frage möchte ich wie folgt beantworten:

1. Das von Ihnen beschriebene gestufte Provisionsmodell ist dem Multi-Level-Marketing (MLM) zuzurechnen.

Demgegenüber zeichnet sich progressive Kundenwerbung, wozu Schneeballsystem oder Pyramidensystem zählen, dadurch aus, dass ein Laie (Kunde) einen anderen Kunden wirbt, aber vom Veranstalter zunächst selbst Waren über den eigenen Bedarf hinaus erworben hat, so dass er unter erhöhtem Druck steht, diese an neu zu werbende Kunden zu veräußern. Andernfalls droht ihm ein wirtschaftlicher Verlust.

Eine solche progressive Kundenwerbung begründet nicht nur wettbewerbsrechtliche Abmahngefahr (Nr. 14 Anhang zu § 3 Abs. 3 UWG), sondern ist auch strafbar gemäß § 16 Abs. 2 UWG.

2. Ein Provisionsmodell im MLM wie von Ihnen beschrieben, bei denen der Kunde (oder ein Affiliate) durch Anwerben neuer Kunden (oder Affiliates) einen zusätzlichen Vorteil gewinnt (Provision der 2. oder nachfolgenden Stufe) ist dagegen zunächst zulässig, da hier der Kunde nicht zunächst selbst mehr Waren ankaufen muss, als er benötigt o.ä.

Insbesondere ist dieses Modell in dieser Form nicht strafbar.

Wettbewerbsrechtliche Abmahngefahr kann sich jedoch aus den allgemeinen lauterkeitsrechtlichen Vorschriften ergeben.

Insbesondere stellt es eine abmahnfähige Rechtsverletzung dar, wenn der kommerzielle Charakter der Anwerbung neuer Kunden nicht offen gelegt wird, d.h. wenn eine Privatperson einen Kunden anwirbt ohne zu offenbaren, dass ihr dadurch ein Provisionsanspruch zukommt.

Ebenfalls zu bedenken ist, dass bei Werbung im Internet die Vorschriften über unzumutbare Werbung und unverlangte Email-Werbung zu beachten sind (§ 7 UWG), auch wenn ein privater Endkunde einen anderen im Freundes- und Bekanntenkreis wirbt.

Ein Verstoß würde auch zur Haftung des Unternehmers führen, der das Werbe- und Provisionsmodell installiert hat.




Ich hoffe, Ihnen eine rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!


Mit freundlichen Grüßen

Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 05.12.2014 | 21:30


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Meine Fragen wurden auf den Punkt beantwortet. Vielen Dank!"
FRAGESTELLER 05.12.2014 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 57042 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde in sehr kurzer Zeit sehr präzise beantwortet. Das hilft mir gewaltig bei der Entscheidung zur weiteren Verfahrensweise. Eine Nachfrage war nicht nötig und ich fühle mich durch die Antwort wirklich sehr gut ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort von Herrn Raab hat mir sehr geholfen! Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Ich hatte den Eindruck, eine sehr persönliche Beratung zu bekommen! Danke vielmals! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat den Sachstand richtig verstand und hat dementsprechend geantwortet und Argumentiert ...
FRAGESTELLER