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Mündlicher Ausbildungsvertrag


| 17.11.2004 09:35 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Guten Tag,

ich habe ein Problem im Bereich Ausbildung und hoffe das Sie mir hierbei eine erste Hilfe geben können.
Ich war für dieses Jahr auf der suche nach einer Ausbildungsstelle und habe mich dabei unter anderem bei einem Sportverein beworben.
Nachdem ich mehrere Vorstellungsgespräche mit dem Manager und auch mit einer Organisation die für Firmen Azubis sucht durchlaufen habe bekam ich im April diesen Jahres von dem Manager des Vereins eine mündliche Zusage.
Darauf hin habe ich andere Vorstellungsgespräche abgesagt.
Wie während der Vorstellung versprochen begann ich ca. 3 Monate vor Ausbildungsstart eine Art Vorpraktikum und arbeitete in nicht geringer Stundenzahl (Vollzeit) auf der Geschäftsstelle und bei Außenterminen.
Das man mich kurz vor dem 1.8 vertröstete und mit mitteilte das man die Ausbildung erst zum 1.9. beginnen würde wunderte mich da es in diesem Verein üblich ist Dinge spät zu erledigen.
Von meiner Seite aus gab es zu diesem Zeitpunkt bereits einen mit dem Manager zusammen ausgefüllten Vertrag mit allen Bedingungen wie Gehalt etc.
Dieser Vertrag wurde aber lediglich von mir unterzeichnet und Anschließend von einem Vorstandsmitglied mitgenommen um darüber in einer Vorstandsitzung zu beraten.
Vier Tage vor Ausbildungsbeginn teilte man mir dann der Präsident des Vereins in einem Gespräch mit, das die Ausbildung nicht stattfinden werde was sowohl mich als auch den Manager völlig unerwartet traf.
Auf eine Begründung hierfür seitens des Präsidiums warte ich bis heute vergebens.
Man teilte mir lediglich mit, dass es nie einen Auftrag von Präsidiums Seite gegeben habe, einen Auszubildenden zu suchen.
Somit versucht man meiner Ansicht nach die Schuld auf den Manager zu schieben, der sich dagegen heftig werte.
Mindestens ein Mitglied des Vorstands kann jedoch bestätigen, dass es diesen Auftrag seitens des Vereins gab.
Außerdem teilten mir verschiedene Mitarbeiter des Vereins mit, dass sie schon Wochen vor mir wussten das die Ausbildung beim Verein nicht stattfinden wird und sie davon ausgehen würden das ich die Ausbildung in der Firma des Managers beginnen würde.
Seit dem hat man mich hingehalten mit Gesprächen über doch noch möglicherweise stattfindende Ausbildung etc.
Gestern teilte mir der Präsident mit, dass er bereit wäre mir eine Entschädigung von 2 Monatsgehältern (je 500 Euro) zu zahlen.
So ist die aktuelle Situation.
Zur Struktur des Vereins sei erwähnt das der Manager eine eigene Firma besitzt für die nur er tätig ist und die zu 100% für den Verein arbeitet und die Marketing und Sponsoring aufgaben erledigt.
Er ist also NICHT angestellter des Vereins sondern erhält lediglich Provisionszahlungen, arbeitet aber nur für den Verein und das auch in den Räumlichkeiten des Vereins.
Der Verein an sich ist ein e.V.
Die besagte beratende Firma kannte alle Details in diesem Falle, somit ist auch die Zusage an meine Person kein Geheimnis und würde sich dahingehend auch in einem Rechtsstreit äußern.

Meine Fragen nun:
Welche Ansprüche auf Schadensersatz kann ich geltend machen ?
Welche Höhe würden Sie mir raten ?
Muss ich Fristen beachten ?
Würden Sie mir raten vor das Arbeitsgericht zu ziehen ?
Wen würde es treffen, wenn mir das Arbeitsgericht recht gibt, den Manager, den Verein oder beide ?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort und das Sie sich die Zeit genommen haben.
Sehr geehrter Anfragender,

Ihr Schadensersatzansprüche gegen den Verein beruhen, soweit man dies aufgrund Ihres Sachverhaltes beurteilen kann, auf zwei Gründen:

1. unentgeltliches Praktika für 3 Monate

2. Schadensersatz aus entgangenem anderer Bewerbung

Wenn Ihnen von vorneherein gesagt worden wäre, dass Sie keine Ausbildungsstelle bekommen, dann hätten Sie ja nicht drei Monate umsonst gearbeitet.

Den Anspruch könnte man entweder über entgangenen Gewinn (Sie haben nicht woanders gearbeitet.) oder über Bereicherung (Der Verein hat Ihre Arbeitsleistung umsonst erhalten.) begründen. Bei der Höhe kommt es (a) auf den üblichen Stundenlohn und auf die Dauer der Tätigkeit an. Genaueres kann nur nach intensiverer Prüfung gesagt werden. 3x € 500 wäre aber wohl ein Angebot, dass man annehmen könnte.

Hinsichtlich des nicht vorhandenen Ausbildungsplatzes ist die Berechnung des Schadens viel schwieriger.

Zum einen müssten Sie beweisen, dass Sie einen anderen Ausbildungsplatz bekommen hätten, wenn Sie sich rechtzeitig beworben hätten. Das ist in heutigen Zeiten schon nicht ganz einfach.

Weiter könnten Sie Schadensersatz nur bis zu dem Zeitpunkt erhalten, zu dem erstmalig eine Kündigung möglich gewesen wäre. Da üblicherweise eine Probezeit vereinbart wird, in der die Kündigung ohne Angabe von Gründen möglich ist, käme es auf die dann übliche Kündigungsfrist an. Häufig sind das 14 Tage. Daraus folgt, dass Sie - selbst wenn es Ihnen gelingt, einen anderen Ausbildungsplatz nachzuweisen - als weiteren Schadensersatz "nur" 1/2 Ausbildungsgehalt geltend machen könnten.

Ein Urteil würde immer nur den Treffen, den Sie verklagt haben. Wer hier sinnvoller Weise verklagt werden sollte, müsste ggf. in der Weise geprüft werden, dass die Satzung des Vereins, das Briefpapier und der Vereinsregistereintrag einmal dahingehend abgeklopft wird, wer den Verein eigentlich vertritt. Manager oder Vorstand?

Die 3 Wochen Frist für eine Kündigungsschutzklage findet auf Sie keine Anwendung.

Ob Sie tatsächlich Klage erheben sollten kann hier nicht abschließend gesagt werden. WEnn Sie Klage erheben, müssen Sie mit einem Prozesskostenrisiko rechnen. Ich würde zuerst versuchen, von dem Verein 3,5 * € 500 = € 1750 als Vergleich zu erhalten. € 1.000 wurden Ihnen freiwillig angeboten. Das Gericht würden wahrscheinlich einen Vergleichsvorschlag in Höhe von EUR 1375 unterbreiten. Falls Sie dies außergerichtlich freiwillig vom Verein erhalten, sollten Sie das Geld nehmen und den Verein vergessen.

Anderenfalls müssten Sie die ganze Angelegenheit ggf. ausführlich mit einem Anwalt besprechen.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
- Rechtsanwalt -
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