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Motorschaden Gebrauchtfahrzeug


18.12.2012 13:07 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von



Hallo, ich habe vor 8 Wochen einen Opel Zafira 1,9 Diesel EZ 08.08 bei einem Händler gekauft. Er hatte 100.000 km (Geschäftswagen). Nun hat er 103.000 km und einen Motorschaden! Die Opel Werkstatt sagt die Wasserpumpe sei "fest gefressen" und dadurch der Zahnriemen verrutscht und peng die Kolben durchgeschlagen - Ergebnis Motor hin - ca. 4.500 € Reperaturkosten! Opel sagt weiter das der Gebrauchtwagenhändler dies übernehmen müsste. Dieser sagt aber, er habe mir ein fahrtüchtiges Auto verkauft. Wenn der Schaden dann nach 3.000 km eintritt ist dies Pech, aber nicht seine Schuld! Was soll ich jetzt tun? Mein Fahrzeug steht jetzt beim Opelhändler. Wer muss bezahlen? Bitte helfen Sie mir weiter, ich weiss nicht was ich nun tun soll/kann.
18.12.2012 | 15:18

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst darf ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur zu einer ersten rechtlichen Orientierung auf Basis der übermittelten Informationen dient.

Sie teilen in Ihrer Frage mit, dass Sie das Fahrzeug bei einem Händler gekauft haben. Ich gehe daher davon aus, dass Ihr Vertragspartner der gewerbliche Gebrauchtwagenhändler als Verkäufer ist und Sie das Fahrzeug als Verbraucher gekauft haben. Sollte nicht der Gebrauchtwagenhändler Ihr Vertragspartners sein wäre weiter zu hinterfragen, wer Vertragspartner ist und ob tatsächlich eine überwiegend geschäftliche Nutzung des Fahrzeugs vorlag.

Im Rahmen eines Gebrauchtwagenkaufes bei einem gewerblichen Händler durch einen Verbraucher greift die gesetzliche Gewährleistungspflicht des Verkäufers aus den §§ 474 ff. BGB. Der Händler als Verkäufer hat die Möglichkeit die Gewährleistungszeit unter bestimmten Umständen auf ein Jahr zu beschränken. Ein vollständiger Ausschluss der Gewährleistung ist für den Händler allerdings im Falle dieses sog. Verbrauchsgüterkaufs nicht möglich. Vorliegend besteht also in Ihrem Fall unter obiger Annahme grundsätzlich die Gewährleistungspflicht des Händlers.

In den ersten sechs Monaten der Gewährleistungszeit greift insoweit die sog. Beweislastumkehr aus § 476 BGB. Danach wird gesetzlich vermutet, dass wenn sich innerhalb von sechs Monaten seit Gefahrübergang, also regelmäßig der Übergabe des Fahrzeugs, ein Sachmangel zeigt, die Sache bereits zu diesem Zeitpunkt mangelhaft war. Der Händler ist so in der Nachweispflicht, dass der Mangel bei Übergabe des Fahrzeugs nicht vorlag.

§ 476 BGB regelt aber auch, dass diese Beweislastumkehr nicht greift, wenn die Vermutung mit der Art der Sache oder des Mangels unvereinbar ist. In Ihrem Fall liegt insoweit ein mögliches Problem im Hinblick auf einen Anspruch. Regelmäßig wird eine Abnutzung durch den Gebrauch des Fahrzeugs anzunehmen sein, ob dazu auch eine defekte Wasserpumpe nach 103.000 km bei diesem Modell gehört ist eine Frage der tatsächlichen Beurteilung durch einen entsprechend qualifizierten Sachverständigen. Sie müssten also zunächst beweisen, dass es sich hier um einen Sachmangel überhaupt handelt. Der Beweiswert eines Privatgutachtens ist dabei allerdings eher gering. Auf diesem Wege haben Sie jedoch die Möglichkeit eine erste Einschätzung dieser Frage zu erhalten. Im Rahmen eines sog. selbständigen Beweisverfahrens kann eine Klärung der Frage auch durch einen vom Gericht eingesetzten Gutachter erfolgen, was dann für die Parteien auch bindend im weiteren Verfahren verwendet werden kann. Auch wäre zu hinterfragen, ob der der Mangel dem Händler den Mangel etwa sogar verschwiegen hat. Anhaltspunkte dafür liefert Ihr Vortrag allerdings nicht.

Ich gehe davon aus, dass das Fahrzeug noch nicht repariert wurde. Greift ihr beschriebenes Recht auf Gewährleistung, gelingt also der Nachweis eines Sachmangels, haben Sie einen Anspruch auf Nacherfüllung aus § 439 BGB. Sie können vom Verkäufer, also dem Händler, verlangen, dass dieser den Mangel beseitigt oder auch eine Nachlieferung eines mangelfreien Fahrzeugs, letzteres wird jedoch zum Teil strittig gesehen. Dieses Recht sollten dann Sie schriftlich unter angemessener Fristsetzung gegenüber dem Händler ausüben. Wichtig ist dabei, dass der Zugang des Schreibens dokumentiert wird. Ein Einschreiben mit Rückschein stellt dabei einen Anscheinsbeweis dar und reicht zumeist so aus. Nach Ablauf der gesetzten Frist oder wenn der Händler die Nachbesserung ablehnt bestehen weitere Rechte wie etwa Rücktritt vom Vertrag oder Minderung des Kaufpreises.

Im Ergebnis rate ich Ihnen, sofern die gesetzte Frist erfolglos verstreicht oder der Händler die Reparatur endgültig ablehnt, in diesem Fall einen Kollegen entsprechend mit der weiteren Wahrung Ihrer Rechte zu beauftragen.


Rechtsanwalt Arne Pfaus

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