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Motorroller bei ebay ersteigert - Defekt nach Auktionsende mitgeteilt


| 25.12.2008 19:02 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht



Am 06.12.2008 habe ich bei ebay einen Motorroller ersteigert. Laut Beschreibung bei ebay (Artikelnummer: 280289226045) war er in einwandfreiem Zustand und sollte er "auf Schlag anspringen". Kaufpreis war 595,-- EUR. 30 Minuten nach Auktionsende teilte mir der Verkäufer per EMail mit, daß der Roller nicht anspringt und irgend etwas nicht stimmt. Am Vergaser würde kein Kraftstoff ankommen. Er teilte mir ferner mit, daß es nun zwei Möglichkeiten gäbe. Entweder wir einigen uns darauf, den Kauf rückgängig zu machen oder er versucht, das hinzubekommen und würde mit mir Kontakt aufnehmen, sobald der Roller fahrtüchtig ist. Der Roller hätte längere Zeit gestanden und er wüßte nicht genau, woran es liegt.

Ich teilte am gleichen Tag per EMail mit, daß ich
a) weiterhin an dem Roller interessiert sei und warten wolle, bis er wieder läuft
b) aber nicht ausschließen würde, mich nach einem anderen Roller umzuschauen, da es online weitere interessante Angebote gäbe
c) den Roller mit Defekt auch nehmen würde, allerdings wäre dies eine Preisfrage.

Ferner ist das gleiche Fahrzeug (Stand 25.12.2008) bei www.mobile.de ebenfalls als "unverkauft" veröffentlicht.

Auf telefonische Nachfrage am 11.12.2008 hin war er aber bereits "verkauft". Wobei die Aussage sehr "zögerlich" kam.

Am 11.12.2008 kam über ebay die Aufforderung durch den Verkäufer, die Transaktion abzubrechen. Laut Verkäufer hätte ich kein Interesse. Wir hätten uns geeinigt, die Transaktion aufzuheben, da ich angeblich kein Interesse hätte.

Ich habe am gleichen Tag sofort über ebay geantwortet und geschrieben, daß wir uns "NICHT" geeinigt hätten und ich weiterhin Interesse an dem Roller hätte. Ferner hatte ich einen Besichtigungstermin vorgeschlagen für das darauf folgende Wochenende. Um dann über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Auf diesen Terminvorschlag wurde nicht eingegangen.

Am 12.12.2008 antwortete der Verkäufer, daß er angeblich von mir keine Nachricht über das weitere Vorgehen hätte. Aufgrund dessen sei er davon ausgegangen, daß ich kein Interesse mehr habe. Sollte ich dennoch Interesse haben, so sei er ab Mittwoch (17.12.2008) im Urlaub und komme am 4. Januar wieder. Ab dann könne er sich darum kümmern. Ich solle antworten oder den Fall zu unserer beiden Zufriedenheit schließen.

Am 12.12.2008 habe ich darauf geantwortet, daß ich nach wie vor Interesse an dem Roller hätte, aber gerne wissen würde, warum er nicht anspringt. Auf diese Nachfrage erhielt ich keine Antwort mehr.

Am 13.12.2008 habe ich sowohl per EMail als auch per Einschreiben mit Rückschein dem Verkäufer folgendes mitgeteilt:
Da ich erneut von Ihnen nicht gehört habe, gehen wir nun wie folgt vor:
Da wir einen gültigen Kaufvertrag haben und der Kaufgegenstand einen erheblichen Mangel aufweist, fordere ich Sie mit Frist bis zum 20.12.2008 auf, den Mangel zu beheben und den Roller wie in der Auktion beschrieben zur Abholung bereitzustellen.
Alternativ akzeptiere ich einen, dem Mangel entsprechenden Preisnachlaß.
Aufgrund des erheblichen Mangels ist der Gewährleistungsausschluß hier nicht wirksam.
Darüber hinaus liegt der Verdacht nahe, daß es sich, sofern der Roller tatsächlich nicht anspringt, um eine arglistige Täuschung handelt.
Für mich liegt die Vermutung nahe, daß der Roller anderweitig verkauft wurde. In diesem Fall würde es sich um Betrug handeln.
Nach Ablauf der gesetzten Frist zum 20.12.2008 schalte ich bei Nichterfüllung des Vertrages einen Anwalt ein.

Am 18.12.2008 wurde das Einschreiben an den Verkäufer direkt zugestellt. Was mich wundert, denn laut EMail vom 12.12.2008 sollte der Verkäufer im Urlaub sein.

Am 18.12.2008 hat der Verkäufer geantwortet, daß der erwähnte Mangel von ihm nicht zu vertreten sei. Der Roller sei im Moment komplett auseinandergeschraubt, Fotos könne er gerne zukommen lassen. Weswegen er nicht anspringt, kann er nicht genau sagen. Wie bereits erwähnt, sei er ab dieser Woche im Urlaub und könne sich nicht kümmern. Ich solle einen anderen Vorschlag machen, da er nicht bereit sei, noch ettliche Hundert Euros zu investieren, um den Roller zum Laufen zu bringen. Ich wurde um Verständnis gebeten und ich würde letztendlich nichts außer einem defekten auseinandergeschraubten Roller erhalten.

Dies war der letzte Kontakt.

Ich kann mir folgende Szenarien vorstellen, benötige aber hierzu einen rechtlichen Rat:

Verwundert bin ich darüber, daß 30 Minuten nach Kauf der Roller defekt sein soll, wobei in der ebay Anzeige von einem einwandfreien Zustand die Rede war. Kann ich in dem vorliegenden Fall:

- Vom Kaufvertrag zurücktreten und Schadenersatz geltend machen, weil der
Vertragsgegenstand nicht die beschriebenen Eigenschaften besitzt und ich
offensichtlich getäuscht wurde?
- auf Nachbesserung pochen und verlangen, daß der Vertragsgegenstand in einen
der Auktion entsprechenden Zustand gebracht wird
- einen angemessenen Preisnachlaß aushandeln (was wäre angemessen?) und den
Roller in Einzelteilen abnehmen? Ich schätze die Reparatur in einer Fachwerkstatt
auf 250,-- EUR.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ich beantworte Ihre Frage auf der Grundlage der von Ihnen gegebenen Informationen wie folgt:

Sie haben einen Anspruch auf Lieferung eines mangelfreien Rollers, der der Produktbeschreibung entspricht. Da der Verkäufer sich in Verzug befindet können Sie die Ihnen kraft Gesetzes zustehenden Rechte geltend machen; hier kommt zunächst eine Klage auf Erfüllung - also Lieferung des Rollers in Betracht. Sollte der Roller bei Lieferung mangelhaft sein, können Sie eine Frist zur Mängelbeseitigung setzen und nach Ablauf der Frist eine Minderung des Kaufpreises verlangen oder von dem Vertrag zurücktreten und Schadensersatz wegen Nichterfüllung verlangen. Sofern der Mangel nicht beseitigt wird können Sie die Arbeit selbst ausführen lassen und die Kosten als Schadenersatzanspruch geltend machen oder wie vor zurücktreten und Schadensersatz wegen Nichterfüllung verlangen. Sie können auch sofort von dem Vertrag zurücktreten und Schadensersatz wegen Nichterfüllung geltend machen. Der Nichterfüllungsschaden liegt in dem Mehrpreis, denn Sie für einen vergleichbaren Rolller zahlen müssen.

Wegen des bereits eingetretenen Verzuges können Sie auch die Kosten dieser Auskunft geltend machen.


Ich hoffe, Ihnen mit vorstehenden Ausführungen eine erste Orientierung gegeben zu haben. Für Nachfragen nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.
Bewertung des Fragestellers 29.12.2008 | 22:45


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