Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
141.968 Fragen, 59.645 Anwaltsbewertungen
450.713
Registrierte
Nutzer
businessandmore.de Anwalt? Hier lang  | 24 Anwälte online

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Miterbe unterschreibt Vertrag zur Umschreibung des Grundstückes nicht


25.10.2004 15:52 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Eltern haben 1994 ein gemeinsames Testament beim Notar hinterlegt. In dem Testament sind meine Schwester und ich als Erben eingesetzt.
Im Mai 1995 verstarb mein Vater und letztes Jahr im August (2003) meine Mutter. Laut Testament sollte meine Schwester das gesamte Bargeldvermögen und ich die Doppelhaushälfte mit Grundstück erben. Zusätzlich wurde in dem Testament festgehalten, dass ich meiner Schwester 10.000 Euro zu zahlen habe.
Meine Schwester hat nach Erhalt des Testaments im Oktober 2003 sofort alle Konten bei den Banken aufgelöst und das Bargeld erhalten. Weiterhin hat sie im Oktober 2003 die im Testament genannten 10.000 Euro von mir erhalten.
Im Juni 2004 habe ich dann einen neuen Grundbuchauszug von dem geerbten Grundstück mit Doppelhaus erhalten. In diesem Grundbuchauszug bin aber nicht ich zu 100% als Eigentümerin eingetragen, sondern es ist eine Erbengemeinschaft, die aus meiner Schwester und mir besteht, genannt. Danach ist meine Schwester zu 50% Miteigentümerin des Grundstückes und des Doppelhauses.
Laut Notar, der das Testament verwaltet, wird in diesem Fall zunächst immer eine Erbebgemeinschaft im Grundbuch eingetragen.
Im Juli 2004 hatte der Notar dann einen Vertrag zur Umschreibung des Grundbesitzes vorbereitet, den er von meiner Schwester und mir unterschreiben lassen wollte.
Leider weigert sich meine Schwester jetzt, den Vertrag zu unterschreiben, da sie der Meinung ist, dass ihr das Grundstück und das Doppelhaus ebenfalls zur Hälfte zusteht. Sie möchte nun eine weitere Geldzahlung, ansonsten unterschreibt sie den Vertrag nicht. Ein genauer Betrag wurde aber noch nicht weiter beziffert. Nun meine Fragen:

1. Wird in dem o.g. Fall immer zuerst eine Erbengemeinschaft im Grundbuch eingetragen, obwohl ein Testament vorlag?
2. Was kann ich unternehmen, wenn meine Schwester sich weiterhin weigert, denn Vertrag zur Umschreibung des Grundbesitzes zu unterschreiben?
3. Kann meine Schwester verlangen, dass ich ihr eine weitere Geldzahlung zukommen lasse?
4. Kann meine Schwester das Testament noch anfechten, obwohl sie bereits im letzten Jahr das gesamte Bargeldvermögen und die 10.000 Euro von mir erhalten hat?

Mit freundlichen Grüßen







25.10.2004 | 17:55

Antwort

von


6 Bewertungen
Rechtsanwaltskanzlei Filler
Weender Landstraße 1
37073 Göttingen
Tel.: 0551 – 79 77 666
Fax: 0551 – 79 77 667
E-mail: filler@goettingen-recht.de



In Beantwortung Ihrer Fragen teile ich Ihnen folgendes mit:
An dieser Stelle ist es wichtig, sich das Testament Ihrer Eltern genau anzusehen.
Sie und Ihre Schwester sind als Erben eingesetzt worden. Das bedeutet, dass Sie zu gleichen Teilen erben. Darüber hinaus haben Ihre Eltern verschiedene Vermächtnisse formuliert. Ihre Schwester sollte das Barvermögen, Sie das Haus erhalten, mit der Auflage, Ihrer Schwester 10.000,00 € zu übertragen.
Danach haben Sie gegen Ihre Schwester einen Anspruch darauf, dass diese der Übertragung des Grundstückes auf Sie alleine zustimmt. Diesen Anspruch könne Sie notfalls gerichtlich durchsetzen.
Die Frage, ob Ihre Schwester noch weitere Zahlungsansprüche gegen Sie hat lässt sich an dieser Stelle nicht beantworten:
1. Fall: Es handelt sich um ein normales Vermächtnis. Für diesen Fall gilt, dass das Erbe insgesamt bewertet werden muss. Sollte das Haus einen größeren Wert als die Hälfte des Erbes insgesamt haben, müssten sie diesen Betrag (abzgl. der bereits gezahlten 10.000,00 €) Ihrer Schwester auszahlen.
2. Fall: Es handelt sich bei dem Haus und dem Barvermögen um sogenannte Vorausvermächtnisse. In diesem Fall gilt, dass Sie alles außer dem Haus und dem Barvermögen zu gleichen Teilen erben.
Dafür, dass Ihre Eltern diese für Sie günstigere Verfügung treffen wollten und dies auch getan haben spricht, dass Ihnen auferlegt wurde, weitere 10.000,00 € an Ihre Schwester zu zahlen.
In jedem Fall haben Sie Anspruch auf Übertragung des Eigentumsanteils Ihrer Schwester.
Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung
Mit freundlichen Grüßen
(Regine Filler)
Rechtsanwältin


ANTWORT VON

Göttingen

6 Bewertungen
RECHTSGEBIETE
Markenrecht, Internet und Computerrecht, Wettbewerbsrecht, Domainrecht, Urheberrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 53827 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Wir waren mit dem Anwalt sehr zufrieden, die Auskunft hat uns sehr geholfen. ...
5,0/5,0
Ausführlich und verständlich. ...
5,0/5,0
Meine Frage wurde vollumfänglich, verständlich und schnell beantwortet. Bin sehr zufrieden. Danke! Mit freundlichen Grüßen ...