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Mit Ebay-Kleingewerbe Verkauf von eigenen privaten Gegenständen - Steuerfragen


23.12.2013 04:35 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Hallo,
seit einiger Zeit gehen mein Mann und ich mit folgendem Problem um:
Im Laufe der Jahre haben sich durch eigene Anschaffungen und das Erbe meiner Eltern und deren Ahnen unzählige Dinge angehäuft, die wir in einigen Jahren nicht mit auf unsern Alterssitz und schon gar nicht mit in die Grube nehmen können. Deshalb soll der Haushalt in den nächsten Jahren entschlackt werden, speziell eine riesige Bibliothek, auch mit bibliophilen Kostbarkeiten, umfangreicher Hausrat, zT bis zurück in die Gründerzeit, Münz- Briefmarken- und Mineraliensammlungen, Schmuck, Porzellan, Silber, Bilder etc. Nicht vieles davon ist wirklich wertig, aber die Menge machts, die mittlerweile vom Keller bis zum Dach ein mittelgroßes Einfamilienhaus füllt.
Vieles davon möchte ich in den wenigen Jahren, die uns noch bis zur Rente verbleiben, verkaufen - und zwar bei ebay. Dort bin ich seit 2003 angemeldetes privates Mitglied mit rund 1000 Bewertungen insgesamt und habe in diesen Jahren ca 50 / 50 privat eingekauft und (vor allem aus dem Erbe meiner Eltern) verkauft - zuletzt in größeren Mengen im Jahr 2008. Letzteres hat mir immer deshalb immer sehr viel Freude bereitet, weil ich durch die Präsentation geliebter oder zumindest vertrauter Gegenstände besser von ihnen Abschied nehmen konnte... Und weil ich immer das Gefühl hatte (durch die Bewertungen bestätigt), dass die Käufer diese Gegenstände schätzten...
Deshalb möchte ich auch weiterhin dort verkaufen.
So viel zur Gefühlslage.

Nun zum Faktischen:
Im Zuge der Vorbereitung meiner Verkaufsaktivitäten habe ich recherchiert, dass immer öfter auch Menschen, die private Dinge verkaufen, als gewerbliche Händler eingestuft werden - einfach weil sie zu viel verkaufen. Um nicht in diese Falle zu laufen, würde ich für den online-Handel gern ein Gewerbe anmelden.
Das ist, wie ich herausbekommen habe, einfach, die nötigen Schritte sind mir bekannt, bis hin zur Verpackungsverordnung, den nötigen AGB für gewerbliche Händler etc.
Ich bin Freiberuflerin und mit sieben Prozent UST veranlagt.
Für das Gewerbe eine EÜR für die Einkommenssteuer anzufertigen, wird mir also nicht schwer fallen, weil ich dies für meine Freiberuflichkeit seit Jahrzehnten tue, inklusive UST-Erklärung.
Da es sich nur um einen Nebenerwerb handeln soll, spielen auch versicherungstechnische Fragen keine Rolle, weil ich mit meinem "Haupteinkommen" über die Künstlersozialkasse pflichtversichert bin.

Mit dem geplanten Nebenerwerb denke ich, in jahreszeitabhängigen Phasen der Minderbeschäftigung (ich bin Journalistin im Fernsehbereich, da gibt's nicht nur ein Sommer- sondern auch ein Winterloch...) beim Hausaufräumen durchschnittlich jährlich ca. 4.000 Euro Umsatz - heißt 2.000 Euro Gewinn generieren zu können evt weniger. Das ist immerhin ein netter Urlaub! Und das zirka fünf Jahre lang.

Die Tücke lauert wie immer im Detail, deshalb hier nun meine konkreten Fragen:
1.
Eigenbelege
Wenn ich als Gewerbetreibende ein privates Dingsbums verkaufe, muss ich es ja erst einmal "in den Betrieb holen". Buche ich das als Betriebsausgabe in Form einer Privateinlage mit einem Eigenbeleg?
Ich habe gelesen, bei Dingen, die älter sind als drei Jahre, helfen Verkaufserlöse gleicher oder gleichartiger Waren, die man in Internetportalen wie ebay recherchieren kann, bei der Schätzung des Wertes. Ist das korrekt?
Und was ist, wenn ich dem Finanzamt hunderte Eigenbelege vorlege???
(dass wir seit Jahrzehnten einen mit Dingen überbordenden Haushalt haben, ich also nichts extra kaufe, um es weiterzuverkaufen, könnte ich mit alten Fotos unserer Wohnungen belegen, aber Quittungen gibt es für die alten Sachen natürlich nicht und für die aus der Gründerzeit von meiner Großtante schon gar nicht...)
2.
Mehrwertsteuer
Da ich ja bereits Mehrwertsteuerpflichtig bin (wenn auch mit 7 Prozent) muss ich die 19 Prozent Mehrwertsteuer über dieselbe Steuernummer abrechnen. Das kriege ich hin.
Ich habe jedoch gelesen, dass man bei Eigenbelegen keine MwSt ausweisen kann. Bedeutet dies, dass ich die Mehrwertsteuer, die ich beim Verkauf einnehme, vollständig durchreichen muss - außer der MwSt aus Ebaygebühren und Provision, die ich gegenrechnen kann?
( Betriebsausgaben wie Dienstwagen, Arbeitszimmer etc würde ich der Einfachheit halber weiter voll über meine Freiberuflichkeit abrechnen wollen, zumal die zu erwartenden Gewinne aus dem Gewerbe gegenüber diesem Einkommen marginal sind. Und mir bei langfristigen Verlusten aus dem Gewerbe ja auch der Vorwurf der Liebhaberei droht...)
3.
Noch mal Mehrwertsteuer
Oder ist es wenigstens halblegal, wenn "pro forma" mein Mann (wir sind eine Zugewinngemeinschaft) das Gewerbe beantragt? Denn er ist fest angestellt - die Genehmigung des Arbeitgebers dürfte kein Problem sein - und könnte sich als Kleinunternehmer von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen. Allerdings würde dann ich stillschweigend mit seinem Einverständnis das Gewerbe "händeln", weil er in seinem Job kein Sommer- und Winterloch kennt. Geht das?
4.
Noch mal Eigenbeleg:
Dann müsste er die Eigenbelege ausstellen. Das wirklich alte "Zeuch" habe aber überwiegend ich geerbt. Gäbe das Probleme? Als Zugewinngemeinschaft gehört uns doch beiden alles - so leben wir das zumindest seit Jahrzehnten, auch wenn es steuerrechtlich korrekt vielleicht etwas anders ist.

Das war ein langer Sermon - Ihre Antwort dürfen auch kurz sein, wenn sie knackig sind!

Herzlichen Dank!
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:

Ich gehe davon aus, dass Sie zwar ein Gewerbe betreiben, dieses aber weder umsatzsteuerpflichtig, § 19 UStG,noch gewerbesteuerpflichtig sein wird.

Ich bin mir momentan nicht einmal sicher, ob Sie überhaubt Unternehmer im Sinne von Ebay sein werden. Dies hätte aber überwiegend Folgen in Bezug auf Ihre Kunden.
Auch wenn Sie bei Ebay als Unternehmer gelten, müssen Sie keinen übermäßigen Aufwand betreiben. Ich bin der Meinung, dass Sie für Ihre Tätigkeit kein Gewerbe anmelden müssen, da Sie nur eigenen Bestand veräußern. Nach dem FG Baden-Würtenberg, liegt kein Gewerbe vor, wenn die Verkaufsware nicht extra für den Weiterverkauf erworben wurde sondern aus dem Privatbesitz bzw. Erbe stammt. (FG Baden-Würtemberg Az 14 K 702/10).
Es wäre hier allerdings wichtig, dass Sie dies halbwegs nachweisen können.

Zu Ihren Fragen:

1) und 4) Sie brauchen sich keine Eigenbelege zu schreiben, sondern können Ihr Eigentum frei verkaufen. Sie haben die Sachen ja bereits in Ihrem Eigentum.

2) und 3) Bei Verkäufen unter 17.500 € fällt keine USt an, § 19 UStG.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine eingehende Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.
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