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Minijob und Kapitaleinkünfte über 1602,- Euro


16.11.2008 17:08 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Schweizer



Ehefrau arbeitet auf Lohnsteuerklasse 3 und hat einen Minijob.
Ehemann hat nur einen Minijob.
2 Kinder unter 18 Jahren.

Die Einkünfte aus Kapitalvermögen betragen im Jahr 2009 über 1602,- €.

Sollte man die bezahlte Abgeltungssteuer dann auf der Einkommensteuererklärung für 2009 angeben, da der persönliche Steuersatz unter 25% liegt oder werden dann die Einnahmen aus den Minijobs ebenfalls noch zum Einkommen hinzugerechnet? Muß man einen Minijob in der Einkommenssteuererklärung angeben, wenn die Einkünfte aus Kapitalvermögen den Sparerfreibetrag übersteigen?
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Online-Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten möchte:

Nein, die Einnahmen aus dem Mini-Job müssen NICHT in der ESt-Erklärung angegeben werden, denn der Arbeitgeber hat insoweit die pauschale Lohnsteuer von 2 % zu übernehmen.
Der pauschal besteuerte Arbeitslohn und die pauschale Lohnsteuer bleiben deshalb bei einer Veranlagung zur Einkommensteuer außer Ansatz (§ 40a Abs. 5 i. V. mit § 40 Abs. 3 EStG).

Da der persönliche Steuersatz unter 25 % liegt, sollten Sie die Kapitalerträge in der ESt-Erklärung 2009 angeben und deshalb eine Veranlagung zum individuellen Steuersatz beantragen (§ 32d Abs. 6 EStG).
Der Antrag ist an keine bestimmte Form gebunden, sodass die Abgabe der Anlage KAP insoweit völlig ausreichend ist.

Das Finanzamt hat dann in Form einer sog. Günstigerprüfung zu prüfen, ob der gestellte Antrag wirklich zu einer niedrigeren Steuerfestsetzung führt. Dabei wird die einbehaltene Abgeltungssteuer dann auf die tarifliche Einkommensteuer angerechnet.
Sollte sich im Rahmen der Günstigerprüfung jedoch herausstellen, dass die Abgeltung der Einkommensteuer durch die Abgeltungssteuer für Sie jedoch günstiger ist, gilt Ihr Antrag auf eine Veranlagung zum individuellen Steuersatz als nicht gestellt, sodass Sie vom Ergebnis her mit einer entsprechenden Antragstellung zum persönlichen Steuersatz keinen Fehler machen können.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.

Mit besten Grüßen

Reinhard Schweizer
Rechtsanwalt, Dipl.-Finanzwirt

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