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Mietwagen vom ADAC


| 12.08.2017 15:51 |
Preis: 30,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Der Vermieter eines Fahrzeugs hat die Beweislast, wenn er behauptet, während der Überlassung des Fahrzeugs an den Mieter sei ein Fahrzeugteil abhanden gekommen. Der Mieter ist verpflichtet, dem Vermieter den Betrag zu ersetzen, der für die Beschaffung eines gleichwertigen Ersatzes erforderlich ist


Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

am 1.7.2017 mietete ich über den ADAC einen Mietwagen. Mein Mann und ich sind Familienmitglieder und verfügen nur über eine Mitgliedsnummer. Da mein Mann Hauptmitglied ist, erscheint auf Rechnungen etc. sein Vorname, Familienname und seine Adresse.

Am Miettag nahm ich den Wagen entgegen und leistete die geforderten Unterschriften. Ich erhielt vom Vermieter keine Aufforderung, eine AGB bzw. zusätzliche Informationen zu lesen/unterzeichnen. Diese hängen (Aussage ADAC) angelblich in den Räumlichkeiten des Vermieters. Sie sind mir - im Gegensatz - zu sonstigen Werbebroschüren nicht aufgefallen.

Eine Mitarbeiterin stellte den Wagen vor den Büroraum, erklärte, dass alles in Ordnung sei. Ich verließ mich darauf. Bei der Rückgabe fehlte die Laderaumabdeckung. Da ich den Laderaum nicht benutzt hatte, ist mir das Fehlen nicht aufgefallen.

Am 28.07.2017 erhielt mein Mann eine schriftliche Zahlungserinnerung vom ADAC über 238 € ohne vorausgegangene Rechnung. Die Darstellung wofür, konnte er aus den Verschlüsselungen der Zahlungserinnerung nicht erkennen. Nach telefonischer Rücksprache mit dem Club, erklärte man ihm, dass dieser Betrag für die fehlende Laderaumabdeckung sei. Seit dem gehen Mails hin und her, da mein Mann annimmt, dass diese Abdeckung schon beim Anmieten fehlte, was ich hätte an Ort und Stelle merken müssen.

1. Wie sollen wir uns bezüglich der Zahlungserinnerung ohne Rechnung verhalten?
2. Hätte der Vermieter nicht mit mir die Ausstattung überprüfen müssen?
3. Müssen wir diesen Betrag akzeptieren für eine Laderaumabdeckung, die im Internet zwischen 30 und 149 € zu erwerben ist?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

12.08.2017 | 17:41

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Frage 1:

Die Berechtigung bzw. Fälligkeit einer Schadenersatzforderung hängt nicht von einer vorherigen Rechnungstellung ab.

Sie sollten den geforderten Betrag zahlen, wenn und insoweit Sie seine Geltendmachung für berechtigt halten.

Frage 2:

Üblich ist es, dass bei Übergabe eines Mietwagens an den Mieter der Zustand überprüft und in einem Protokoll festgehalten wird, das vom Mieter unterschrieben wird.

Wenn der Vermieter behauptet, ein Teil hätte bei der Rückgabe des Fahrzeugs gefehlt, hat er - wenn sich das Abhandenkommen während der Dauer des Besitzes des Mieters nicht durch ein unterschriebenes Protokoll nachweisen lässt - die Beweislast dafür, dass das Teil bei der Übergabe an den Mieter vorhanden war.

Frage 3:

Wenn das Abhandenkommen des Teils von Ihnen zu vertreten ist, sind Sie verpflichtet, dem Vermieter den Betrag zu ersetzen, der für die Anschaffung eines gleichwertigen Ersatzteils erforderlich ist, wobei den Vermieter eine Schadenminderungspflicht trifft. Der Vermieter muss keine "Marktforschung" betreiben, wo sich ein Ersatzteil am günstigsten erwerben lässt, allerdings muss er einen Hinweis von Ihnen berücksichtigen, wo sich ein gleichwertiges Ersatzteil günstig erwerben lässt. Ob das Ersatzteil, das im Internet günstig zu erwerben ist, gleichwertig ist, hängt davon ab, ob es von Alter und Abnutzungsgrad mit dem abhanden gekommenen Teil vergleichbar ist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Carsten Neumann

Nachfrage vom Fragesteller 12.08.2017 | 23:23

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

danke für Ihre sehr schnelle Antwort. Bezüglich der Zahlungserinnerung ohne vorausgegangene Rechnung stolpere ich über die "Zahlungserinnerung". Woran erinnert mich ADAC? Ich würde erwartet haben, dass in einem Schreiben dargestellt wird, dass der Club eine Laderaumabdeckung besorgt und mir die Kosten dafür in einer Rechnung dargestellt werden. Bitte erklären Sie mir nochmals meine schon gestellte Frage: Gibt es eine Zahlungserinnerung für einen imaginären Gegenstand, den ein sog. Geschädigter ersetzt hat ohne dem Schädiger (ich) mitzuteilen, wofür der Betrag sei? Vielen Dank für die Erklärung.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.08.2017 | 08:42

Sehr geehrter Fragesteller,

die Geltendmachung eines Anspruchs auf Schadenersatz hängt nicht von einer vorherigen Rechnungstellung ab. Da es sich bei Schadensersatz um keinen steuerpflichtigen Umsatz handelt, ist auch steuerrechtlich keine Rechnungstellung erforderlich.

Einem Geschädigten steht es frei, seine erste Zahlungsaufforderung als "Zahlungserinnerung" zu bezeichnen. Theoretisch könnte er seinen Anspruch auch nur mündlich geltend machen. Daraus, dass der ADAC offenbar irrtümlich eine Zahlungserinnerung versandt hat, ohne bereits vorher eine Zahlungsaufforderung verschickt zu haben, lässt sich für Sie kein Honig saugen.

Außerdem hat Ihnen der ADAC-Mitarbeiter telefonisch mitgeteilt, wofür der Betrag geltend gemacht wird. Also wissen Sie, worum es geht.

Mit freundlichen Grüßen,

Carsten Neumann
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 16.08.2017 | 11:48


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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 16.08.2017
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