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Mietschulden und heimlicher Auszug


26.09.2006 22:06 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann


| in unter 2 Stunden

Die Mieter der von mir und meinen Geschwistern vermieteten Wohnung haben seit Juni diesen Jahres keine Miete mehr bezahlt. Im August habe ich sie per Brief aufgefordert uns mitzuteiln was los ist und wann sie wieder zahlen können.Ansonsten, so meine Drohung, müße ich leider die Kündigung aussprechen. Es wurde (ebenfalls schriftlich) geantwortet, daß ab September der Mann wieder eine Arbeit hat und die Zahlungen wieder aufgenommen werden. Auch ein abstottern der Schulden (keine genaue Summe) wurde zugesagt.
Anfang September sind diese Leute dann ohne eine Kündigung oder auch nur mal Bescheid zu sagen ausgezogen. Einzig dem Zufall ist es zu verdanken, daß meine Mutter Zeugin des Auszugs wurde. Die neue Adresse ist uns bekannt auch eine Handynummer wurde uns auf Anfrage hin mitgeteilt.
Die Wohnung wurde vermüllt zurückgelassen.Auch die Küchenmöbel und ein Kleiderschrank sind noch da.
Der Mieter versprach (telefonisch) bis zum 24.09 die Wohnung aufzuräumen und die Schlüssel zu übergeben. Das ist nicht geschehen. Da niemand mehr ans Telefon geht, ist ein Dialog nicht mehr möglich.
Wie kommen wir nun an unser Geld? Ist es sinnvoll einen Antrag auf Erlass eines Mahnbescheides zu stellen? und ist dies möglich, ohne vorherige Mahnung? Oder kann mein Schreiben als Mahnung verstanden werden? Muß der Mahnbescheid von allen Eigentümern beantragt werden, oder reicht es wenn ich dies tue?
Es ist keine Kündigung und keine Schlüsselübergabe erfolgt. Ist es richtig ,daß diese Leute dann auch weiterhin zu Mietzahlungen verpflichtet sind? Wann ist das Mietverhältnis beendet?
Muß ich gegebenenfalls die Sachen (Küche und Schrank) aufbewahren oder kann ich die entsorgen?
Hoffe auf baldige Antwort und danke für Ihre Hilfe!
Gruß
Steffi S.


Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 914 weitere Antworten zum Thema:
26.09.2006 | 22:39

Antwort

von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann
730 Bewertungen
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Nach Ihrer Schilderung wurde das Mietverhältnis bislang nicht durch Kündigung beendet, so daß Ihre Mieter trotz Auszugs weiterhin zur Zahlung der Miete verpflichtet sind.

Da sie dieser Pflicht aber seit Monaten nicht nachkommen, sollten Sie, damit Sie die Wohnung möglichst bald weitervermieten können, wegen des bestehenden Mietrückstandes die fristlose Kündigung aussprechen und die Mieter zur Räumung der Wohnung auffordern. Kommen sie dem nicht nach, werden Sie die Wohnung nicht eigenhändig räumen dürfen, sondern müssen zunächst ein Räumungsurteil bei Gericht erwirken. Da sich dieses Verfahren einige Monate hinziehen kann, sollten Sie hier schnellstmöglich tätig werden.

Die Kündigung muß von allen Vermietern ausgesprochen werden und an alle Mieter gerichtet sein.

Da hier einiges zu beachten ist, rate ich Ihnen dringend dazu, die Kündigung von einem Anwalt fertigen zu lassen, der dann auch umgehend Räumungsklage einreicht, wenn die Mieter die Wohnung nicht innerhalb einer kurzen Frist (5 Tage reichen) räumen. Die Kosten der Kündigung und der ggf. später notwendigen Klage wären von den Mietern als Verzugsschaden zu erstatten - allerdings besteht auch das Risiko, daß bei den Mietern "nichts zu holen ist", und Sie auf den Kosten sitzen bleiben. Weiteres Abwarten verschlimmert die Situation indes nur, denn solange die Wohnung nicht geräumt ist, werden Sie sie nicht neu vermieten können, so daß Ihnen Mieteinnahmen entgehen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für Rückfragen und die weitere Vertretung selbstverständlich gerne zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt




--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395
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Andreas Schwartmann, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 26.09.2006 | 22:58

Hallo Herr Schwartmann,
vielen Dank für die prompte Beantwortung meiner Fragen. Folgende Fragen sind noch offen geblieben:
Ist es sinnvoll einen Antrag auf Erlass eines Mahnbescheides zu stellen um die noch ausstehenden Mietzahlungen einzufordern? Ist dies möglich, ohne vorherige Mahnung, bzw. kann mein Schreiben vom August als Mahnung verstanden werden? Muß der Mahnbescheid von allen Eigentümern beantragt werden, oder reicht es wenn ich dies tue?

Mit freundlichen Grüssen
Steffi S.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.09.2006 | 23:07

Der Mietrückstand kann per Mahnbescheid geltend gemacht werden - der Mahnbescheid kann auch von Ihnen alleine beantragt werden, sofern die übrigen Gläubiger Sie dazu bevollmächtigen bzw. ihren Anspruch an Sie abtreten. Da die Forderung Ihnen als Gesamtgläubigern zusteht, sollten Sie Ihre Geschwister im Mahnbescheid als weitere Antragsteller mit aufführen.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann

ANTWORT VON
Rechtsanwalt Andreas Schwartmann
Köln

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