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Mietnebenkosten - Anrecht auf einen eigenen Stromzähler?


10.11.2004 12:52 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



hallo und guten tag,

ich habe eine frage bzgl. meiner nebenkosten, konkret geht es um meinen stromzähler.
mein problem ist folgendes:
ich bin vor kurzem umgezogen in eine neue wohnung. nach ein paar tagen ist mir der enorme stromverbrauch (zähler hängt direkt vor meiner eingangstür) aufgefallen. ich bewohne eine 120qm wohnung mit 2 personen, wir sind beide berufstätig und von ca. 6.30uhr morgens bis 16.30 nachmittags ausser haus.
es hat sich herausgestellt, dass durchschnittlich pro tag 50-70 kw/h verbrauch auf unserem zähler waren (macht ca. 9€ strom / tag). der verbrauch bzw. der zähler musste von uns beim einzug direkt beim stromanabieter angemeldet werden, die abrechnung läuft also nicht direkt über den vermieter sondern wir müssen selber bezahlen.
als wir den vermieter dann darauf angesprochen haben, hat sich herausgestellt dass er angeblich "vergessen" hatte uns zu sagen, dass es für unsere wohnung einen zwischenzähler im keller gibt und um unseren tatsächlichen verbrauch zu ermitteln, müssten wir den zählerstand unsers zählers vor der tür vom zählerstand des zwischenzählers im keller abziehen da über unseren auf uns angemeldeten zähler lt. aussage des vermieters noch das treppenhaus.-und kellerlicht laufen. das ganze kommt mir etwas suspekt vor zumal der enorme verbrauch m.e. nicht allein auf treppenhaus und kellerlicht zurückzuführen sind. ich habe dann nochmal im keller nachgeschaut am zähler und von dort gehen noch einige abzweigdosen ganz woanders hin (wohin genau, konnte ich nicht ermitteln). mir wurde seitens des vermieters zugesichert, dass wir die differenz, die wir ja jetzt an den stromanbieter erstmal aus eigener tasche bezahlen müssen da der hauptzähler auf uns angemeldet ist, von ihm nach erfolgter nebenkostenabrechnung am ende des jahres zurückbekommen würden.
wie gesagt, das ganze kommt mir sehr suspekt vor und daher jetzt meine frage, ob ich ein anrecht auf einen eigenen stromzähler habe, über den auch ausschliesslich unser eigener verbracu abgerechnet wird (auch wenn dieses sicherlich mit enormen aufwand für den vermieter verbunden wäre, da die ganzen leitungen neu gelegt werden müssten denke ich).
wir zahlen derzeit einen abschalg von 50€ im monat an strom und mir graut es jetzt schon davor, wenn irgendwann eine nachzahlung von sicherlich einigen hundert euro kommt, die wir erstmal vorfinanzieren müssten.
und noch eine weitere frage: kann ich ggf. den vermieter verpflichten, mir nachzuweisen über ein gutachten dass über unseren zähler auch ausschliesslich unser verbrauch läuft?
vielen dank für ihre hilfe !
Guten Tag,

Sie haben selbstverständlich einen Anspruch darauf, daß zum einen gegenüber dem Energieversorger, zum anderen auch gegenüber dem Vermieter hinsichtlich etwaiger abzurechnender Energiekosten exakt Ihr Verbrauch ermittelt werden kann.

Eine Ausnahme bestünde nur dann, wenn etwas anderes mit Ihrem Vermieter vor Vertragsschluß vereinbart worden wäre, was aber nach Ihren Angaben nicht der Fall ist.

Sie sollten sich an Ihren Energieversorger wenden, an den Sie die Abschläge zahlen. Diese können vor Ort feststellen, welche Anschlüsse noch über Ihren Zähler laufen. Sie können dann den Vermieter auf eine entsprechende Korrektur der Leitungen -ggf. gerichtlich- in Anspruch nehmen.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax. 04941 60 53 48
e-mail info@fachanwalt-aurich.de

Nachfrage vom Fragesteller 10.11.2004 | 13:56

sehr geehrter herr RA weiß,

vielen dank für ihre schnelle antwort.
bei meinem stromversorger habe ich schon nachgefragt, dieser hat mir jedoch mitgeteilt dass die hausverteilung und die anschlüsse bzw. verteilung im haus sache des vermieters wären und der stromanbieter nichts damit zu tun hätte. mir wurde lediglich gesagt, dass ich auf meine kosten einen elektriker bestellen könnte, der die leitungen überprüft und mir ggf. ein gutachten erstellt. die kosten dafür würden sich jedoch auf ca. 200-300€ belaufen und ich bin nicht bereit, diese zu übernehemen. vielleicht könnten sie mir noch kurz mitteilen, ob es richtig ist, dass der vermieter in dem fall die kosten für das gutachenten übernehmen muss, dass sich meine vermutung bestätigt dass über meinen zähler noch andere anschlüsse laufen (und im umkehrschluss ich auf den kosten sitzen bleibe, falls es sich nicht bestätigt) ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.11.2004 | 20:15

Guten Abend,

Voraussetzung für einen eventuellen Aufwendungsersatzanspruch (das ist die Kostenübernahme im Juristendeutsch) ist, daß Ihr Vermieter vorher eine Abhilfe abgelehnt. Sie sollten Ihren Vermieter -aus Beweiszwecken schriftlich- auffordern, sicherzustellen, daß tatsächlich nur Ihr Strom über den Zähler abgerechnet wird. Lehnt Ihr Vermieter dies ab, können Sie einen Elektriker mit der Prüfung beauftragen. Die hierdurch entstehenden Kosten sind dann für den Fall, daß sich Ihre Vermutung bewahrheitet, durch Ihren Vermieter zu tragen.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Weiß

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