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Mietminderung nach Wasserschaden


30.08.2004 10:01 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Hallo lieber Rechtsmensch,
Vor über einem Monat wurde festgestellt, das über einen längeren Zeitraum Wasser in aus einem Rohr hinter der Dusche in den Boden und ins Mauerwerk gelangt war (Altbau), Balken, Boden und Wand völligt durchnässt und verfault waren. Der Schaden war nicht durch uns, die Mieter, verschuldet und wurde sofort dem Vermieter gemeldet. Seit vier Wochen laufen aufwändige Renovierungen, die folgendes mit sich bringen:
-Boden in Küche, Bad, und einem Wohnraum wurden aufgerissen, ein Durchbruch in der Wand des wohnraums geschaffen
-Duschen unmöglich, über mehrere Tage hatten wir gar kein Wasser
Kochen und Wäsche waschen nur in sehr eingeschränktem Umfang möglich
-hohe Schmutz und Lärmbelästigung in der Wohnung

De facto haben wir(6er WG) weder Bad noch Küche, eine Mitbewohnerin hatte über den Zeitraum von mind. einem Monat überhapt kein bewohnbares Zimmer zur verfügung.
Vor der Renovierung war es so, dass die Dusche sich hinter einem Trennvorhang sich in der Küche befand. (sogenanntes "Frankfurter bad"). Der vermieter hat jetzt Rigipswände eingezogen, die auf der Innenseite des bades gefließt sind. Meiner Meinung nach ist das insofern notwendig, weil auf diese Weise weiteren Wasserschäden vorgebeugt wird. Auf unseren Wunsch lässt der Vermieter nun eine neue Badewanne statt unserer ca. 15 Jahre alten dusche einbauen. Desweiteren werden in den betroffenen Räumen neue Böden gelegt, neu tapeziert und gestrichen.
Eine Tür für das Rigipsbad jedoch z.B. lehnte der Vermieter als "zu teuer" ab.
Für seine "Instandmodernisierung" schlägt er uns vor, auf Mietminderung zu verzichten, sozusagen als unseren Anteil an Badewanne, Fliesen, etc.
Das ist meiner Meinung nach nicht in Ordnung.
MEINE FRAGE WÄRE DAHER:

Wieviel Mietminderung können wir verlangen? Zum Teil werden die von der versicherung des Vermieters ersetzt!
Was müssen wir finanziell zur Instandmodernisierung beitragen, und müssen wir das überhaupt? Müssen wir uns an der Badewanne beteiligen?
Könnte es evtl. passieren, dass der Vermieter die Frechheit besitzt und nach den Renovierungsarbeiten die Miete erhöhen will,
und wenn ja, darf er das und wie sollten wir reagieren?

Um es nochmal kurz zusammenzufassen, es geht mir darum, in Erfahrung zu bringen
ob und wieviel Mitminderung möglich ist
was der vermieter an Kosten evtl. auf uns abwälzen darf (Badewanne!) zu was er verplichtet ist
ob er evtl die Miete in zukunft erhöhen darf

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

- Zur Höhe und Dauer der Mietminderung:
Sie können so lange die Miete mindern, wie der Mangel gegeben ist, also für die ganze Zeit der Renovierung und noch so lange danach, bis die Wohnung wieder in einem vollständig benutzbaren Zustand ist.
Die Höhe der Minderung ergibt sich aus dem Grad der Beeinträchtigung:
Es müsste aufgelistet werden, welche Räume an wie vielen Tagen nicht benutzbar waren, wie lange Sie ohne Wasser waren, etc. Für jede einzelne Beeinträchtigung gibt es verschieden hohe Minderungssätze, aus denen man ein Paket schnüren könnte oder man müsste sie einzeln zusammenzählen. Es gibt Richtwerte für die Höhe von Mietminderungen, diese schwanken jedoch von Gericht zu Gericht.
Bezüglich der Höhe der Mietminderung im Einzelnen können Sie sich im Internet informieren oder kontaktieren Sie mich über meine Emailadresse nochmals.

Nach meinem Dafürhalten wäre in Ihrem Fall in der Zeit, wo Sie keine Küche und Bad und eine Mitbewohnerin kein bewohnbares Zimmer hatte, von einer 60 % igen Mietminderung auszugehen.

- Was müssen wir finanziell zur Instandmodernisierung beitragen, und müssen wir das überhaupt? Müssen wir uns an der Badewanne beteiligen?
Sie müssen zur Instandmodernisierung nicht beitragen, denn die eingebauten Teile gehen in das Eigentum des Vermieters über. Dies gilt auch für die Badewanne. Es wird zwar häufig in Mietverträgen vereinbart, dass der Mieter die Kosten für die Beseitigung von Bagatellschäden bis zu einer bestimmten Höhe (z.B. € 100,-) selbst zahlen muss, in Ihrem Fall ist jedoch – unterstellt, auch Sie haben eine solche Klausel im Mietvertrag – davon auszugehen, dass kein Abzug einer solchen Selbstbeteiligung vorgenommen werden kann, da man die Sanierung als Gesamtwerk betrachten muss, die keinen Bagatellschaden darstellt.

- Könnte es evtl. passieren, dass der Vermieter die Frechheit besitzt und nach den Renovierungsarbeiten die Miete erhöhen will, und wenn ja, darf er das und wie sollten wir reagieren?
Ja, der Vermieter darf die Miete erhöhen, und dies wäre auch keine Frechheit, sondern er hat ein Recht dazu: er hat den Wohnwert durch den Einbau der neuen Badewanne und die Einziehung der Rigipswände deutlich erhöht – der Duschende hat nunmehr einen abgeschlossenen Bereich.

Der Vermieter darf aber nur die Kosten berücksichtigen, die durch die Wohnwertverbesserung entstanden sind. Die Kosten für die Modernisierung des Bades darf er auf die Jahresmiete 11 Prozent umlegen (Beispiel: umlegbare Modernisierungskosten für die neue Badewanne 5.000,-, davon 11 % = 550,- im Jahr, 550,- : 12 = 54,83 im Monat)

Die Kosten für die reine Instandsetzung (Renovierung, neue Böden etc.) müssen aus den Modernisierungskosten herausgerechnet werden. Lassen Sie sich hierüber die Abrechnung vorlegen, damit die Modernisierungskosten transparent werden.

Eine Tür für das Badezimmer ist meines Erachtens unbedingt zu installieren, denn es muss möglich sein, unbehelligt ein Bad nehmen zu können, und zwar insbesondere in einer WG, wo die Bewohner wechseln können und wo gewöhnlich keine intime Beziehung zwischen den einzelnen Bewohnern besteht. Doch auch diese Kosten wären dann (wie oben ausgerechnet) auf die Miete umzulegen.
Allerdings könnte man hier auch vertreten, dass Sie mit dem Frankfurter Bad auch gelebt haben und nun nicht plötzlich eine Tür verlangen können.
Gegebenenfalls könnte man sich hier so einigen, dass Sie etwas zu Tür beisteuern und die Miete dafür nicht erhöht wird.

Ich hoffe, Ihre Frage damit zufriedenstellend beantwortet zu haben.
Für Rückfragen und weitere Informationen stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Michaela Albrecht
Rechtsanwältin

Elbestraße 33 64390 Erzhausen
Fon +49 +6150 961 994
Fax +49 +6150 961 995

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