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Mietminderung bei Schimmel und Pilz


15.10.2004 11:04 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von



In unserer Altbauwohnung ist an einer Innenwand und auf dem Fußboden zwischen Küche und Wohnzimmer Schimmel und Pilzbefall, der auch starken Geruch verursacht. Den Geruch bemerkten wir vor zwei Tagen und werden den Mangel heute dem Vermieter vorführen. Dieser Mangel ist unserem Vermieter schon lange vor uns bekannt gewesen, wie uns ein ehemaliger Hausmeister gestern berichtete. Aus Erfahrung weiß ich, daß unser Vermieter nicht kurzfristig handeln wird. Wir hatten schon ein schimmliges Kinderzimmer. Die Beseitigung dauerte ewig und ist wegen laienhafter Ausführung sicher nicht von Dauer. Ich werde sicher die Miete mindern müssen, um ein wenig Druck auszuüben. Wieviel darf ich mindern, wie verhalte ich mich richtig? Ich weiß bereits, daß ich den Mangel anzeigen muß und eine Frist zur Beseitigung einräumen muß. Der Vermieter wird aber nicht innerhalb der Frist handeln. Wir bewohnen die Wohnung mit 2 Erwachsenen und einem acht Monate alten Baby, für welches wir Gesundheitsschädigungen befürchten, da es bis zuletzt ja auf dem Fußboden umherrobbte. Dank im voraus.
15.10.2004 | 13:12

Antwort

von


767 Bewertungen
Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank für Ihre Anfrage.

Das Minderungsrecht entsteht nicht erst nach Ablauf einer Frist zur Mängelbeseitigung. Sobald Sie den Mangel dem Vermieter anzeigen, können Sie wegen des Schimmelpilzbefalls die Miete angemessen mindern. Für eine verbindliche Bestimmung der Minderungsquote kommt es auf den Umfang des Mangels und die damit verbundene Beeinträchtigung der Wohnqualität an. Nach Ihrer Schilderung dürften Sie aber, schon auch wegen des starken Geruchs, mit einer Minderung von 15 bis 20 Prozent der Kaltmiete auf der sicheren Seite sein.

Handelt der Vermieter nicht innerhalb der gesetzten Frist - 14 Tage sollten angemessen sein - haben Sie mehrere Möglichkeiten:

1. Der Vermieter kann auf Mängelbeseitigung verklagt werden. Ein solches Verfahren kann sich aber lange hinziehen und bringt erst einmal keine Besserung der Situation.


2. Sie können den Mangel im Wege der Ersatzvornahme selbst beseitigen (lassen) und die dafür notwendigen Kosten mit der Miete in Verrechnung bringen. Das bringt aber nur dann etwas, wenn Sie nicht nur den Schimmel beseitigen können, sondern auch die Ursachen. Häufig hat der Mieter auf die Ursache eines Mangels gar keinen Einfluss, auch übersteigen die Kosten für die Mängelbeseitigung oft das Budget, was der Mieter vorlegen kann. Dann kann man zwar eine sog. Vorschußklage einreichen, aber auch diese wird sich ggf. lange hinziehen.

3. Zusätzlich zur Minderung kann Druck auf den Vermieter durch ein Zurückbehaltungsrecht ausgeübt werden. Dieser Zurückbehalt kann bis zur 5-fachen Minderungsquote gehen und dazu führen, daß gar keine Miete mehr gezahlt wird. Allerdings ist der zurückbehaltene Teil der Miete spätestens nach Beendigung des Mietverhältnisses nachzuzahlen.

Bei erheblicher Gefährdung der Gesundheit kommt auch eine fristlose Kündigung in Betracht. Allerdings sollten Sie zuvor entsprechende Untersuchungen durch das Gesundheitsamt oder Fachleute vornehmen lassen. Nicht jeder Schimmelpilz ist tatsächlich gesundheitsgefährdend. Vor Ausspruch einer darauf gestützten Kündigung sollten Sie abklären lassen, ob objektiv eine erhebliche Gesundheitsgefährdung vorliegt.

Erweist sich der Vermieter wie befürchtet als stur, sollten Sie einen auf Mietrecht spezialisierten Rechtsanwalt aufsuchen, der den Vermieter auf seine Pflichten hinweist. Auch ich stehe Ihnen dafür selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Ich hoffe Ihnen mit meiner Auskunft geholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt



--
Rechtsanwalt Andreas Schwartmann
Schwerinstr. 37-39, 50733 Köln
Tel.: 0221-7787630 / Fax: 0221-7787629
www.rechtsanwalt.andreas-schwartmann.de


Rechtsanwalt Andreas Schwartmann

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