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Mieter hat Anwalt eingeschaltet - Fragen zur weiteren Vorgehensweisen


| 05.12.2008 18:42 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Hallo,

in einer Mietangelegenheit hat unser Mieter einen Anwalt eingeschaltet. Es geht sich um zwei vom Mieter zu verantwortende Schäden. Der Mieter ist Hartz4-Empfänger und profitiert durch Prozesskostenhilfe&Co - wir können uns leider nicht für jede seiner vielen Schreiben (wöchentlich 4-5 Stück!) immer einen Anwalt leisten.

1.

Wir haben dem Mieter per 27.11. Absendedatum Einschreiben (eigenhändig) eine Frist gesetzt, einen Handwerker in die Wohnung zur Schadensbeseitigung zu lassen (er hatte sich diesbezüglich bis dahin verweigert). Diese Frist läuft Ende dieser Woche ab.

Der gegnerische Anwalt hat am 2.12. uns eine Frist in der selben Angelegenheit gesetzt (Das wir den Schaden beseitigen sollen), Zu diesem Zeitpunkt lag unser Einschreiben mit Frist bei der Post und wurde vom Mieter erst am 4.12. abgeholt. Der gegnerische Anwalt kannte also unser Schreiben und Inhalt/Frist nicht.

Welche Frist gilt nun? Ist unsere Frist voll gültig?

2.

Der gegnerische Anwalt schildert, daß er die Schäden "selbst überprüft hätte" und nicht eine Mitschuld der Mieterin sieht (wir behaupt das Gegenteil, da die Wohnung seit vielen Jahren ordnungsgemäß ohne Probleme vermietet war - jetzt soll es plötzlich größere bauliche Mängel geben). Er äussert sich sogar konkret, welche baulichen Fehler in seinen Augen vorliegen.

Darf er das (behaupten sicherlich, aber als Gutachter auftreten)? Er ist kein Gutachter! In wieweit müssen wir solche "Einschätzungen" ernst nehmen? Und wer würde ggf. einen neutralen Gutachter im Streit bezahlen müssen?

Zur ergänzenden Info: uns liegen schriftliche Gutachter von Handwerk-Meisterbetriebe vor, die als Verursacher den Mieter wegen unzweckmässigen Gebrauch sehen.

3.

Der gegnerische Anwalt hat uns sein Schreiben selber in den Briefkasten geworfen. Kein Poststempel o.ä.. In wieweit ist der Zugang des Schreibens überhaupt erfolgt?

4.

Der gegnerische Anwalt hat ohne Frist eine sofortige Mietminderung wegen Schimmel von 12% angesetzt. Wir mussten aber eine Frist setzen, damit der Handwerker überhaupt vom Mieter in die Wohnung gelassen wird. Somit hatten wir gar keine Chance den Schaden sofort beheben zu lassen (ein Handwerker wurde am Tag nach der Schadensbenachrichtigung vom Mieter vertrieben). Ist das korrekt?

5.

Ab wann sollten wir selber mit einem Anwalt kontern?

Dank vorab!
05.12.2008 | 19:00

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Frage summarisch auf der Basis der mitgeteilten Informationen. Ich weise darauf hin, dass die Frage nur auf dieser Basis beantwortet werden kann. Weitere, nicht mitgeteilte Informationen, können eventuell zu einer anderen Antwort führen.

1. Firsten sind nur dann zu beachten, wenn Sie vom Gesetz oder einem Gericht gesetzt sind. Alle anderen Fristen dienen zur Verdeutlichung, sind aber keinesfalls verbindlich.
Tatsache ist, dass der Mieter Ihnen gestatten muss, die Schäden zu begutachten und gegebenenfalls zu beseitigen. Tut er dies nicht, können Sie ihn allerdings nur mit gerichtlicher Hilfe dazu zwingen. Sofern durch die Verweigerung weitere Schäden entstehen, hätte der Mieter diese zu tragen.

2. Der gegnerische Anwalt behauptet in der Tat nur. Ein Gutachten kann nur von einem vereidigten Gutachter erstellt werden. Der Anwalt versucht durch seine Wortwahl offensichtlich, den Druck zu erhöhen, indem er den Anschein erwecken will, er hätte ähnlichen Sachverstand wie ein Sachverständiger. Zu ernst sollte man dies jedoch nicht nehmen.

Den Gutachter in einem Streit muss derjenige zahlen, der den Rechtsstreit verliert. Wer das sein würde, kann von hier aus nicht beurteilt werden.

3. Der Zugang kann durchaus durch schlichten Einwurf erfolgen. Es ist sogar die nahezu beste Methode überhaupt, sofern ein Zeuge den Einwurf gesehen haben sollte und den Inhalt des Schreibens ebenfalls.

4. Eine Minderung tritt per Gesetz ein, in dem Moment, da ein Mangel vorliegt. Der Mangel wird also nicht erst existent, wenn er mitgeteilt wird. Insoweit kann die Minderung tatsächlich mit sofortiger Wirkung einsetzen. Vorausgesetzt, der Mangel liegt tatsächlich vor. Hier kommen wir wieder an den Punkt, wo der Mieter Ihnen die Möglichkeit geben muss, den Mangel zu begutachten und evtl. zu beseitigen.

5. Sofern die Gegenseite einen Anwalt eingeschaltet hat, empfiehlt es sich immer, selbst auch einen Anwalt einzuschalten. Andernfalls besteht keine Waffengleichheit und Sie laufen in die Gefahr, wichtige Punkte nicht zu kennen oder zu übersehen. Daher kann ich Ihnen nur empfehlen, sich der Hilfe eines Kollegen zu versichern.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste rechtliche Orientierung geben und wünsche Ihnen viel Erfolg in der Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt




Bewertung des Fragestellers 07.12.2008 | 18:45


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