388.034
Registrierte
Nutzer
Schneller und günstiger Rat vom Anwalt online.
Rechtsverbindlich: Antwort von einem Anwalt. Vertrauendwürdig: Kein Abo, keine Folgekosten.
Vertaulich:
Anwalt Direktanfrage

Vertrauliche Rechtsberatung beim Anwalt Ihrer Wahl.

  • Dateien mitschicken
  • Kein Termin, kein Aufwand
  • ab 25 € mit dem Anwalt vereinbar
Topseller
Frag-einen-Anwalt.de

Einfacher geht es nicht, Das Original und Testsieger.

  • Frage online stellen
  • Ein Anwalt antwortet in 2 Stunden.
  • Beratung zu Ihrem Preis.
  • Ab 25 €
Sofort:
Telefonberatung

Jetzt sofort von einem Anwalt helfen lassen.

  • Sekundengenaue Abrechnung.
  • Später jederzeit anhören.
  • Ab 1,49 €/Min.
Beratungen vergleichen
381 Besucher online
Schon bei uns registriert?
Bitte melden Sie sich an.
Nutzername


Passwort
Einloggen Passwort vergessen?

Oder mit einem Ihrer Konten:
Login via Facebook

Merkwürdiges Verhalten bei SCHUFA-Eintrag


06.05.2011 17:37 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dennis Meivogel


| in unter 2 Stunden

Hallo Frau Anwältin/Herr Anwalt,

ich habe eine Frage, die mich schon länger beschäftigt.

Können Sie mir erklären, warum ein Vertragspartner der SCHUFA ältere Einträge verschwinden lässt?

Im Jahr 2004 wurde von meiner damaligen Bank ein Schufa Eintrag erlassen, mit dem Vermerk "Konto in Abwicklung". Im Jahr 2006 und 2007 wurde der gekündigte Saldo bestätigt. Im Nov. 2008 wurde ein neuer, höhere Saldo (inkl. Zinsen) eingetragen.

Da von 2004 bis 2010 nichts seitens der Bank passierte, selbst einen Mahnbescheid im Sommer 2006 ließ man nach meinem Widerspruch ungeachtet, reichte man Anfang 2010 Klage ein und in erste Instanz gewann ich. Nachdem sich die Gegenseite wehrte und in die nächste Instanz ging, resignierte ich und zahlte. Am 23.09.2010 wurde der Saldo als Erledigt in der Schufa vermerkt.

Zum besseren Verständnis:
Im Januar 2009 sah meine Schufa wie folgt aus (mit fiktiven Zahlen):
09.11.2008 Saldo 1200 EUR
Kto in Abw. 13.04.2004
Saldo 800 Eur 21.08.2006
Saldo 800 Eur 04.11.2007
Saldo 1200 Eur 09.11.2008

Da ich bei der Schufa als Online-Kunde gemeldet bin, kann ich regelmäßig nach meiner Auskunft sehen. So steht es jetzt aktuell drin:

Abwicklungskonto
Kontonummer
xxxxxx

Saldo
Kontonummer
xxxxxx

Gemeldeter Forderungsbetrag
1200 Euro
Datum des Ereignisses
09.11.2008

Forderung ausgeglichen
Datum der Erledigung
23.09.2010

Warum wurde der Eintrag von 2004, dem Zeitpunkt wo alles begann, gelöscht, ebenso wie die Jahre 2006 und 2007?

Ich versuche mich schon seit längerer Zeit gegen diesen Eintrag zu wehren. Ich bin seit einigen Jahren selbstständig und vor allem in der letzten Zeit stehe ich davor, gewisse Dinge zu finanzieren. Aber so lange das in der Schufa drin steht, geht natürlich nichts.

Als ich mich bereit erklärt habe, die Forderung und die entstandenen Kosten nun doch zu bezahlen, bat ich um Löschung. Diesem Wunsch wollte die Gegenseite derzeit nicht entsprechen.

Gibt es ggf. eine Möglichkeit, wie ich erfolgreich gegen diesen Eintrag vorgehen kann und vor allem, was ist das für ein komisches Verhalten? Greift sogar das BDSG?

Besten Dank,
eine Ratsuchende
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 3 weitere Antworten zum Thema:
06.05.2011 | 18:31

Antwort

von

Rechtsanwalt Dennis Meivogel
363 Bewertungen
Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Fragen wie folgt.

Die Datenübermittlung erfolgt auf Grundlage der zwischen Ihnen und Ihrem Kreditinstitut im Rahmen der Geschäftsverbindung vereinbarten Schufa-Klausel. Diese Klausel beinhaltet Ihr Einverständnis damit, dass das Kreditinstitut Daten über nicht vertragsgemäßes Verhalten an die Schufa meldet, soweit dies nach den Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes zulässig ist. Die Rechtsprechung hat unter Berücksichtigung der maßgeblichen Vorschrift des § 28 BDSG Grundsätze für die Zulässigkeit der Meldung entwickelt. Daher muss eine Meldung zur Wahrung berechtigter Interessen des Vertragspartners oder der Allgemeinheit erforderlich sein und die schutzwürdigen Interessen des Kunden dürfen nicht verletzt werden.

Sobald die Daten der Schufa gemeldet sind laufen verschiedene Löschungsfristen. So löscht die Schufa Daten über eine Erledigung einer Forderung automatisch nach drei Jahren seit der Erledigungsmeldung. Daten über eidesstattliche Versicherungen und andere Daten des Schuldnerregisters beim Amtsgericht werden nach 3 Jahren gelöscht. Daten über die Rückzahlung eines Kredites werden nach 3 Jahren gelöscht.
Nach dieser Logik ist auch die Schufa in Ihrem Fall zu erklären. Die alten Daten wurden wegen des Zeitablaufes gelöscht. Die Daten zu dem Forderungsausgleich werden daher im Jahre 2013 gelöscht werden. Auf diese Löschungsregeln hat die Bank nach Meldung auch keinen Einfluss mehr. Sie könnte allenfalls geltend machen, dass sie irrtümlich Daten gemeldet hat. Dies müsste sie dann aber näher darlegen. Da in Ihrem Fall aber kein Irrtum besteht hat die Bank hier auch keinen Einfluss mehr.

Nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt bestehen keine Erfolgsaussichten gegen den Eintrag vorzugehen. Man kann letztlich nur geltend machen, Daten hätten nicht gemeldet werden dürfen bzw. sind falsch.
Mit dem Einwand, die Daten hätten nicht an die Schufa gemeldet werden dürfen werden Sie nicht weiterkommen. Immerhin handelt es sich um eine titulierte Forderung, also eine nachgewiesene und festgeschriebene Schuld die Sie zurückgezahlt haben. Anhaltspunkte dafür, dass die Daten falsch sind, sind hier ebenfalls nicht gegeben. Damit ist die Rechtmäßigkeit der Meldung der Daten über die nicht vertragsgemäße Abwicklung und deren nachfolgende Stationen, wie Saldoerhöhung und Erledigung, zweifellos gegeben.

Es tut mir leid, Ihnen keine andere Auskunft geben zu können.

Sie können eine Bank aber darauf hinweisen, dass die Forderung erledigt ist und auch keine anderen Verpflichtungen in Ihrer Schufa stehen. Möglicherweise kann auf dieser Grundlage eine Einzelfallentscheidung getroffen werden und eine Finanzierung Ihrer Vorhaben erfolgen.


Nachfrage vom Fragesteller 06.05.2011 | 19:27

Guten Abend,

besten Dank für Ihre rasche Antwort. Ihrer Antwort kann ich nicht ganz folgen.

Zunächst ist die Bank nicht mehr selbst für die Abwicklung zuständig, sondern ein beauftragter Anwalt.

Der Dispo/ das Konto wurde 2003 fällig gestellt, der Schufa Eintrag erfolgte 2004. Die Klage wurde 2010 eingereicht, beim Amtsgericht habe ich gewonnen, zu einem Prozess beim Landgericht kam es nicht mehr. Ist die Forderung damit überhaupt tituliert?

Wie Sie treffend formuliert haben, gibt es sonst keine weiteren negativen Einträge. Meine Schufa wäre, wie man so schön sagt clean. Ein Schufa Eintrag kann durchaus von demjenigen gelöscht werden, der ihn eingetragen hat. Das ist mir selbst passiert.



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.05.2011 | 19:56

Sehr geehrte Fragestellerin,

da Sie in der Berufungsinstanz gezahlt haben, dürfte ein Anerkenntnis oder eine Erledigung vorliegen. Somit liegt entweder ein Anerkenntnisurteil vor, oder es ist im Rahmen einer Erledigung mittels Beschluss über die Kosten entschieden worden.

Dies ist aber für den Schufa Eintrag nicht entscheidend. Denn unabhängig davon bestand eine Forderung der Bank und damit der Grund für die Meldung an die Schufa.

Ich bin als Syndikus für eine Bank im Bereich Kreditabwicklung tätig. Dazu gehört auch das gesamte Schufa-Meldewesen. Die Bank kann nur Erledigungsmeldungen veranlassen, nicht aber Löschungen. Dies würde dem Zweck der Schufa als Schutzvereinigung der bei ihr angeschlossenen Gläubiger widersprechen. Eine sofortige Löschung erfolgt nur bei nachgewiesenen Fehlmeldungen.

Es ändert sich auch nichts am Sachverhalt, wenn ein Anwalt durch die Bank eingeschaltet worden ist.

Es tut mir leid Ihnen keine andere Antwort geben zu können.

ANTWORT VON
Rechtsanwalt Dennis Meivogel
Bedburg-Hau

363 Bewertungen
FACHGEBIETE
Erbrecht, Insolvenzrecht, Kreditrecht, Vertragsrecht, Mietrecht
Testsieger
einer unabhängigen Verbraucherstiftung
Im Test: 8 Anbieter von Online Rechtsberatung Ausgabe 02/2008
Zahlungsmöglichkeiten:
Testsieger
einer unabhängigen Verbraucherstiftung
Im Test: 8 Anbieter von Online Rechtsberatung Ausgabe 02/2008