Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
472.864
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Melderecht/Steuerrecht Erstwohnung Ausland, Zweitwohnung Deutschland


| 11.06.2017 16:00 |
Preis: 50,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Holger Traub, Dipl. Kfm.



Ich bin Schweizer Staatsbürger und lebe und arbeite zu 100% in der Schweiz.
Ich habe in Deutschland (Rostock) eine Wohnung gekauft welche ich zu Ferienzwecken benutzte.
Es ist keine Vermietung vorgesehen.
Für die Wohnung bezahle ich die ordentliche Zweitwohnungssteuer.
In Deutschland habe ich kein Einkommen.

Meine Fragen zum Melderecht/Steuerrecht:
Es ist ja melderechtlich nicht möglich in Deutschland eine Zweitwohnung ohne Erstwohnung zu haben.
Wie sind die steuerlichen Folgen wenn ich mich in Rostock melderechtlich anmelde.
Durch das Doppelbesteuerungsabkommen sollten in Deutschland keine Steuern anfallen.
Ist dies so oder lauern irgendwo Fallen?
Gibt es andere zu beachtende Auswirkungen bezüglich der Anmeldung.
(Dass ich trotzdem die Zweitwohnungsteuer zahlen muss ist mir klar)
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Das Melderecht hat keine Auswirkung auf die steuerrechtliche Beurteilung.

Durch den Erwerb bzw. das Halten eines Wohnsitzes in Deutschland werden Sie nach § 1 Abs. 1 EStG i. V. m. § 8 AO unbeschränkt steuerpflichtig. D. h. Sie würden mit Ihrem gesamten Welteinkommen der deutschen Einkommensteuer unterliegen.

Da Sie jedoch zu 100% in der Schweiz ansässig sind, dort arbeiten und in Deutschland keine Einkünfte erzielen (Wohnung lediglich als Ferienwohnung), findet das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz von 1971 Anwendung.

Befindet sich hiernach in beiden Vertragsstaaten ein Wohnsitz des Steuerpflichtigen, richtet sich die Steuerpflicht nach dessen Ansässigkeit, vgl. Art. 4 Abs. 1 DBA.

Ansässig (und steuerpflichtig) ist der Steuerpflichtige in dem Vertragsstaat, zu dem er die engeren persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen hat (sog. Mittelpunkt der Lebensinteressen). Dies wäre in Ihrem Fall (allein) die Schweiz.

Kurz:
Die Meldung eines Wohnsitzes in Rohstock hat für Sie keine steuerrechtlichen nachteiligen Folgen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und würde mich über die Abgabe einer 5-Sterne-Bewertung freuen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub
-Rechtsanwalt-
Bewertung des Fragestellers 13.06.2017 | 09:15


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?