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Mehrfache Filesharing-Abmahnung für die gleichen Werke


07.12.2016 14:49 |
Preis: 60,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mich des Filesharings schuldig gemacht und wurde zwei mal hintereinander im Abstand von wenigen Tagen erwischt – beide Male im Bezug auf die gleichen Werke (zwei Episoden einer Serie) und bei unterschiedlichen Anschlussinhabern (beide Male war nicht ich der Anschlussinhaber). Für beide Male hat der jeweilige Anschlussinhaber eine Abmahnung von der gleichen Kanzlei erhalten. Die Abmahnungen kamen beide erst einige Wochen später, so dass die "Tatzeitpunkte" beide vor dem Erhalt der beiden Abmahnungen lagen.

Im einen Fall habe ich bereits die Verantwortung übernommen, eine (modifizierte) Unterlassungserklärung verschickt und bezahle den geforderten Betrag nun in Raten ab. Im anderen Fall haben wir uns mit entsprechenden Schreiben zur Wehr gesetzt – hier hat meine Mitbewohnerin die Abmahnung erhalten. Da die Kanzlei nun aber nicht locker lässt und ich meine Mitbewohnerin nicht mehr weiter damit belasten möchte, hier meine Frage:

Wie kann ich am besten vorgehen, so dass meine Mitbewohnerin nichts mehr weiter mit der Sache zu tun hat und ich voraussichtlich am glimpflichsten davon komme?

Ich sehe hier aktuell drei Optionen:

a. Meine Mitbewohnerin schreibt, dass ich dafür verantwortlich bin bzw. dass ich zum fraglichen Zeitpunkt zu Hause war und den Anschluss genutzt haben könnte. Wäre sie damit aus der Sache raus? Wie wäre dann voraussichtlich das weitere Vorgehen mir gegenüber?

b. Ich übernehme die Verantwortung für die Sache. Würde sich dadurch evtl. der geforderte Betrag verändern? (Müsste ich evtl. weniger bezahlen, da ich bereits Schadensersatz für das Filesharing der Werke leiste oder müsste ich evtl. gar mehr bezahlen, da ich „Wiederholungstäter" bin?)

c. Ich gebe meiner Mitbewohnerin den geforderten Betrag und Sie bezahlt den Betrag der Kanzlei. Das würde ich nur machen, wenn ich voraussichtlich schlechter dastehen würde, wenn ich selbst die Verantwortung übernehme.

Falls ich eine Option vergessen haben sollte, wäre ich über einen entsprechenden Hinweis ebenfalls dankbar.

Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
07.12.2016 | 16:35

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Sie sollten zuerst prüfen, ob die Kanzlei auch die gleichen Mandanten vertritt. Ein Download einer Episode kann auch von dem Rechteinhaber der darin enthaltenen Musik abgemahnt werden.

Wenn es aber stets der gleiche Mandant ist, können Sie nur einmal abgemahnt werden, die bereits abgegebene Unterlassungserklärung deckt auch den zweiten Fall ab, da er vor der Abgabe der Unterlassungserklärung passierte.

Allerdings schützt Sie das nicht vor den finanziellen Folgen, da Sie bei dem zweiten Download erneut die Episoden zum Download bereitstellten.

Finanziell haben alle drei Alternativen die gleichen Folgen. Schlechtergestellt wegen der Wiederholung werden Sie nicht, da die Unterlassungserklärung bei der Wiederholung noch nicht abgegeben war.

Die beste Alternative wäre, dass Sie für die Mitbewohnerin einen spezialisierten Anwalt einschalten und von diesem den Betrag herunterhandeln lassen. Die Gegenseite wird die Mitbewohnerin nicht einfach so aus dem Visier nehmen, da diese als Anschlußinhaberin das einfachste Ziel ist. Auch müßten Sie plausibel darlegen, warum Sie an zwei verschiedenen Orten die gleichen Werke herunterluden.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt


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