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Maklerprovision in bar?


19.08.2004 14:52 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Wir haben gerade eine Wohnung gefunden (München)und leider müssen wir auch eine Maklerprovision bezahlen - 2x KM. Der Makler behauptet das er uns keinen Vertrag geben kann, wenn wir die Provision nicht bezahlen haben - d.H., er muss alles schon in seine Tasche haben, bevor wir unterschreiben können.

Ich habe eine Überweisung vorgeschlagen, er hat aber gemeint, es geht nicht weil wir könnten nicht versichern, das die Betrag schon da wäre für unseren Termin morgen. Deshalb müssen wir in Bar bezahlen.

Meine Frage ist, ist das in Ordnung? Dürfen wir eigentlich in Bar bezahlen, oder heißt das einfach nur Steuerbetrug für der Makler? Warum dürfen wir einfach nicht eine Überweisungsbeleg mitbringen? Was passiert denn normalerweise bei Bezahlung von Maklerprovisionen?

viele Grüße!
19.08.2004 | 15:30

Antwort

von


3 Bewertungen
Sehr geehrter Ratsuchender,

auf die Tätigkeit von Wohnungsmaklern findet das Wohnungsvermittlungsgesetz Anwendung.
Der Makler verdient sich seine Provision mit dem Abschluss des Mietvertrages. Etwas anderes gilt für "Nachweismakler". Dies dürfte bei Ihnen aber nicht vorliegen.

Vor Eintritt des Erfolges (Vertragsabschluss) darf er keine Vorschüsse oder sonstige Zahlungen fordern.
Dies ist explizit in § 2 Absatz 4 WoVermG geregelt. Der Makler koppelt sonst in rechtswidriger Weise den Abschluss des Mietvertrages an die sofortige Bezahlung seiner Provision.

§ 2 WoVermG:

(1) Ein Anspruch auf Entgelt für die Vermittlung oder den Nachweis der Gelegenheit zum Abschluß von Mietverträgen über Wohnräume steht dem Wohnungsvermittler nur zu, wenn infolge seiner Vermittlung oder infolge seines Nachweises ein Mietvertrag zustande kommt.

(2) Ein Anspruch nach Absatz 1 steht dem Wohnungsvermittler nicht zu, wenn

1. durch den Mietvertrag ein Mietverhältnis über dieselben Wohnräume fortgesetzt, verlängert oder erneuert wird,

2. der Mietvertrag über Wohnräume abgeschlossen wird, deren Eigentümer, Verwalter, Mieter oder Vermieter der Wohnungsvermittler ist, oder

3. der Mietvertrag über Wohnräume abgeschlossen wird, deren Eigentümer, Verwalter oder Vermieter eine juristische Person ist, an der der Wohnungsvermittler rechtlich oder wirtschaftlich beteiligt ist. Das gleiche gilt, wenn eine natürliche oder juristische Person Eigentümer, Verwalter oder Vermieter von Wohnräumen ist und ihrerseits an einer juristischen Person, die sich als Wohnungsvermittler betätigt, rechtlich oder wirtschaftlich beteiligt ist.


(3) 1 Ein Anspruch nach Absatz 1 steht dem Wohnungsvermittler gegenüber dem Wohnungssuchenden nicht zu, wenn der Mietvertrag über öffentlich geförderte Wohnungen oder über sonstige preisgebundene Wohnungen abgeschlossen wird, die nach dem 20. Juni 1948 bezugsfertig geworden sind oder bezugsfertig werden. 2 Satz 1 gilt auch für die nach den §§ 88 d und 88 e des Zweiten Wohnungsbaugesetzes oder nach dem Wohnraumförderungsgesetz geförderten Wohnungen, solange das Belegungsrecht besteht. 3 Das gleiche gilt für die Vermittlung einzelner Wohnräume der in den Sätzen 1 und 2 genannten Wohnungen.

(4) Vorschüsse dürfen nicht gefordert, vereinbart oder angenommen werden.

(5) Eine abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

Dieses Verbot der Vorschussforderung bedeutet jedoch nur, dass Vorschüsse zurückgefordert werden können, solange der Makler sich seine Provision nicht verdient hat. Da davon ausgegangen werden kann, dass Sie auch umgehend den Mietvertrag abschließen werden, entsteht der Provisionsanspruch doch noch.

Eine Steuerhinterziehung des Maklers würde ich noch nicht vermuten. Ich denke, dass er sich seine Provision sichern will und nicht "in die Röhre" schauen will.

Lassen Sie sich auf jeden Fall eine Bargeldzahlung per Quittung bestätigen.
Bezahlen Sie eine Provision erst, wenn Sie den Vertrag unterschrieben haben.

Wenn Sie schlussendlich beim Termin kein Bargeld dabei haben, kann Ihnen ein Vertragsabschluss hinsichtlich des Mietvertrages nicht verweigert werden.
Kündigen Sie in diesem Falle dem Makler die Geltendmachung von Schadensersatzansprüche an.

Ich hoffe, Ihnen zunächst weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Birmili
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Alexander Birmili
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

ANTWORT VON

Reutlingen

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