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Maklerprovision faellig oder nicht ?


02.10.2017 20:22 |
Preis: 50,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Das wirksame Zustandekommen eines Vermittlungsvertrages über Wohnräume bedarf der Textform.


Folgender Sachverhalt:

Von einem Immobilienmakler, in dessen E-Mail Verteiler ich mich befinde, habe ich ein Expose fuer Verkauf einer Wohnung erhalten.
Im Expose war die Adresse der Wohnung benannt.
Dem Expose des Maklers haengt am Ende eine Widerrufsbelehrung fuer Verbraucher an, die ich Ihnen ggfls. uebersenden kann.

Da ich die Wohnung interessant fand, habe ich den Makler kontaktiert und zwar zunaechst mehrfach telefonisch und nachdem
ich keinen Rueckruf erhalten habe, auch per Email. Bis heute habe ich von dem Makler keine Rueckmeldung erhalten.

Ich habe mich dann selbst in Bewegung gesetzt, um den Eigentuemer der Wohnung ausfindig zu machen, was mir dann gestern
auch gelungen ist. Heute habe ich mich mit dem Eigentuemer vorort getroffen und er wuerde mir die Wohnung verkaufen wollen.
Von dem Makler Expose habe ich heute erstmal nichts erwaehnt.

Schulde ich dem Makler nun die Maklerprovision, obwohl dieser sich bis heute nicht bei mir gemeldet und ich den Verkaeufer selbst ausfindig machen musste ?


Vielen Dank.
02.10.2017 | 21:28

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Rechtsgrundlage für einen etwaigen Anspruch des Maklers auf Vermittlungsprovision wäre das Zustandekommen eines Vermittlungsvertrages zwischen Ihnen und dem Makler. Nach § 2 Abs. 1 Satz 2 des Gesetzes zur Regelung der Wohnungsvermittlung bedarf ein Vermittlungsvertrag über den Abschluss eines Mietvertrages über Wohnräume der Textform.

Ist durch Gesetz Textform vorgeschrieben, so muss eine lesbare Erklärung, in der die Person des Erklärenden genannt ist, auf einem dauerhaften Datenträger abgegeben werden (§ 126 b Satz 1 BGB). Ein Vertrag in Textform kann zwar per E-Mail abgeschlossen werden. Allerdings gehören dazu die sog. Essentialia des Vertrages, es muss also Einvernehmen darüber bestehen, dass für die Vermittlung eines Wohnungsmietvertrages ein Entgelt gezahlt werden soll. Das bloße Übersenden eines Exposés per E-Mail durch den Makler reicht dafür nicht aus. Nicht nur müsste der Makler dann darauf hingewiesen haben, dass und in welcher Höhe er eine Vermittlungsprovision verlangt, sondern Sie hätten diesem Angebot dann ebenfalls in Textform, z.B. per E-Mail, zustimmen müssen. Das bloße Sich-Zunutze-Machen des Exposés ist keine formwirksame Annahme eines Vertragsangebots.

Mangels wirksamen Zustandekommen eines Vermittlungsvertrages über Wohnraum schulden Sie daher dem Makler keine Provision.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Carsten Neumann

Nachfrage vom Fragesteller 02.10.2017 | 21:36

Vielen Dank für die Nachricht.

Allerdings ging es hier nicht um die Anmietung einer Wohnung, sondern vielmehr um den Ankauf.
Das Expose war somit ein Kaufangebot.
Macht das einen Unterschied?
Grüße!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.10.2017 | 21:45

Sehr geehrter Fragesteller,

das Gesetz zur Wohnungsvermittlung gilt nur für die Vermittlung von Mietverträgen über Wohnräume.

Ein Vermittlungsvertrag über den Kauf eines Grundstücks ist grundsätzlich formfrei möglich, also z.B. auch durch schlüssiges Verhalten.

Allerdings kommt auch hier durch das bloße Übersenden eines Exposés noch kein Vertrag zustande. Dies ist allenfalls ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages, bzw. eine Aufforderung, ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages abzugeben.

Die für einen Vertragsabschluss erforderliche Annahme eines Angebots ist vorliegend nicht zustande gekommen. Auf Ihre Versuche der Kontaktaufnahme hat der Makler nicht reagiert.

Ein Provisionsanspruch des Maklers besteht daher nicht.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage verständlich beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Carsten Neumann
Rechtsanwalt

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