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Mahnung Inkassoschreiben


| 13.12.2012 12:38 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen



Zu meinem Fall.
Ich bekam ein Schreiben von BFS risk und collection GmbH.
Angelich soll ich Zahlungen von Web.de nicht gezahlt haben.
Ich forderte erstmal genauere Unterlagen an, da mir keine offenen Rechnungen bekannt waren.
Auf diesen Schreiben (Den Rechnungen von Web.de) war als Anschriffstadresse für die Rechnungen meine alte Adresse wo ich schon seit einem Jahr nicht mehr lebe angegebnen. Heißt mich haben gar nicht nie die Rechnungen von Web.de erreicht.
Ich bemühte mich mehrmals in dem Jahr auf mein Konto bei Web. de zurückzugreifen, was aber durch den Verlusst des Passwortes nicht möglich war. Die Zusendung eines neuen Passworts gelang nie von seiten Web.de.
So kamen dies Inkassoforderungen sehr überraschend für mich. Vorallem habe ich bis zu diesen Schreiben Schuldenfrei gelebt und hatte mit solchen Dingen wie Inkasso nichts zu tuen.
Da ich mir sehr unsicher war habe ich nun die erste Rate gezahlt. Was vielleicht ein Fehler war, aber ich war mir unsicher vor möglichen weitern Konsequenzen wenn ich nicht zahle.
Meine Fragen nun, wenn ich die Rechnungen doch nie erhalten habe ist es dann rechtents mit einem Inkassounternehmen zu reagiern.
Und auch die sehr kurzen Fristen 4 Tage in den ich vom Inkassounternehemen zur Zahlung aufgefordert wurde.
War es richtig sich auf die Ratenzahlung einzulassen?
Wollte mich einfach vergewissern ob das alles rechtlich so richtig läuft bevor ich mich im Januar auf die nächste Ratenzahlung einlasse.
Danke für Ihre Bemühungen

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts in der gebotenen Kürze beantworten möchte. Sie sollten jedoch immer bedenken, dass diese Erstberatung eine ausführliche Beratung vor Ort nicht ersetzen kann.

Das Wichtigste zuerst: Ohne vorherige Rechnungsstellung ist das Inkassounternehmen nicht befugt Sie zur Zahlung aufzufordern. Sie sollten die nächste Rate nicht bezahlen und die schon gezahlte Rate zurückfordern. Allerdings haben Sie durch die bereits geleistete Rate Ihre Lage verschlechtert. Deswegen sollten Sie abwägen, ob sich ein Rechtsstreit für Sie lohnen würde.

Zunächst kommt der Schuldner einer Forderung gemäß § 286 BGB in Verzug, wenn er auf eine Mahnung des Gläubigers nicht leistet. Von einer Mahnung kann nur in den Fällen des § 286 Absatz II und III BGB abgesehen werden. Sofern Sie einen Vertrag mit dem Dienstleistungsunternehmen hatten und dieses Ihnen aber keine Rechnung gestellt haben, ist die angebliche Geldforderung nicht fällig. D.h. der Dienstleister und auch das Inkassounternehmen sind nicht berechtigt Mahngebühren zu verlangen. Zudem sollten Sie das Inkassounternehmen auch dazu auffordern, Ihnen eine Bevollmächtigung durch den Dienstleister vorzulegen, nachdem das Inkassounternehmen berechtigt ist, die Forderung im Namen des Dienstleisters einzuziehen. Das wirkt bei manchen unseriösen Inkassounternehmen manchmal bereits schon Wunder. Denn viele Inkassounternehmen kaufen kleinste offene Forderungen quasi im Paket von den Unternehmen auf, ohne mit der Einziehung im Einzelfall beauftragt worden zu sein. Dies führt dann meistens dazu, dass das Inkassounternehmen keine rechtliche Legitimation besitzt die Forderung einzuziehen.

Der erste Schritt, die Rechnung zu verlangen war richtig. Denn Sie sollten bei unberechtigten oder nicht nachvollziehbaren Forderungen immer den Anspruch dem Grunde und der Höhe nach bestreiten. Dies hat zur Folge, dass die Gegenseite die Forderungen ebenso schlüssig darlegen und beweisen muss, wie die Fälligkeit der Forderung, in Ihrem Fall der Zugang der Rechnungen. Da diese Rechnungen angeblich (!!) an Ihre alte Adresse geschickt wurden und Ihnen somit sehr wahrscheinlich nicht bekannt waren, können Sie den Zugang der Rechnungen bestreiten.

Ich empfehle in solchen Fällen zudem immer vorsorglich die Verjährungseinrede zu erheben. Diese Einrede signalisiert dem Gegner, dass Sie die Forderung für verjährt im Sinne des § 195 BGB halten und aus diesem Grund die Zahlung verweigern. Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt übrigens 3 Jahre.

Da Sie bereits eine Rate bezahlt haben, weil Sie – wie Sie sagen – unsicher waren, wie Sie sich verhalten, würde ich Ihnen empfehlen diese Rate gemäß § 812 BGB wieder zurück zu fordern.
Sie sollten jedoch bedenken, dass Sie durch diese Zahlung Ihre prozessuale Lage deutlich verschlechtert haben. Denn im Zweifel wird es jetzt schwerer fallen, zu bestreiten, dass die Forderung überhaupt besteht. Auf jeden Fall sollten Sie sich überlegen, ob es sich nun lohnt auf „Konfrontation" zu gehen und jegliche Zahlungen zu verweigern oder lieber die Zahlung leisten und sich damit Ihre Ruhe „erkaufen". Dies hängt immer von den Umständen des Einzelfalles ab und orientiert sich auch an der Forderungshöhe und dem jeweiligen Prozessrisiko, das in Ihrem Fall durch die bereits geleistete Zahlung – wie bereits ausgeführt – leider als erhöht einzustufen ist.

Für die Zukunft sollten Sie besser immer gleich eine Anwältin bzw. einen Anwalt aufsuchen. Das kostet Sie im Zweifel weniger Geld und Nerven, als sich mit unseriösen Inkassounternehmen und eventuell unberechtigten Forderungen auseinanderzusetzen.

Ich hoffe sehr, dass Ihnen meine Antwort weitergeholfen hat und stehe für Rückfragen natürlich jederzeit zur Verfügung. Sofern Sie mit meinen Leistungen zufrieden waren, bitte ich um eine positive Bewertung.

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 13.12.2012 | 19:54


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