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Mahnbescheid ungerechtfertigt- wie nachweisen?


19.12.2008 12:14 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen



Ich war mehr als 10 Jahre Mitglied in einem überregionalen Modellbauverband, aus welchem ich im Jahre 2007 ausgetreten bin. Die Kündigungsfrist (3 Monate vor Jahresende) wurde eingehalten, ich habe die Kündigung bereits im März 2007 verschickt. Da laut Satzung lediglich von schriftlicher Kündigung die Rede war, habe ich darauf verzichtet, diese per Einschreiben zu versenden und stattdessen den normalen Postweg gewählt. Gehört habe ich vom Verband dann zunächst nichts mehr.
Im Oktober 2007 bin ich umgezogen und habe natürlich dem Verband die neue Adresse nicht mehr mitgeteilt, da aus meiner Sicht die Mitgliedschaft sowieso Ende Dezember endete.
Im Sommer 2008, nämlich nach Ablauf des Nachsendeantrages, bekam ich auf einmal wieder die Mitgliederzeitschrift und irgendwann auch eine Mahnung über den ausstehenden Mitgliedsbeitrag für 2008 i.H.v. EUR 59. Ich muss gestehen, dass ich dies zunächst ignoriert habe, was wohl ein Fehler war. Reagiert habe ich dann allerdings auf ein Schreiben der Anwälte des Verbandes im Oktober 2008. Ich teilte den Anwälten mit, dass ich den Anspruch bestreite, und zwar aufgrund meines Austritts vom März 2007 und habe diesem Schreiben sogar noch eine Kopie meiner Austrittserklärung beigefügt. (Dummerweise habe ich in der Hektik vergessen, mir von der Kopie noch eine Kopie zu machen, sodass mir das Schreiben jetzt nur noch als Datei vorliegt bzw. als Ausdruck ohne Unterschrift.)
Nachdem ich zwei Monate nichts mehr gehört hatte, flatterte mir nun gestern ein Mahnbescheid vom Amtsgericht in dieser Sache ins Haus.
Wenn ich wohlwollend davon ausgehe, dass mich der Verband nicht übers Ohr hauen will, muss ich wohl vermuten, dass mein Austrittsschreiben nicht dort angekommen ist. Wie sieht es in solchen Fällen mit der Beweislage aus? Mehr als die Datei bzw. den Blanko-Ausdruck des Schreibens habe ich nicht als Nachweis.
Falls dies ein genügender Nachweis sein sollte, was ist dann vom Verhalten der Anwälte zu halten, die im Wissen, dass ich meine Mitgliedschaft gekündigt habe, ihre Mandanten offenbar trotzdem zum Mahnverfahren ermutigen?
Mein erster Gedanke war natürlich, dem Mahnbescheid unverzüglich zu widersprechen, mittlerweile frage ich mich aber, welche Chancen ich in einem Rechtsstreit hätte und wie teuer das dann wohl würde…
Man bekommt den Eindruck, dass dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet ist.
Was wäre, wenn ich trotz allem den geforderten Betrag bezahlen würde? Wird dann ein negativer Eintrag an die SCHUFA gemacht? Dies würde mich noch am meisten stören und sollte vermieden werden.
Vielen Dank.


Guten Tag,

Es ist leider grundsätzlich sehr schwierig, den Zugang eines Schreibens zu beweisen. Auch die Quittung über ein Einschreiben oder ein Rückschein wäre kein Beweis, ebensowenig die Kopie des Schreiben. Wenn der Zugang Ihrer Kündigung also bestritten wird, dann müssen Sie den vollen Beweis führen, was Ihnen im Ergebnis kaum gelingen wird.

Unter dem Gesichtspunkt wird es sich für Sie also nicht lohnen, gegen den Mahnbescheid Widerspruch einzulegen. Wenn es zum Prozess käme (wonach es wohl aussieht, da der Verein bereits anwaltlich vertreten ist), dann wären die Erfolgsaussichten für Sie eher gering. Am kostengünstigsten wird es für Sie also sein, die Forderung inkl. der Kosten zu begleichen.

Außerdem sollten Sie nochmals kündigen und sich die Kündigung diesmal schriftlich bestätigen lassen.

Was die Schufa angeht: Erstens wird ein Verein normalerweise kein Partner der Schufa sein, zweitens müssten Sie bei Vereinsbeitritt eine Einwilligung in Schufa-Mitteilungen (Schufa-Klausel) unterschrieben haben. In der Hinsicht dürfte also keine »Gefahr« bestehen.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt
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