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Mängel im Laminatboden nach Hausverkauf - wie wird nun vorgegangen?


| 01.06.2012 17:40 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben in unserem Haus in zwei Räumen nachträglich als Bodenbelag Laminat legen lassen. Bei schweren Schränken, die wir nicht verrücken konnten, haben wir den neuen Bodenbelag nur bis zur Vorderkante der Schänke legen lassen.

Wir haben nun unser Haus verkauft und nehmen natürlich unsere Schränke mit. Damit ergibt sich die Situation, dass an den Stellen, wo die Schränke standen, noch der alte Bodenbelag - Teppichboden - vorhanden ist.

Die Möglichkeit, den Laminatboden korrekt zu ergänzen, ist nicht gegeben, weil der vorhandene Boden nicht mehr geliefert wird.

Sind wir nun verpflichtet, den ganzen Raum neu einheitlich mit Laminat belegen zu lassen?

Können wir dem Käufer den Mangel ohne weiteres zumuten? Er könnte seine Möbel auch so stellen, dass die Fehlstellen wieder bedeckt sind.

Wenn die Zumutbarkeit nicht gegeben ist, welche Möglichkeiten, den Mangel zu beheben, gäbe es noch?

Könnte man dem Käufer pro m² fehlenden Laminats, den Material- und Montagewert großzügig ersetzen und ihm die Reparatur zu überlassen?

Für eine baldige Antwort wären wir Ihnen dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrte Ratsuchende,

Sie sollten ganz schnell eine Einigung mit dem Käufer versuchen.

Der Käufer hat die Gewährleistungsrechte nach § 437 BGB. Ein möglicher Gewährleistungsausschluss wäre unwirksam. Sie hätten die Verpflichtung gehabt, auf diese Fehlstellen hinzuweisen.

Sie können daher den Käufer nicht darauf verweisen, er könne seine Möbel ja ähnlich hinstellen, um den Mangel zu verdecken.

Bitte überlegen Sie sich einmal die umgekehrten Fall. Sie kaufen das Haus und stellen im Nachhinein fest, das Teile im Laminat fehlen. Wie würden Sie dann wohl reagieren?

Der Käufer kann also die Erfüllung verlangen.

Ist dieses nicht möglich, da dieses Laminat nicht mehr lieferbar ist, kann der Käufer

Minderung,
Schadensersatz oder den
Rücktritt vom Vertrag

verlangen. Der Schadensersatz kann dabei auf eine völlige Neuverlegung nach Abzug Alt-für-Neu bestehen, für Sie also ziemlich teuer werden.

Daher sollten Sie sich schnellstens mit dem Käufer großzügig einigen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
Damm 2

26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php




Nachfrage vom Fragesteller 01.06.2012 | 19:25

Sehr geehrte Frau True-Bohle,

Ihre Annahme ist falsch. Selbstverständlich haben wir den Käufer bei der Hausbesichtigung in Anwesenheit des Maklers auf die Situation aufmerksam gemacht. Der Sache wurde keine große Bedeutung zugeordnet. Es wurde weder über eine Regelung, noch über weiteres Vorgehen gesprochen. Auch im notariellen Kaufvertrag fehlt jeder Hinweis, wie die Angelegenheit zu regeln ist.
Es wurde nur vereinbart, dass das Haus besenrein zu übergeben ist. Selbstverständlich fühlen wir uns verpflichtet, den Mangel so weit wie möglich zu beseitigen.

Die besagten Schränke haben einen Wert von ca. 15.000 €. Aus diesem Grund ist auszuschließen, dass wir die Schränke einfach stehen lassen.

Uns stellt sich die Frage, können wir nach Abzug der Schränke die in Rede stehende Fläche von
ca. 5 m² reparieren lassen, wobei eine geringfügige Farbabweichung in Kauf genommen werden muß,oder müssen wir jetzt den ganzen Raum neu belegen lassen.

Mit freundlichen grüßen
K. Grimpe

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.06.2012 | 20:04

Sehr geehrte Ratsuchende,

hier erkennt man die Grenzen der Online-Beratung. Ich konnte nur natürlich den ursprünglichen Sachverhalt bewerten.

Wenn Sie dem Käufer die Situation mitgeteilt haben, ändert sich die Rechtslage vollkommen zu Ihren Gunsten:

Nun greift nämlich § 442 BGB ein der da lautet:



Kenntnis des Käufers

Die Rechte des Käufers wegen eines Mangels sind ausgeschlossen, wenn er bei Vertragsschluss den Mangel kennt.

Ist dem Käufer ein Mangel infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt geblieben, kann der Käufer Rechte wegen dieses Mangels nur geltend machen, wenn der Verkäufer den Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Beschaffenheit der Sache übernommen hat.



Da Sie hier dann weder arglistig etwas verschwiegen noch eine Garantie übernommen haben, hat dann in diesem Fall allein der Käufer Pech gehabt.

Er hat Kenntnis von einem Mangel gehabt und die Sache trotzdem gekauft.

Dann brauchen Sie insoweit nichts unternehmen sondern müssen vertragsgerecht besenrein das Kaus übergeben.

Ansprüche des Käufers können Sie daher dann gelassen zurückweisen. Sie müssen auch gar nichts anbieten, müssen auch nichts reparieren lassen. Dieses alles ist - wegen der Kenntnis - nun allein Sache des Käufers.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
Damm 2

26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php

Bewertung des Fragestellers 04.06.2012 | 15:29


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